So wie hier am Freitagmittag in der Tellkampfschule in Hannover werden in Deutschland voraussichtlich die meisten Schulen in den nächsten Wochen aussehen - wegen der Ausbreitung des Coronavirus fällt in fast allen Bundesländern ab Montag der Unterricht aus.
So wie hier am Freitagmittag in der Tellkampfschule in Hannover werden in Deutschland voraussichtlich die meisten Schulen in den nächsten Wochen aussehen - wegen der Ausbreitung des Coronavirus fällt in fast allen Bundesländern ab Montag der Unterricht aus. Bild: Julian Stratenschulte
Sachsen
Coronakrise: Schulen und Kitas werden geschlossen

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Ab Montag ist Sachsen für die nächsten fünf Wochen unterrichtsfrei. Bis zur landesweiten Schließung von Schulen und Kitas ist die Betreuung gesichert.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat Sachsen vorübergehend die Schulpflicht ausgesetzt. Das Kultusministerium ordnete dazu eine "unterrichtsfreie Zeit" ab Montag an, während der die Schulen zunächst noch geöffnet bleiben. Fest steht aber schon jetzt, dass sie genauso wie die Kindertageseinrichtungen in Kürze landesweit geschlossen werden - wann genau, soll in der nächsten Woche entschieden werden.

Diese Schließung soll dann bis zum 17. April - und damit bis zum Ende der regulär einwöchigen Osterferien - andauern. Mit diesem zweistufigen Verfahren sollen Eltern die Möglichkeit erhalten, bis zur landesweiten Schließung eine Betreuung im häuslichen Umfeld sicherzustellen.

Bis dahin stehen die Lehrer in den Schulen in öffentlicher Trägerschaft - die freien Träger müssen selbst entscheiden - zur Betreuung bereit. Für eine Notversorgung in den Kitas wollte sich Sachsen mit den Kommunen abstimmen. Voraussichtlich am Montag sollen die Kriterien vorliegen, wie Gemeindetagspräsident Bert Wendsche (parteilos) ankündigte. Er lobte die geplanten Zwischenschritte zur Absicherung der Kinderbetreuung, damit sich "diejenigen, die in diesen Tagen in ihren Berufen unabkömmlich sind, zu 100 Prozent auf ihre Arbeit konzentrieren können".

Das Kultusministerium versicherte: "Um die Versorgung der Bevölkerung, den öffentlichen Personennahverkehr oder die medizinische Versorgung zu garantieren, wird die Betreuung für alle Kinder abgesichert, deren Eltern kein alternatives Betreuungsangebot haben."

Damit winken Sachsens Schülern nun insgesamt bis zu fünf Wochen schulfrei. Dabei waren von der Regierung bereits zweiwöchige "Coronaferien" noch in der vergangenen Woche als unverhältnismäßig erklärt worden. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) stand wie viele andere Politiker auch im Bund einer flächendeckenden Schulschließung lange skeptisch gegenüber. Zu ihren Argumenten gehörte vor allem, dass damit etwa auch Ärzte und Krankenschwestern zur Kinderbetreuung zu Hause bleiben müssten und damit bei der Bewältigung der Corona-Krise fehlten.

Sachsen ist eines von nur zwei Bundesländern, die von einer kompletten Schulschließung ab Montag abgesehen haben. Brandenburg setzt den regulären Schulunterricht erst ab Mittwoch aus. Mecklenburg-Vorpommern will am Samstag entscheiden. In allen anderen 13 Ländern sind ab Montag die Schulen zu.

Der Bundeselternrat forderte eine "Prioritätenliste", welche Berufsgruppen einen Betreuungsanspruch anmelden können, weil sie das öffentliche Leben und die Versorgung aufrecht hielten. Für die häusliche Betreuung der anderen Kinder warnte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor einem Einsatz der Großeltern: Alte Menschen zählten zur Hauptrisikogruppe.

Die Prüfungen in Sachsen sollen nach derzeitigem Stand nicht in Gefahr sein. Für das Abitur ist der Start bisher für den 22. April vorgesehen. Zugleich ordnete das Kultusministerium die Absagen aller Klassenfahrten ins In- und Ausland bis zum Schuljahresende an. Klassenfahrten innerhalb Sachsens seien bis zu den Osterferien abzusagen, danach werde die Lage neu bewertet. Auch außerschulische Veranstaltungen - wie Olympiaden, Betriebspraktika, Schüler- und Lehreraustausche - dürfen bis zum Schuljahresende nicht stattfinden. (mit dpa)

 

 

 
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