Freiberg feilt am Radwegenetz

Mit Vorschlägen zur Verbesserung des Radverkehrs in der Stadt wandte sich ein Leser aus Weißenborn an die "Freie Presse". Mit manchen Ideen rennt er halb offene Türen ein.

Freiberg.

Radfahrer aus Richtung Südwesten sowie dem Muldental sollen die Freiberger Altstadt bald einfacher erreichen können. Das sagten Baubürgermeister Holger Reuter (CDU) und Tiefbauamtschef Tom Kunze der "Freien Presse". Sie reagierten damit auf einen Brief zum Thema, mit dem sich der Weißenborner Radfahrer Thomas Hell an die Redaktion gewandt hatte.

Demnach will das Rathaus, wenn die Bauarbeiten dort in diesem Jahr beendet sind, die Silberhofstraße für Radfahrer in beide Richtungen freigeben. Die können künftig somit zwischen Saxonia-Gelände und Innenstadt die viel befahrene Frauensteiner Straße meiden und über die Dammstraße und die Silberhofstraße ausweichen. Das werde auch entsprechend ausgeschildert. Außerdem plant derzeit ein Ingenieurbüro den Umbau der einstigen Eisenbahntrasse zwischen Knappenweg und Dresdner Straße zum Radweg. Einst fuhren dort Züge der Strecke Freiberg-Halsbrücke. Perspektivisch soll die gesamte Bahnstrecke Radweg werden, Halsbrücke legte auf seinem Gebiet bereits vor.

Ein weiterer Punkt betrifft den Muldentalradweg. Der soll künftig durch Freiberg führen. "In den nächsten Wochen" wird die Beschilderung geändert, so Kunze. Wegweiser führen die Radler dann von Hilbersdorf über Halsbach, Hammerberg und Himmelfahrtsgasse in die Stadt. Das ist für die Verwaltung aber nicht der Weisheit letzter Schluss. Nach deren Vorstellungen soll der Muldentalradweg künftig bereits ab Weißenborn in Richtung Freiberg führen. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr plant aktuell den Weg zwischen Weißenborn und Freiberg, der weitgehend parallel zur Staatsstraße führen soll. Zum Baubeginn könne noch nichts gesagt werden, so das Amt kürzlich.

Allgemein, betont Kunze, werden die Belange des Radverkehrs bei jeder Bauplanung in der Stadt berücksichtigt, und die beschlossene Radwegekonzeption auch Stück für Stück verwirklicht. Von schlecht funktionierendem Radverkehr könne keine Rede sein.


Die Vorschläge aus Weißenborn - und die Antworten der Stadtverwaltung

Thomas Hell aus Weißenborn ist viel mit dem Rad unterwegs. Er könne beurteilen, wie schlecht es im Freiberger Raum um den Radverkehr steht, schreibt er. Hier seine Ideen - und die Antworten der Verwaltung.

Punkt 1: Nirgends finde man Radfahrstreifen auf so einer engen, viel befahrenen Straße wie vom Schwanenschlösschen zum Donatsturm, so Thomas Hell. Zumal es an der Stadtmauer eine Möglichkeit gebe: "Rund um die Altstadt könne man außer von der Bebelkreuzung zum Kornhaus einen Radweg herrichten."

Antwort Rathaus: Die Schutzstreifen auf Donats- und Meißner Ring entsprechen mit einer Breite von 1,25 Metern den Vorschriften, die Straße ist breit genug. Die Ringanlage steht unter Denkmalschutz, der Bau eines Radwegs ist daher nicht möglich. Die Benutzungsordnung für den Albertpark und die dazugehörigen Anlagen erlaube Radfahren auf den Hauptwegen bei gegenseitiger Rücksichtnahme: "Diese Regelung hat sich seit Jahren bewährt."

Punkt 2: Breite Fußwege wie an der Halsbrücker Straße sind anderswo in beide Richtungen als Fußradweg frei, sagt Hell.

Antwort Rathaus: Innerstädtisch dürfen straßenbegleitende Gehwege nur in Fahrtrichtung für Radfahrer freigegeben werden. Entlang der Halsbrücker Straße ist der Gehweg stadtauswärts wegen des Anstiegs für Radfahrer nutzbar, da sie langsam unterwegs sind. Stadteinwärts wurde ein Fahrradschutzstreifen markiert.

Punkt 3: Vom Kreisverkehr über die Frauensteiner Straße bis zur Pama hätten die Planer die Absenkung der Bordsteine in den Kreuzungsbereichen einplanen sollen, so Hell.

Antwort Rathaus: Die Verkehrsfläche der Frauensteiner Straße ist meist nicht breit genug, den Gehweg für Radfahrer freizugeben.

Punkt 4 und 5: An den Zufahrtsstraßen nach Freiberg sind dringend Radwege außerhalb der Straßen nötig, findet Thomas Hell. So in Richtung Hilbersdorf sowie zwischen dem Hillweg in Zug und Weißenborn.

Antwort Rathaus: Ein Radweg entlang der Hilbersdorfer Straße ist wegen der geplanten Umgehungsstraße sowie erheblichen Aufwands inklusive Grunderwerb im Bereich der Einmündung in die Hüttenstraße nicht möglich. Der Radweg von Weißenborn zur Rosine wird derzeit geplant.

Punkt 6 und 7: Weitere Vorhaben sind ein Radweg auf der alten Bahntrasse vom Knappenweg zur Dresdner Straße sowie die Freigabe der Silberhofstraße für Radfahrer in beide Richtungen.

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