Kein Platz mehr frei im Dom

Rund 500 Kinder waren zur Geburtstagsparty für Gottfried Silbermann gekommen. Die Organisatoren waren überwältigt.

Freiberg.

Scheinbar von überall her strömten am Dienstagmorgen zahlreiche Schülergruppen sternenförmig hin zum Freiberger Dom. Sie alle waren eingeladen zu einer besonderen Geburtstagsfeier, nämlich der des berühmten Orgelbauers Gottfried Silbermann. Der wäre an diesem Tag 337 Jahre alt geworden. Dass der Jubilar aus nachvollziehbaren Gründen nicht selber erscheinen konnte, fiel bei einer derart imposanten Zahl an Gästen kaum ins Gewicht.

"Wir haben 450 Schüler eingeladen", sagte Albrecht Koch, Domorganist und Präsident der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft. "Aber so wie es aussieht, sind deutlich mehr gekommen." Wohl an die 500 waren es. Koch und Küster Otto Schröder mussten noch extra Bänke heranschaffen, damit alle Platz fanden.

"Seit Silbermanns 333. Geburtstag begehen wir das Datum regelmäßig", sagte Koch. "In diesem Jahr ist es erstmals für und mit Kindern konzipiert." Ebenfalls zum ersten Mal kooperiert die Domgemeinde dabei mit der Stadt Freiberg. Die Einladung an die Schüler kam ebenso von Oberbürgermeister Sven Krüger, der die Anwesenden mit einigen Worten auf das kleine Konzert einstimmte. So fragte er ab, ob auch alle Schüler aus Grund- und Oberschulen bei "Happy Birthday to you" textsicher waren, was laut bejaht wurde. Dieses Lied bildete dann das Finale, das die 500 Kinderstimmen gemeinsam mit der Großen Silbermannorgel gestalteten.

Zuvor gab es ein bunt gemischtes Programm. Albrecht Koch stimmte klassisch ein mit Stücken von Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach. Donnernder Applaus war sein gerechter Lohn dafür, weshalb es ihm wohl gleich noch ein wenig mehr Spaß machte, der Orgel einige eher ungewöhnliche Melodien zu entlocken. Denn "Eine Insel mit zwei Bergen" hört man in dem Gotteshaus wohl mindestens ebenso selten wie Melodien aus Disney-Filmen.

Er wolle damit das Interesse der jüngeren Generation an Orgelmusik wecken, meinte Albrecht Koch. "Ich bin begeistert, auf welche Resonanz die Einladung trifft", sagte er. Wissenswertes über den für Freiberg so bedeutsamen Orgelbaumeister gab es für die Schüler obendrein.

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