Instrument erinnert an Mond-Mission

Beim gut besuchten Mondkino hat sich am Samstag im Rodewischer Sternwarten-Gelände alles um das Thema erste bemannte Mondlandung vor 50 Jahren gedreht.

Rodewisch.

Was hat ein Instrument, dem ohne jegliche Berührung Töne entlockt werden, mit dem Mond zu tun? Einiges, erfuhren die Gäste beim Mondkino am Samstagabend in der Rodewischer Schulsternwarte. Bis dahin mussten sie sich aber etwas gedulden. Denn der Nachmittag gehörte "kleinen Astronauten". Dabei lief das Kinderkino auf Hochtouren, und nebenan im Planetarium konnten sich Besucher spannende Vorführungen genehmigen. Anlass war ein Meilenstein der Raumfahrt-Geschichte: Exakt vor 50 Jahren landeten erstmals Menschen auf dem Erdtrabanten.

Am Nachmittag sei schon "ein ganzer Schwung" da gewesen, berichtete Matthias Ditscherlein vom organisierenden Verein Insel-Kino. Ungefähr 100 Interessierte ließen sich danach die beiden Hauptattraktionen nicht entgehen: Zu später Stunde den mehrfach preisgekrönten Film "Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen" über drei afroamerikanische Mathematikerinnen, ohne deren geistige Vorarbeit weder Raumfahrten noch Mondlandungen möglich gewesen wären. Und davor ein Konzert mit Fokus auf jenes Instrument, das sich als einziges nur freihändig spielen lässt und das Theremin heißt.


Zwar hatten die Organisatoren 200 Abendkino-Stühle herangeschafft. Dass letztendlich etwa die Hälfte leer blieb, störte nicht weiter. "Es war eine richtig schöne Stimmung", zog Vereinsvorstand Matthias Ditscherlein Bilanz. "Die Leute haben sich auch sehr aufmerksam das Konzert angehört." Kein Wunder. Denn Gelegenheiten wie diese gibt es nur äußerst selten. Ditscherlein schätzt, dass deutschlandweit ganze zehn Konzerte im Jahr gegeben werden, in denen das Theremin vorkommt. Noch dazu erlebte das Publikum eine Weltpremiere: Detlef Everling und Matthias Brückner präsentierten die meisten ihrer 15Titel erstmals live.

Detlef Everling wohnt in Annaberg-Buchholz, ist Berufshornist und machte das Theremin im Jahr 2011 zu seinem ständigen musikalischen Begleiter. Michael Brückner aus Mainz steht ihm seit 2006 mit Synthesizer und Keyboard zur Seite. Lange Zeit kooperierten die beiden nur über soziale Netzwerke und produzierten auf diese Weise 2013 ihr erstes Album. "Im Januar haben wir uns erstmals von Angesicht zu Angesicht getroffen", erzählte Detlef Everling.

Zu dem ungewöhnlichen Instrument brachte ihn seine Begeisterung für Science-Fiction-Filme. Dort sind Theremins öfter anzutreffen. "Das Schwere ist, dass man mit Luft arbeiten muss", beschrieb der Musiker deren Funktionsweise. "Man holt quasi Töne aus der Luft." Beim Theremin werden also Laute lediglich durch die elektrische Kapazität des menschlichen Körpers und ein elektromagnetisches Feld erzeugt. Dabei macht der Abstand beider Hände zu zwei Antennen letztendlich die Musik: Eine Hand regelt auf diese Art und Weise die Tonhöhe, die andere die Lautstärke.


Mondlandung mit Musik

Theremins haben einen direkten Bezug zum Mond. Der erste Mensch auf dem Erdtrabanten war ein erklärter Fan dieses Ausnahme-Instruments: Neil Armstrong hatte während der Mission zwei Kassetten an Bord. Eine davon war das Album "Music out of The Moon" mit Theremin-Klängen. (dien)

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