Abiturient taucht ein in das Leben der Benediktiner

Der Frankenberger John Tränkner begibt sich auf historische Pfade und wird dafür mit dem sächsischen Landespreis für Heimatforschung belohnt.

Frankenberg/Dresden.

Jedes Jahr zeichnet das sächsische Staatsministerium für Kultus ehrenamtliche Hobbyforscher für ihre Bücher, Videobeiträge und Aufsätze aus, die sich mit der Geschichte Sachsens befassen. Insgesamt wurden dieses Jahr 105 Arbeiten eingereicht, neun Autoren wurden ausgezeichnet. Von Schülern wurden 26 Arbeiten eingereicht, wobei es drei Preise zu vergeben gab. Einer davon ging nach Frankenberg.

Der ehemalige Abiturient des Martin-Luther-Gymnasiums, John Tränkner, verfasste als Besondere Lernleistung (BeLL) eine Arbeit über den "Einfluss der Reformation auf das Benediktinerkloster Chemnitz und seine Nutzung in der Folgezeit" im Fach Geschichte. Dafür erhielt er den mit 500 Euro dotierten Schülerpreis für Heimatforschung. "Auf das Thema bin ich über das Projekt der Robert-Bosch-Stiftung: ,Denk mit, denk nach! Mittelalter-Rezeption in deiner Stadt' gekommen. 875 Jahre Chemnitz bildeten dabei den Ausgangspunkt. Gemeinsam mit der Technischen Universität Chemnitz und den Gymnasien Frankenberg sowie Einsiedel wurde das Mittelalter der Stadt Chemnitz erforscht. Fünf Arbeitsgruppen untersuchten hierzu die Roland-Figur, das ehemalige Benediktinerkloster, das Judith-Lucretia-Portal, den Roten Turm sowie verschiedene Heiligenfiguren", so John Tränkner.

2015 trat er der Arbeitsgemeinschaft "Wissenschaftliches Arbeiten" am Frankenberger Martin-Luther-Gymnasium bei. "Nach den ersten Recherchen zur Stadtgeschichte ist mir die wichtige Rolle des Benediktinerklosters für die Stadt Chemnitz bewusst geworden", so Tränkner. "Unter anderem bin ich den Fragen nachgegangen, wie sich die Reformation auf das Benediktinerkloster Chemnitz auswirkte und welche Funktionen das Klostergebäude nach seiner Auflösung einnahm. Des Weiteren beinhaltet meine Arbeit die Rolle der Klöster in der Gegenwart", so der jetzige Student.

"In Interviews mit dem Prior des Klosters Wechselburg und einer ehemaligen Novizin konnte ich den Fragen nachgehen, welche Beweggründe es heute gibt, in ein Kloster einzutreten, wie sich der klösterliche Alltag in der Gegenwart gestaltet und ob Klöster eine Zukunftsperspektive haben", so Tränkner.

"Meine Arbeit ist als sogenannte Besondere Lernleistung als mündliche Prüfung in die Abiturnote eingeflossen. Darüber hinaus wurde ich über das Projekt und an die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens, der Archivarbeit herangeführt. Besonders die wissenschaftlichen Techniken helfen mir nun im Studium besonders weiter", sagte Tränkner.

Der Student schloss 2018 sein Abitur am Martin-Luther-Gymnasium mit einem Durchschnitt von 1,1 ab und studiert heute Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt am Main. Seine Verbindung zur Heimat hat er nicht verloren: "Ich bin in Frankenberg aufgewachsen. Wenn ich an die Stadt und Chemnitz denke, verbinde ich damit vor allem Familie und Freunde", sagte John Tränkner.

"Vielleicht ermutigt diese Preisverleihung auch jetzige Schüler unseres Gymnasiums, sich intensiver mit der eigenen Geschichte und ihrer Umgebung zu beschäftigen. Wir Geschichtslehrer unterstützen sie gern dabei", so Sabine Dunkel, Geschichtslehrerin am Martin-Luther-Gymnasium Frankenberg in einer Pressemitteilung.

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