Zwei Youngster geben mit 320 PS auf der Langstrecke Vollgas

Sie sind beide noch 18, haben gerade ihr Abitur in der Tasche und genießen als Team ihr gemeinsames Hobby: Max Günther aus Hohenstein-Ernstthal und Jonas Graf aus Dresden teilen sich in der NES 500 ein Cockpit.

Hohenstein-Ernstthal.

Max Günther aus Hohenstein-Ernstthal feiert am Sonntag seinen 19. Geburtstag. Rein rechnerisch hat er damit schon sieben Jahre Rennfahrer-Karriere hinter sich. Erst war er Kartfahrer, vor vier Jahren stieg er in den kleinen Kia Lotos um, wo er zwei Jahre lang im polnischen Kia Lotos Cup erste Rundstreckenerfahrungen sammeln konnte. Und 2018 dann der erste Langstreckenstart beim Lubner-Team und der Meistertitel in der Wertungsklasse 6 der DMV NES 500 (National Endurance Series) an der Seite von Christian Puth und dem Italiener Andrea Sabatini, den die Fans vom Sachsenring aus DTM-Zeiten kennen. "Von denen konnte ich eine Menge lernen", sagt Max, der gerade sein Abitur geschafft hat.

In diesem Jahr teilt sich Max Günther das Cockpit mit einem anderen 18-Jährigen. Auch Jonas Greif aus Dresden hat eben erst sein Abiturzeugnis in Empfang genommen. Die beiden haben bei dem rasanten Hobby im VW Scirocco 310 PS unterm Hintern - natürlich im Wechsel. Bei den Langstreckenrennen, die zwischen drei und vier Stunden dauern, lösen sich die beiden hinterm Lenkrad ab. Sie fahren für das neu gegründete Team T3, das in diesem Jahr sogar bei den ADAC GT Masters einen Audi R8 LMS GT3 an den Start bringen wird.


Das Junior-Duo Günther/Greif bringt Teammanager Jens Feucht in der aktuellen Saison bei fünf Rennen zum Einsatz. Beim Saisonauftakt Ende März am Hockenheimring lief für die beiden VW-Piloten alles perfekt. "Wir lagen lange auf Platz eins", sagt Max Günther. Doch neun Minuten vor Ultimo warf ein Reifenplatzer das Team zurück. Trotzdem landete das Scirocco-Team am Ende auf Rang zwei in der Wertungsklasse 6. Bis dahin schöpfte das junge Team keinen Verdacht. Mitte Juni beim Start zum "500 Km Hansapokal Hamburg" in Assen ereilte sie erneut der Reifentod. Max hatte das Auto im Qualifying auf Platz eins gestellt. Doch im Rennen wurden die beiden erneut von zwei Reifenplatzern ausgebremst. Die Schrauber vermuteten danach, dass das Auto falsch eingestellt war und der Reifen beim Einfedern irgendwo geschliffen hat. "Wir sind ein junges Team, und da lernen alle noch", sagt Max Günther. Am Ende stand Platz vier zu Buche. "Es wäre der dritte Rang geworden, aber wir mussten noch einen Pflichtboxenstopp einlegen. Für uns war aber wichtig zu sehen, dass wir eigentlich die Schnellsten auf der Strecke waren", resümiert der Hohenstein-Ernstthaler, der meist auch als Startfahrer für den ersten Rennabschnitt, dem sogenannten Stint, zum Einsatz kommt.

Bei den Rennen kommt es vor allem auf das fahrerische Können an. Zwar sind in der WK 6 nur sieben Autos unterwegs, doch bei den Rennen gehen alle 40 Renner der NES 500 gleichzeitig auf die Strecke. Da ist vor allem am Anfang dicker Verkehr auf dem Asphalt. "Natürlich kommt es auch auf die Technik an, die Einstellung des Autos und das Benzinmanagement. Das gesamte Team ist am Erfolg beteiligt", sagt Günther. In Abhängigkeit von der Gesamtdistanz sitzt er bis zu 50 Minuten pro Stint hinterm Lenkrad, muss jede Sekunde hoch konzentriert sein. "Das ist anstrengend, zumal im Cockpit manchmal 60 Grad Celsius herrschen. Nur kuppeln muss man in dem Auto nicht mehr."

Seine beruflichen Pläne stehen fast: Studium der Kfz-Technik an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau. Nebenher arbeitet er schon länger im Verkehrssicherheitszentrum am Sachsenring. Dort verdient er sich quasi seine künftigen Studiengebühren. Dort hätte er auch eine berufliche Zukunft: "Als Fahrsicherheitsinstruktor. Das würde mir auch gefallen."

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