Die Jonas-Richter-Tage: Neuer Vertrag, Heimsieg, Bestleistung

Der 22-Jährige hat seinen Kontrakt mit den Niners um ein Jahr bis 2021 verlängert. Das hat ihn beim Spitzenspiel gegen Heidelberg offenbar beflügelt. Der Trainer der Gäste warf Chemnitz indes Unfairness vor.

Das hätte man sich nicht besser ausdenken können. Am Dienstag setzte Jonas Richter seine Unterschrift unter eine Vertragsverlängerung mit den Niners. Der 22-Jährige, der aus der Jugend des Basketball-Zweitligisten stammt, bleibt den Chemnitzern bis mindestens 2021 treu. Zwei Tage später zeigte er, warum die Niners ihn unbedingt halten wollen. Am Donnerstagabend im Spitzenspiel gegen den bis dato Tabellenzweiten aus Heidelberg trumpfte Richter auf und erzielte beim 90:78 (43:33)-Sieg ausgerechnet genau 21 Punkte. Das war auch noch seine Bestleistung im Profi-Bereich. "20 Punkte sind mir noch nie gelungen", sagte Richter nach Spielende und ergänzte: "Aber das war eine richtig gute Teamleistung. Meine Mitspieler haben mir gute Pässe gegeben und ich habe die Dinger einfach reingemacht." Sein neuer Kontrakt bei den Niners gilt für die zweite und die erste Liga. "Ich will ja mit Chemnitz aufsteigen und hier erste Liga spielen", meinte Richter, der an der TU Chemnitz im fünften Semester Wirtschaftsingenieurwesen studiert.

Sein Team tat sich nur in den Anfangsminuten der Partie schwer, als sich die Heidelberger einen knappen Vorsprung herausspielten. "Wir haben etwas gebraucht, um reinzukommen. Dann sind unsere Würfe gefallen und wir sind in einen Rhythmus gekommen", meinte Richter. Kurz vor der ersten Pause gingen die Hausherren vor 3435 Zuschauern in der Messe erstmals in Führung. Den Vorsprung bauten die Sachsen im zweiten Durchgang dank aggressiver Verteidigung, Ballgewinnen und schnellen Gegenstößen aus. Auch nach der Halbzeitpause ließ die Mannschaft von Trainer Rodrigo Pastore nicht nach, zeigte besten Basketball mit schnellen Spielzügen und spektakulären Würfen. Im Schlussviertel wuchs der Vorsprung kurzzeitig auf 20 Punkte, ehe die Gäste etwas herankamen.

"Heute waren viele Emotionen dabei. Das war eine klasse Teamleistung, Jeder hat für Jeden gespielt und wir haben uns in der Verteidigung den Hintern aufgerissen", sagte Niklas Wimberg, mit 15 Punkten zweitbester Chemnitzer Werfer. Ein Erfolgsgeheimnis war die starke Trefferquote: 19 von 20 Freiwürfen landeten im Korb, zudem flogen 86 Prozent aller Zwei-Punkt-Versuche ins Ziel (Heidelberg: 62 Prozent). Die Niners erkämpften zudem mehr Rebounds und leisteten sich weniger Fouls.

Und sie nahmen Shyron Ely aus dem Spiel. Der US-Amerikaner im Trikot der Heidelberger hatte in den sieben Saisonpartien zuvor im Durchschnitt 21 Punkte erzielt - am Donnerstag waren es nur sieben Zähler. Sein Trainer Branislav Ignjatovic bezeichnet ihn als den besten Basketballer der zweiten Liga - und erhob nach der Partie Vorwürfe gegen die Schiedsrichter und die Niners. Die Chemnitzer hätten Ely mit "legalen und illegalen Mitteln" ausgebremst, sagte Ignjatovic auf der Pressekonferenz. "Ich bin froh, dass er nicht verletzt ist." Die Referees, ergänzte der Gäste-Coach, hätten Ely nicht geschützt und seine Mannschaft benachteiligt.

Niners-Trainer Rodrigo Pastore reagierte nicht auf diese Vorwürfe. Er lobte stattdessen seine Mannschaft. "Wir haben den Ball gut bewegt und wichtige Spieler des Gegners aus dem Spiel genommen. Ich bin sehr zufrieden - vor allem mit der zweiten Reihe", so Pastore. Gemeint waren Spieler, die eingewechselt wurden. So stand Virgil Matthews, mit 36 Jahren der Oldie im Team, 20 Minuten auf dem Feld, musste sich beim Spielaufbau des Öfteren aggressiver Angriffe erwehren, behielt aber meist die Ruhe. Er fühle sich alt, scherzte Matthews nach der Schlusssirene: "Aber es ist okay, ich bin in guter Verfassung."

Die wird es auch am morgigen Sonntag brauchen. Denn auf das Topspiel gegen Heidelberg folgt nun das absolute Spitzenspiel in Bremerhaven. Der Bundesliga-Absteiger hat alle acht Saisonpartien gewonnen, sich am Donnerstag mit 100:80 bei Mitabsteiger Science City Jena durchgesetzt und die Tabellenführung verteidigt - vor den Niners auf dem zweiten Rang (sieben Siege, eine Niederlage). Er freue sich auf die Begegnung, sagte Pastore: "Das wird Spaß machen. Lasst uns herausfinden, wie weit wir sind."

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