Das etwas andere Geburtstagsständchen für Silbermann

Der geniale Orgelbauer Gottfried Silbermann wäre heute 338 Jahre alt geworden. Ein Konzert für ihn gibt es via Internet.

Freiberg.

Sein Name ist so eng mit den von ihm geschaffenen Instrumenten verbunden, dass man beides kaum noch losgelöst voneinander betrachten kann. Gottfried Silbermann (1683-1753) schuf Orgeln von Weltruf, die auch heute noch sowohl beim Betrachter als auch beim Zuhörer für Begeisterung sorgen. Die Bedeutung Silbermanns für die Orgelmusik kann man ebenso wenig klein reden wie die für die Freiberger Region. Im Dom St. Marien am Untermarkt stehen gleich zwei Silbermann-Orgeln. Und aus gutem Grund spielt Domorganist Albrecht Koch am Dienstagnachmittag auf der größeren der beiden verschiedene Stücke.

Am heutigen Donnerstag jährt sich der Geburtstag des genialen Orgelbauers zum 338. Mal. "Es ist Tradition geworden, dass wir am 14. Januar ein kleines Konzert zu seinen Ehren geben", sagt Koch, der zugleich Präsident der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft ist. "Das geht in diesem Jahr allerdings coronabedingt nicht." Dennoch wolle man das Konzert nicht ausfallen lassen. Was früher "Orgelkonzert im Wintermantel" genannt wurde, da in den kalten Monaten im Dom kaum etwas stattfand und man das Geburtstagsständchen deshalb nur dick eingemummelt erleben konnte, geht deshalb nun online.

David Böhme von SG Musikproduktion zeichnet am Dienstag in Bild und Ton auf, wie und was Albrecht Koch spielt. Drei Stücke sind es, allesamt von Komponisten, die mit Silbermann in Beziehung zu setzen sind. Die "Toccata in A-Dur" stammt von Johann Kuhnau, Thomaskantor in Leipzig sowie Freund und Förderer des Orgelbauers. Von Johann Sebastian Bach, Wegbegleiter und Kritiker Silbermanns, erklingt die Partite diverse sopra "O Gott, du frommer Gott". Aus dem Werk des Bach-Wiederentdeckers und Kenners der Orgeln Silbermanns, Felix Mendelssohn Bartholdy, ist die Sonate 4 zu hören.

Mit verschiedenen Kameras und Mikrofonen wird das künstlerische Geschehen aufgezeichnet, später dann digital geschnitten. Ab 20 Uhr wird das Konzert dann auf dem Youtube-Kanal des Freiberger Domes sowie auf der Facebook-Seite der Silbermann-Gesellschaft weltweit abrufbar sein. Möglich machte dies die Kooperation des Domes mit der Silbermann-Gesellschaft und dem Sächsischen Musikrat.

Damit fällt das diesjährige Konzert ganz anders aus als beim letzten Mal, und das ausgerechnet jetzt, da die Orgel zum Instrument des Jahres 2021 gekürt wurde. Vor einem Jahr begrüßten Albrecht Koch und Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger rund 250 Silberstadt-Kinder im Dom, die dann auch noch alle gemeinsam zum Abschluss "Happy Birthday" sangen.

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