Dauerleihgabe ist Glücksfall für Landschaftskunst-Sammlung

Vor 90 Jahren - im Jahre 1929 - verließ Alfred Hofmann das Lehrerseminar Stollberg in Richtung Dresden. Nun kehrt der Weihnachtsmaler gewissermaßen zurück. Ein Teil des Nachlasses ist dem Bergbaumuseum als Dauerleihgabe übergeben worden. Wie kam es dazu?

Oelsnitz.

Einen wahren Schatz durfte Heino Neuber jüngst in Dresden für das Bergbaumuseum in Oelsnitz heben. Es ging dabei um Teile des Nachlasses des Erzgebirgs- und Weihnachtsmalers Alfred Hofmann, den gleich drei Beinamen zieren - einer nach seiner produktivsten Wirkungsstätte Stollberg. So schrieb es Horst Rößler einst in einem Text über den Maler für das Bergbaumuseum. "Viele der Blätter sind örtlich zuzuordnen und somit zeitdokumentarisch wertvoll", sagt Sammlungsleiter Heino Neuber.

Der Volkskünstler Alfred Hofmann-Stollberg ist am 16. Oktober 1882 in Oberplanitz bei Zwickau geboren worden. Zwischen 1910 und 1929 war er als Studienrat am Lehrerseminar Stollberg tätig und für dieses laut Rößler ein "außerordentlicher Gewinn", prägte er doch dort das hohe Niveau. Stollberg wurde auch richtungsweisend für sein künstlerisches Schaffen. Dort entstanden ganze Folgen von Radierungen, Holzschnitten sowie Buch- und Kalenderillustrationen. "Besonders bekannt sind die Haus- und Heimatkalender sowie das Goldene Weihnachtsbuch von Kurt Arnold Findeisen, das er illustriert hat", so Neuber.

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Das Bergbaumuseum hatte bereits vor der Dauerleihgabe eine Holzschnittmappe antiquarisch angeschafft. Nun kann die Sammlung erzgebirgischer Landschaftskunst, die in Schlettau gezeigt wird, mit Aquarellen, Druckvorlagen und etlichen Skizzenbüchern ergänzt werden. "Die Urenkel des Malers sind per E-Mail auf uns zugekommen", berichtet Neuber von dem Glücksgriff. "Wir haben nicht lange gewartet und den Nachlass in Dresden gesichtet." Drei Mal ist Neuber in die Landeshauptstadt gefahren. "Der Nachlass ist für unsere Sammlung eine große Sache. Auch wegen der Nähe zur Wirkungsstätte des Malers. Es ist ein Glückstreffer", schätzt Neuber. Zahlreiche seiner Motive seien von Postkarten oder aus Büchern bekannt.

Das Material wird nun mithilfe von Alexander Stoll gesichtet und sortiert. Doch schon jetzt wagt Neuber eine Prognose: "Es ist vieles dabei, was bisher niemals öffentlich gezeigt worden ist." Nun sollen diese Stücke dafür vorbereitet werden, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Die künftigen Betrachter dürfen sich auf ein breit gefächertes Portfolio freuen. "Mich beeindrucken vor allem die unterschiedlichen Stimmungen, die Hofmann-Stollberg in seinen Arbeiten eingefangen hat. Das hat großes Potenzial", betont Neuber.

Gleichwohl Neuber und sein Team noch ganz am Anfang der Erfassung des Materials sind und durch den Museumsumbau auch daneben genug zu tun ist, hat der Sammlungsleiter schon Pläne für die ferne Zukunft. "Vielleicht können wir eine Monografie in Angriff nehmen", stellt er in Aussicht.

Dass das Bergbaumuseum überhaupt in den Genuss dieser Dauerleihgabe gekommen ist, weiß Neuber durchaus zu schätzen: "Das sind schon Schätze, die einem übergeben werden. Das ist ein hoher Vertrauensbeweis seitens der Familie."

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