Der Vorsitzende des Vereins Partnerschaft zur Ukraine, Karl-Ernst Müller (r.), mit Alexander Krauß am Grenzübergang Zosin.
Der Vorsitzende des Vereins Partnerschaft zur Ukraine, Karl-Ernst Müller (r.), mit Alexander Krauß am Grenzübergang Zosin. Bild: Krauß
Aue
Ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter Krauß fährt Spenden bis zur ukrainischen Grenze

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Eine halbe Tagesreise vom Erzgebirge weg ist Krieg. Mit dem Chef eines Vereins fuhr Alexander Krauß an die polnisch-ukrainische Grenze - um Hilfsgüter zu übergeben.

Schneeberg/Zwickau.

Zustimmende, aber auch kritische Kommentare unter seinen Facebook-Nachrichten kennt Alexander Krauß aus seiner Zeit als CDU-Landtagsmitglied von 2004 bis 2017 und als Bundestagsabgeordneter bis 2021. Das setzt sich nun fort. Mit Karl-Ernst Müller (75), dem Vorsitzenden des Vereins Partnerschaft zur Ukraine, wollte der 46-jährige Schneeberger Hilfsgüter in die Zwickauer Partnerstadt Volodymyr bringen. Sie liegt in der Ukraine, wo nach Einrücken russischer Streitkräfte Krieg herrscht. Die Helfer kamen nur bis zur polnisch-ukrainischen Grenze in Zosin. Für die restlichen Kilometer mussten sie sich auf ihren polnischen Partner verlassen. Krauß dokumentierte auf Facebook die Aktion, für die es viel Anerkennung gab, aber auch einige Kommentare wie "Denkt doch erst mal ans eigene Volk" und "Hoffentlich kommen diese Spenden auch an."

Krauß betonte am Montag auf Nachfrage, dass die gesamte Hilfsaktion mit Medikamenten und Verbandsmaterial auf ehrenamtlicher Basis erfolgte: "Da gibt es auch kein Fahrgeld oder so." Wenn jemand Anderes unterstelle, sei das schade. Die Hilfsgüter seien am Bestimmungsort eingetroffen, wie Gewährsleute bestätigten, zu denen der Zwickauer Verein ein Vertrauensverhältnis hat.

Als "besonders bedrückend" bezeichnet Krauß die Gespräche mit ukrainischen Frauen. Ihre Männer müssten in den Krieg ziehen, und die Frauen wüssten nicht, ob sie sie wiedersehen und ob ihre Kinder ohne Vater aufwachsen müssen. "Wir wollten auf der Rückfahrt in unserem Pkw ein in Sachsen arbeitendes Arztehepaar aus Kiew mit zweijährigem Kind mitnehmen. Aber weil der Mann seine Heimat verteidigen muss, deshalb nicht ausreisen darf, ist die ganze Familie dortgeblieben." Die Plätze im Auto wurden dennoch besetzt: Die Erzgebirger nahmen zwei Deutsche mit, deren Heimflug ab Lemberg gestrichen wurde und die an der Grenze gestrandet waren.

Die vielen Hilfsangebote aus dem Erzgebirge "überraschen mich und machen mich dankbar", so Krauß. Er wirbt für weitere Spenden: "Sachgüter sind derzeit nur schwer in die Ukraine zu bringen." Der Verein Partnerschaft zur Ukraine habe ein Konto bei der Sparkasse Zwickau. "Dafür, dass die Spenden bei den Betroffenen ankommen, leg' ich meine Hand ins Feuer. Der Verein arbeitet ausschließlich ehrenamtlich."

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