Von Eigengewächs bis Japan-Import

Handball-Zweitligist EHV Aue ist in die Saisonvorbereitung gestartet. Mit dabei sind sechs Neue und die Hoffnung, dass Corona den straffen Terminkalender nicht durchkreuzt.

Lößnitz.

Goncalo Filipe Ribeiro ist glücklich - endlich wieder Handball. Der Portugiese gehört zu den sechs neuen Gesichtern im Kader des Zweitligisten EHV Aue. Der Verein geht in seine mittlerweile 95. Saison und rief an diesem Montagabend zum Trainingsauftakt in die Lößnitzer Erzgebirgshalle.

Ribeiro wurde im Vorfeld - wie der komplette 20-köpfige Kader und der Trainer-Stab - auf Corona getestet, durchweg negativ. Das Prozedere blüht den Männern um Coach Stephan Swat nun jede Woche. Dem Portugiesen, einem Rückraumakteur, ist das relativ egal. "Hauptsache, es geht wieder los", so der junge Mann, der mit Ehefrau, Kind und zwei Hunden Mitte Juli nach Lößnitz zog. Zuletzt spielte er in Österreich, hatte aber Probleme im Club. "Mein Agent empfahl Aue." Beim Probetraining passte es für beide Seiten sofort. Diesen guten Eindruck will Ribeiro ab 3. Oktober, wenn die "Saison nach Corona" starten soll, auf die Platte bringen. "Ich werde vom Verein bestens unterstützt - in allen Dingen."

Ganz neu sind zudem Maximilian Lux, der vom VfL Hagen kommt und die Position Rechtsaußen besetzt, sowie Hiromi Tsuyama als späteste Verpflichtung des Sommers. Er gilt als Ziehkind von Shinnosuke Uematsu, der lange in Aue spielte und Nationaltrainer in Japan ist. Beim Probetraining 2019 im Erzgebirge fiel Tsuyama auf und wollte unbedingt zum EHV, was er fast komplett selbst finanziert. Eine Wundertüte also? "Nein", sagt Swat. "Ich habe ihn ja gesehen und kann ihn im Rückraum gut gebrauchen." Denn die Saison sei eng getaktet und werde lang.

Den Reigen der wirklich Neuen komplettiert der 1,88 Meter große Linkshänder und Rückraum-Akteur Arnar Birkir Halfdansson (26). Der Hobbygolfer kommt aus der 1. Liga Dänemarks. Sein Landsmann Sveinbjörn Petursson (31) indes ist in Aue bekannt. "Bubi" spielte schon 2012 bis 2016 in Aue und war zuletzt Torhüter beim isländischen Erstligisten in Reykjavík. Das Sextett, das vier Abgänge kompensiert, wird durch Eigengewächs Pascal Bochmann ergänzt. Der 18-jährige Keeper rückt aus der A-Jugend auf. "Damit erfüllt sich ein großer Wunsch", sagt der Bad Schlemaer, der sich der Konkurrenz auf seiner Position bewusst ist. Immerhin streitet er mit Routinier Petursson und dem von der HSG Wetzlar ausgeliehenen Anadin Suljakovic um Einsätze. "Aber ich will durchstarten", so Bochmann.

Neu besetzt ist nach dem Weggang von Radek Musil das Amt des Torwarttrainers - mit Michael Hilbig, bisher Coach des EHV Aue II. Das Oberliga-Team wird nun von Erik Töpfer trainiert. Er ist Stammkeeper der Ersten, laboriert aber noch an einer schweren Verletzung. Hilbig will das Keeper-Trio der Ersten fördern und fordern. "Sie sind alle sehr zielstrebig."

Nach fünf Monaten Abstinenz wieder in der Halle - auch Trainer Swat war die Freude darüber anzumerken. "Alle sind recht fit. Jetzt tasten wir uns weiter ran." Dazu gehöre Kraft- und Ausdauerarbeit sowie Athletik - etwa im Trainingslager in Warnemünde, das am Freitag beginnt. "Wir wollen auch schnell mit dem Ball arbeiten, damit sich die Schulter wieder an die Bewegungen gewöhnt." Testspiele seien geplant, aber teils noch vakant.

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