10.000 Schritte für ein gesundes Leben?

10.000 - so viele zurückgelegte Schritte am Tag können laut dem Dresdner Professor Peter Schwarz viele chronische Krankheiten verhindern. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, pro Tag mindestens 10.000 Schritte zurückzulegen. Doch kann man sich wirklich gesund gehen?

Viele Menschen kümmern sich nicht ausreichend um ihre Gesundheit. Dabei kann das weitreichende Folgen haben. So muss man beispielsweise vor dem Abschluss einer Risikolebensversicherung sogenannte Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten, denn diese sind ausschlaggebend für die Kalkulation der Beiträge. Dieser Ratgeber des mehrfachen Testsiegers CosmosDirekt klärt darüber auf, welchen Stellenwert die Gesundheitsfragen bei der Antragsstellung auf eine Risikolebensversicherung haben und wie die Gesundheitsprüfung des Antragstellers überhaupt abläuft. Unterm Strich profitiert derjenige von günstigen Beiträgen, der gesund ist und keine zusätzlichen Risikofaktoren aufweist wie Rauchen.

Deshalb ist es wichtig, auf seine Gesundheit und die der Familienmitglieder zu achten. Da vor allem Übergewicht das Risiko für viele chronische Erkrankungen erhöht, beschäftigen sich diverse Studien mit der Auswirkung von Bewegung auf den menschlichen Organismus. Schließlich leiden 2,2 Milliarden Menschen weltweit an Adipositas - das ist fast jeder dritte Mensch. Als fettleibig gilt, wessen Body-Mass-Index (BMI) 30 und mehr beträgt. Doch vergleicht man die Daten, stellt sich heraus, dass Adipositas in manchen Ländern verstärkt auftritt, in anderen wiederum nicht. 

Forscher der Universität Stanford werteten im Rahmen einer Studie die Daten von Schrittzählern auf Smartphones aus, um herauszufinden, warum Übergewicht nur in manchen Ländern ein Problem darstellt. Die Datenmenge war groß; fast 720.000 Menschen aus 111 Ländern nahmen an der Studie teil. Die Forscher hatten die tägliche Bewegung der Studienteilnehmer im Zeitraum von 95 Tagen analysiert.

Beim Vergleich der Schrittzahlen der Teilnehmer stellten die Wissenschaftler fest, dass im Durchschnitt jeder etwa 4.900 Schritte pro Tag macht. Zudem fanden die Wissenschaftler eine deutliche Abhängigkeit zwischen der Wahrscheinlichkeit für Adipositas und der Verteilung der Bewegung im Land. Dementsprechend ist das Risiko für starkes Übergewicht in den Ländern besonders hoch, in denen die Schrittzahlen der Teilnehmer nicht konstant sind, sondern täglich schwanken. Legen die Teilnehmer jedoch pro Tag ungefähr gleich viele Schritte zurück, dann leiden in dem Land weniger Menschen unter Adipositas. 

Mit durchschnittlich 6.880 Schritten bewegen sich die Menschen in Hongkong pro Tag am meisten, gefolgt von der Volksrepublik China mit 6.189 Schritten. In Schweden laufen die Teilnehmer täglich rund 5.900 Schritte. Laut Jure Leskovec, der an der Studie beteiligt war, hat Schweden eine der niedrigsten Raten bei Adipositas. Die deutschen Teilnehmer legen im Durchschnitt etwa 5.200 Schritte pro Tag zurück - bei einer Adipositasrate von 14 Prozent. Auch die AOK registriert, dass ein deutlicher Bewegungsmangel in deutschen Familien herrscht. 

Doch kann eine gewisse Schrittzahl pro Tag wirklich die Gesundheit verbessern? Peter Schwarz, Professor für Prävention und Versorgung des Diabetes, vertritt die gleiche Auffassung wie die Weltgesundheitsorganisation WHO. Er trägt seit Jahren einen Schrittzähler, um zu kontrollieren, ob er auch wirklich auf 10.000 Schritte pro Tag kommt. Schwarz ist aus diversen Gründen von dem positiven Effekt überzeugt, den dieses Schrittpensum auf den menschlichen Organismus hat. Bei Volkskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Zeugungsunfähigkeit sind oft Hormone der Auslöser, und diese werden in den Fettdepots gebildet. Durch die Bewegung verbrennt der Körper jedoch Energie, die wiederum nicht in Form von Fett im Körper gespeichert werden. So entstehen weniger Hormone.

Tatsächlich handelt es sich bei der spezifischen Zahl jedoch um eine reine Marketing-Kampagne, die ihren Ursprung im Jahr 1964 hat. Die Firma Yamasa Tokei brachte anlässlich der Olympischen Spiele in Tokio einen Schrittzähler mit dem Namen "Man-po-kei" auf den Markt, was übersetzt so viel wie "Der 10.000-Schritt-Zähler" heißt. Daher kommt der Mythos, man könne sich mit 10.000 Schritten pro Tag gesund gehen. Wichtiger ist jedoch vielmehr die Bewegung an sich, egal, ob es nun 3.000 oder 5.000 Schritte sind. Abhängig sollte man das vor allem von der individuellen physischen Verfassung machen, denn während 5.000 tägliche Schritte für einen Sportmuffel die Überwindung des inneren Schweinehundes bedeuten, fühlen sich regelmäßige Jogger davon unterfordert. 

Solche festen Schrittzahlen sind vielmehr ein allgemeiner Ansporn, sich im Alltag mehr zu bewegen. Das Tracken der Schritte mit einem Fitnessarmband oder Smartphone hilft Einsteigern, einen Überblick über ihr Bewegungspensum zu bekommen und gegebenenfalls die Anzahl der Schritte nach oben oder unten zu korrigieren - je nachdem, wie der Körper auf die gesteigerte Bewegung reagiert. Man kann beispielsweise eine Station früher aus dem Bus oder der Bahn steigen und den Rest zur Arbeit oder nach Hause zu Fuß gehen. Auch der Verzicht auf den Fahrstuhl macht sich in einem Plus an Schritten bemerkbar. Nach einer gewissen Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, wie viel Bewegung der eigene Körper benötigt, um fit zu bleiben. Wer sich gesund ernährt und regelmäßig bewegt, der profitiert unterm Strich also doppelt: Durch eine erhöhte körperliche Leistungsfähigkeit und geringere Kosten bei der Risikolebensversicherung. 

 

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