Zirkustiere brauchen extra viel Wasser

Die Temperaturen der vergangenen Tage machten nicht nur den Menschen zu schaffen, sondern auch den Tieren, die mit dem Circus Paul Busch in Thalheim gastierten. Der Chef des Unternehmens spürt den Sommer aber noch an einer anderen Stelle.

Thalheim.

Der Circus Paul Busch hat im fünften Jahr seines Bestehens unter diesem Namen mit einem starken Konkurrenten zu kämpfen: dem Wetter. "Es ist einfach viel zu warm, die Leute gehen lieber ins Bad als in den Zirkus", sagte Henry Frank, Geschäftsführer des Unternehmens. Unter dem Motto "Arena der Attraktionen" gastierte der Zirkus im 250. Jahr des Bestehens der Zirkuskunst an diesem Wochenende mit sechs Vorstellungen in Thalheim. Das bunte Programm reichte von Hochseilartistik über Clownerie bis zu Tierdressuren.

Die Folge der extremen Witterung bekommen die insgesamt 35 Mitarbeiter im Alter von 18 bis 35 Jahren direkt zu spüren. Viel zu wenig Besucher wollten waghalsige Artistik und außergewöhnliche Fähigkeiten der Tiere sehen. "Die Abkühlung am Freitag hat sich zum Glück sofort positiv auf die Besucherzahlen ausgewirkt", freute sich der verheiratete Vater von drei erwachsenen Söhnen. Dennoch: "Die Einnahmen haben in diesem Sommer oft gerade einmal die Unkosten gedeckt. Dazu kommen etwa doppelt so viel Strom- und Wasserkosten wie in normalen Sommern." Henry Frank, vor 45 Jahren im Zirkus geboren, hat so etwas noch nicht erlebt. Bis 2013 war der gebürtige Greifswalder Chef des Zirkus Arena. Seitdem ist das Unternehmen mit dem von Paul Busch, dem Urenkel des Gründers der Busch-Zirkusdynastie, gepachteten Namen unterwegs.

Ein bis zwei Vorstellungen präsentieren sie täglich bei ihren Gastspielen, egal ob Hitze oder nicht. In dem stattlichen Familienverbund wird einiges dafür getan, damit Beschäftigte, Tiere und Zuschauer gut damit zurechtkommen. Besondere Rücksicht wird auf die Tiere genommen, sind sie doch neben Artisten und Clowns eine Säule des klassischen Zirkus. "Wir achten darauf, dass sie den schattigsten Platz am Standort bekommen", erläuterte Henry Frank. Außerdem werden die Vierbeiner in ihren überdachten Boxen mehrmals täglich abgeduscht. Und sie dürfen auch etwas behäbiger als sonst sein.

Einen extremen, weil wohl wärmsten Arbeitsplatz in der Manege haben die Hochleistungsartisten, die ihre Kunststücke direkt unter der Zirkuskuppel zeigen. In 17 Meter Höhe staut sich die Wärme auf bis zu 50 Grad Celsius, so Frank. Für angenehme Temperaturen im Besucherbereich des schmucken, rot-weiß-blauen Viermastzeltes, das bis zu 900 Zuschauern Platz bietet, sorgen natürlicher Luftaustausch und wahlweise Frischluftgebläse. Mit weit geöffneten Wänden und Öffnungen im oberen Bereich des Zeltes wird bis zum Beginn der Vorstellung Durchzug geschaffen.

Wer den Circus Paul Busch in Thalheim verpasst hat: Von Freitag bis Montag gastiert er in Annaberg-Buchholz auf dem Festplatz im Barbara-Uthmann Ring. Vorstellungen: Freitag, 17 Uhr; Samstag, 17 und 20 Uhr; Sonntag, 11 und 15 Uhr; Montag, 15 Uhr.

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