Kretschmer gegen pauschale Kritik an Corona-Demonstranten

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat davor gewarnt, alle Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen über einen Kamm zu scheren. «Ich respektiere, dass Menschen demonstrieren und warne davor alle Proteste in einen Topf zu werfen», sagte der CDU-Politiker der «Sächsischen Zeitung» (Freitag). Zugleich warnte er in dem am Dienstag geführten Interview vor einer möglichen «Unterwanderungen von Leuten», «die alles nutzen, um Stimmung zu machen und auch falsche Informationen streuen». Im sächsischen Pirna hatten erst am Mittwoch wieder etwa 200 Menschen gegen Corona-Beschränkungen demonstriert. 30 von ihnen griffen die Polizei an, ein Beamter wurde verletzt.

Kretschmer wandte sich gegen den Vorwurf vieler Demonstranten, die Bevölkerung solle bewusst in Angst und Schrecken versetzt werden. Es gebe viele juristische Mittel, um sich gegen staatliche Maßnahmen zur Wehr zu setzen, und vielerlei Möglichkeiten, seine Meinung zu artikulieren. «Deshalb halte ich es schlichtweg für unbegründet, was da gesagt wird.» Hinsichtlich der für Freitag geplanten Lockerungen verwies er auf die Eigenverantwortung der Sachsen.

Zugleich räumte Kretschmer Fehler bei der Lockerung der Schutz-Maßnahmen ein. «Keine Frage, das hat oft zu lang gedauert», sagte er etwa im Hinblick auf das späte Zustandekommen konkreter Lösungen für Gaststätten- und Hotel-Betreiber.

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15Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    Interessierte
    16.05.2020

    „Demonstrierende nicht pauschal ausgrenzen“
    https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Wissenschaftler-Demonstrierende-nicht-pauschal-ausgrenzen-457833.html

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    2
    Interessierte
    16.05.2020

    Und die Lehrer , die waren aber zuhause , die hatten im HomeOffice die Kinder unterrichtet .

  • 0
    2
    Interessierte
    16.05.2020

    Ich dachte da an die Verwaltung …….
    Da sitzen ja` auch u.a. welche im Rathaus und im Technischen Rathaus …
    Das sind die guten Gehälter , die da täglich unterwegs sind im Berufsverkehr und nun aber ´trotz` der Corona-Krise ´nichts` einbüßen müssen an Geld …..

  • 11
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    Sterntaler
    14.05.2020

    @Interessierte, wieder solche verdrehten Pauschalisierungen. Es waren/sind gewiss nicht alle Arbeiter in Kurzarbeit, auch wenn es leider viele getroffen hat. Hätten Sie eigentlich die Polizeibeamten in kurzarbeit schicken wollen? Oder die Beamten die für Kinder- und Wohngeldauszahlungen zuständig sind? Aber dann bestimmt meckern, wenn Bescheide und Geld nicht rechtzeitig kommen, oder was? Die Arbeit muss ja auch erledigt werden.

  • 13
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    Gegs
    14.05.2020

    @ Interessierte:

    Vielleicht liegt es daran, dass viele Beamten rund um die Uhr arbeiten mussten, um den Laden am Laufen zu halten. Ich denke nur an die Schaffung und Umsetzung von Hilfsmöglichkeiten für die Wirtschaft; die Organisation der Rückkehr 100.000 Deutsche aus dem Ausland etc. pp. Irgendwie sind sie auch Helden der Pandemie.

  • 2
    13
    Interessierte
    14.05.2020

    Also neben den Politikern waren auch die Beamten nicht in Kurzarbeit , nur die Arbeitnehmer ( Arbeiter) , kam in "Unter den Linden" nach 10 min …

  • 13
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    MuellerF
    14.05.2020

    "Sie schreiben im Geist der Zeit."

    Das ist mir völlig wurscht!
    Was wahr ist & was nicht, hängt nicht vom "Geist der Zeit", sondern von überprüfbaren Fakten-oder eben deren Fehlen!

  • 9
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    Malleo
    14.05.2020

    Müller.
    Sie schreiben im Geist der Zeit.
    Die Dramatisierungsreserven sind unendlich!

  • 10
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    MuellerF
    14.05.2020

    "Die Chance, sich gegen staatliche Maßnahmen juristisch erfolgreich zu wehren, ist genau so hoch, wie die Wahrscheinlichkeit, an Corona zu sterben."

    Wie kommt es dann, dass gegen einzelne Beschränkungen ERFOLGREICH geklagt wurde?

  • 7
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    MisterS
    14.05.2020

    Die Chance, sich gegen staatliche Maßnahmen juristisch erfolgreich zu wehren, ist genau so hoch, wie die Wahrscheinlichkeit, an Corona zu sterben.
    Genau wie die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern, ohne sofort in Schubladen und bestimmten Gruppen zugehörig, eingeordnet zu werden. Ich denke, mit diesen Worten will sich unser Ministerpräsident selbst ein gutes Gefühl verschaffen, den er weiss natürlich, wie prekär die Lage wirklich ist.

  • 25
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    MuellerF
    14.05.2020

    Von "Unterwanderung" dieser Demos kann oftmals keine Rede sein- die Initiatoren sind bekannt dafür, auch abseits von Corona jeden Pups zu einer "Verschwörung" aufzublasen - denen geht es nicht um legitime Kritik, sondern um einen Systemwechsel und den ganz sicher nicht in Richtung mehr Demokratie.

  • 9
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    Malleo
    14.05.2020

    Nach Herrn Vosskuhle, BVG sind durch die Maßnahmen gegen die Pandemie keineswegs dazu geeignet, den Rechts- und Verfassungsstaat in Frage zu stellen.
    Wer Lust hat, kann sich mal den Artikel der WELT 207947009 anschauen.

  • 15
    15
    gelöschter Nutzer
    14.05.2020

    "Kretschmer wandte sich gegen den Vorwurf vieler Demonstranten, die Bevölkerung solle bewusst in Angst und Schrecken versetzt werden. Es gebe viele juristische Mittel, um sich gegen staatliche Maßnahmen zur Wehr zu setzen, und vielerlei Möglichkeiten, seine Meinung zu artikulieren. «Deshalb halte ich es schlichtweg für unbegründet, was da gesagt wird.»"

    Wie viel von Kretschmers Worten kommt bei den "Demonstranten" an? Außer der Überschrift?

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    Franziskamarcus
    14.05.2020

    In Thüringen z.B. gibts ganz andere Überlegungen, den friedlichen Demonstranten Herr zu werden. Gesundheitsministerin Werner (Linke) kann die Demos (Ausübung des Art.8 Grundgesetz) gar nicht nachvollziehen (pers.Meinung) und fordert hartes durchgreifen. Angeblich geht es ihr dabei nur um „Mundschutz und Abstände“.

    https://www.welt.de/regionales/thueringen/article207897561/Corona-Proteste-Gesundheitsministerin-appelliert-an-Polizei.html

    Zur Ergänzung: Lt. Wiki:Frau Werner war hauptberufliches Mitglied der FDJ-Kreisleitung und ist seit 1988 Genossin der SED. In der DDR begann sie ein Studium des Marxismus-Leninismus. Einen Abschluss, auch einen Beruflichen, hat sie bis heute nicht.
    Erinnert mich an 1989, da gab es auch "Scharfmacher" der SED, die die Polizei für sich benutzen wollten. Damals gab es allerdings keinen Art.8 GG, was Frau Werner anscheinend besser gefallen würde.

  • 23
    5
    Hinterfragt
    14.05.2020

    Herr MP wieder ein Sympathiepunkt mehr bei mir.