FC Erzgebirge Aue
Frust bei Erzgebirge Aue über Tor, das keines war

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Die Lage des FC Erzgebirge spitzt sich weiter zu. Aue verliert in Mannheim aufgrund eines Treffers, der niemals hätte zählen dürfen. Zudem wurde ein reguläres Tor aberkannt. Die „Freie Presse“ liefert die Geschichten zum Spiel.

Mannheim.

Der Negativlauf hält an: Auch beim SV Waldhof Mannheim bleibt der FC Erzgebirge Aue ohne Befreiungsschlag und kassiert die nächste bittere Niederlage. In einem Spiel, das einmal mehr Hoffnung auf einen Wendepunkt machte, fehlte letztlich das Spielglück. Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns sorgten für die 1:2 (1:0)- Niederlage in Mannheim. Damit spitzt sich die Lage im Abstiegskampf weiter dramatisch zu. Die „Freie Presse“ liefert die Geschichten zum Spiel.

Die Bilanz vor Anpfiff sprach eine klare Sprache: Waldhof Mannheim gehört keineswegs zu den Lieblingsgegnern des FC Erzgebirge Aue. Fünf der zurückliegenden sieben Duelle gingen an die Kurpfälzer – besonders ernüchternd die Auswärtsbilanz: Aue verlor alle drei Partien im Carl-Benz-Stadion, kassierte dabei sieben Gegentore und blieb selbst ohne eigenen Treffer. Das änderte sich diesmal. Für ein Erfolgserlebnis in Mannheim reichte es dennoch nicht.

Ein couragierter Auftritt: „Wir wollen aggressiv, intensiv und griffig sein. Wir wollen (...) Mannheim die Lust am Spiel nehmen“, erklärte Cheftrainer Christoph Dabrowski unmittelbar vor Anpfiff gegenüber „Magenta-Sport“. Gesagt, getan. Aue war giftig in den Zweikämpfen, spielte mitunter Angriffspressing und ließ Mannheims Spiel im ersten Durchgang gar nicht zur Entfaltung bringen. Sinnbildlich waren beispielsweise die Aktionen von Mittelfeldmann Luan Simnica, Linksverteidiger Moritz Seiffert (ersetzte den gelbgesperrten Jamilu Collins) und Offensivspieler Julian Günther-Schmidt, die jedem Ball hinterherjagten und leidenschaftlich Zweikämpfe führten. Für diesen couragierten Auftritt belohnte sich letztlich auch der FC Erzgebirge: Mit einem strammen Linksschuss von Marvin Stefaniak ging Aue nach einem weiten Ryan-Malone-Einwurf hochverdient in Führung (43.). Da war also der ersehnte erste FCE-Treffer überhaupt im Carl-Benz-Stadion.

Führungstreffer für die Veilchen: Torschütze Marvin Stefaniak jubelt mit Luan Simnica (l.) und Moritz Seiffert (r.).
Führungstreffer für die Veilchen: Torschütze Marvin Stefaniak jubelt mit Luan Simnica (l.) und Moritz Seiffert (r.). Foto: S. Sonntag/Picture Point

Die Bär-Chancen: Der Führungstreffer der Erzgebirger war längst überfällig gewesen, so hatte Angreifer Marcel Bär bereits zuvor innerhalb von nur vier Minuten drei richtig gute Möglichkeiten liegengelassen. Nach einer tollen Moritz-Seiffert-Hereingabe setzte der Torjäger den Ball per Volley-Direktabnahme aus zwölf Metern über das Gehäuse (19.), dann wurde er nach einem Günther-Schmidt-Steckpass zu weit nach außen getragen, um Waldhof-Torhüter-Nijhuis erfolgreich zu umkurven (20.), ehe er eine punktgenaue Stefaniak-Flanke um Haaresbreite am Tor vorbeiköpfte (23.). Bär war in gewisser Weise der tragische Held des Spiels, denn im zweiten Durchgang erzielte der Stürmer seinen Treffer, doch er zählte nicht – aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung (64.). Diese aber gab es gar nicht.

Martin Männel (r.) war bei Lovis Bierschenks Sonntagsschuss zum 1:1 machtlos.
Martin Männel (r.) war bei Lovis Bierschenks Sonntagsschuss zum 1:1 machtlos. Foto: S. Sonntag/Picture Point

Mannheim-Blitzstart und Skandaltor: Besonders bitter war das für die Erzgebirger, da Mannheim wie die Feuerwehr aus der Halbzeitpause kam und sich rasch drei Hochkaräter erarbeitete: Erst ließen Terence Boyd (46.) und Felix Lohkemper (50.) diese Möglichkeiten liegen, dann traf der erst zur Pause eingewechselte Lovis Bierschenk (50.) – ein Ausgleich, der sich in Halbzeit eins nicht angekündigt hatte. Anschließend war es ein ausgeglichenes, offenes Spiel mit den besseren Chancen für den Waldhof. Alles lief auf eine Punkteteilung hin, dann aber zimmerte Boyd einen strammen Schuss auf das Auer Gehäuse, den Martin Männel mit seiner zweiten Glanztat des Spiels an die Latte lenkte. Von dort tropfte der Ball auf die Torlinie, Aue klärte und Männel feierte seine Rettungstat. Doch plötzlich der entscheidende Pfiff: Auf Hinweis des Linienrichters entschied Schiedsrichter Timon Schultz auf Tor. Videoaufnahmen zeigten allerdings, dass das Spielgerät nicht in vollem Umfang die Torlinie überquert hatte. Der Treffer hätte niemals zählen dürfen – Fassungslosigkeit und Ärger bei den Veilchen (90.). Athletiktrainer Nils Brendel wurde vor lauter Frust mit Rot des Innenraums verwiesen.

Aue hätte an diesem Tag mehr verdient gehabt, so aber gab es die neunte Niederlage im elften Rückrundenspiel. Da Ulm zeitgleich einen Punkt in Cottbus holte, ist der FC Erzgebirge sogar noch weiter in der Tabelle abgerutscht. Die Lage spitzt sich weiter zu.

Statistik
Mannheim: Nijhuis - Ba, Klünter, Hoffmann, Abifade - Sietan, Thill (56. Rieckmann) - Asallari (46. Bierschenk), Michel (90.+3 Thalhammer) - Lohkemper, Boyd
Aue: Männel (V) - Fallmann, Malone, Zobel, Seiffert - Uhlmann (90.+3 Bornschein), Simnica (V) - Ehlers (V), Günther-Schmidt (79. Guttau), Stefaniak - Bär (85. Ocansey)
SR.: Schultz (Lehrte). Tore: 0:1 Stefaniak (43.), 1:1 Bierschenk (50.), 2:1 Boyd (90.)

 
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