"Rezept" für Leichtmetallbleche soll in zwei Jahren stehen

Leichte Bleche mit Magnesium können Fahrzeugbau, Luftfahrt und Bauwesen helfen, Ressourcen und Geld zu sparen. Unternehmen erhalten dafür eine digitale Herstellungsanleitung, mit der sie neue Leichtbaustoffe noch schneller entwickeln können. Das Konzept erarbeiten Freiberger Forscher.

Freiberg.

Zwei Jahre - dieses Ziel nennt Dr. Madlen Ullmann, von der TU Bergakademie Freiberg, bis die neuen Leichtmetallbleche aus Magnesium reif sind für eine industrielle Anwendung. Ullmann ist Gruppenleiterin und stellvertretende Direktorin am Institut für Metallformung. Sie koordiniert das Projekt und will in etwa zwei Jahren eine digitalisierte Prozesskette für die Leichtmetallbleche einsatzfähig haben. Davon sollen insbesondere kleine und mittelständische, sächsische Unternehmen profitieren.

In der Leichtbau-Allianz Sachsen forschen die Freiberger Metallformer gemeinsam mit Wissenschaftlern der Technischen Universitäten in Chemnitz und Dresden an Prozessen für die Leichtbau-Produktion. Sie stellen einen digitalen Fahrplan für die Produktion von tapeverstärkten Leichtmetallprofilen aus Magnesium auf. Unternehmen sollen die neuen Leichtbaustoffe noch schneller entwickeln und zur Marktreife führen können. Innovative Leichtbau-Halbzeuge werden laut Madlen Ullmann beispielsweise in Fahrzeugbau, Luftfahrt oder Bauwesen eingesetzt. Ein Tape ist ein faserverstärktes Band, das auf die vorgeformten Leichtmetallbleche gebracht wird. Dadurch wird das Blech verstärkt, die mechanischen Eigenschaften werden verbessert.

Via Simulation untersuchen die Forscher nun den Herstellungsprozess und prüfen sie auf ihre Anwendung in der Praxis: Wie gelingt die Warmumformung der Leichtmetallbleche? Beziehungen zwischen dem Werkstoff, seiner Struktur und äußeren Einflüssen werden entschlüsselt. "Aus diesen Daten soll eine digitale Abbildung entstehen, mit der die Wissenschaftler die Teilprozesse während der Fertigung am PC steuern und vorhersagen können", erklärt Ullmann. Die digitale Steuerungsmethode soll universell einsetzbar sein und Unternehmen ermöglichen, Kosten und Risiken bei der Herstellung zu senken.


Sachsen forschen gemeinsam

Das Forschungsprojekt dahlia (digitale Technologien für hybride Leichtbaustrukturen) ist ein Verbundprojekt der Leichtbau-Allianz Sachsen und mehrerer sächsischer Hochschulen. Dr. Madlen Ullmann, Gruppenleiterin für Leichtmetalle und stellvertretende Institutsdirektorin am Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg, koordiniert es für die TU Bergakademie Freiberg. Weiter beteiligt sind die TU Chemnitz sowie die TU Dresden. Das Projekt läuft bis März 2022 und wird mit 3,8 Millionen Euro aus Mitteln des Freistaates sowie der Europäischen Union gefördert. (grit)


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