Warum gibt es im Postamt nicht alle aktuellen Briefmarken?

Da ich Philatelist bin, lege ich Wert darauf, alle Briefmarken zu bekommen. Warum gibt die Deutsche Post Marken heraus, die es dann in den Postämtern nicht zu kaufen gibt? Zum Beispiel im März: Alpenveilchen, 100 Cent? (Diese Frage hat Rolf Pohlers aus Zwickau gestellt.)

Man könnte ja meinen, das ist wie in der DDR. Da gab es sogenannte Sperrwerte, Sondermarken, an die der DDR-Sammler nur mit Sammlerausweis herankam oder die gegen Devisen exportiert wurden.

Tatsächlich aber verhält es sich so: Bei der Vielzahl an im Umlauf befindlichen Briefmarken sei es nicht möglich, jede einzelne in den Filialen der Post oder in den Post-Verkaufspunkten, die sich zum Beispiel in einem Supermarkt befinden, vorrätig zu halten. Das teilt Erwin Nier auf Anfrage mit, Pressesprecher der Deutschen Post AG. Immer vorrätig, weil am meisten verkauft, sind die Briefmarken mit den Werten 70 und 45 Cent. Sie frankieren den Standardbrief und die Postkarte. Es folgen die Werte für 145 Cent für den Groß- und 85 Cent für den Kompaktbrief (dessen Gewicht zwischen 20 und 50 Gramm liegt). Daneben werden auch die Werte zu 5 und zu 10 Cent häufig verkauft. Sie werden zumeist genutzt, um die Frankatur mit anderen Marken zu ergänzen.

Die angesprochene Marke à 100 Cent ist dagegen eine sehr spezielle. Sie dient dem Versand von Büchern bis zu 500 Gramm Gewicht. Die (offene) Büchersendung gibt es seit 1952. Sie soll den Versand des "Kulturgutes Buch" zu ermäßigtem Porto ermöglichen. Von Privatpersonen wird sie am Schalter allerdings nicht so oft nachgefragt, weshalb sie nicht immer erhältlich ist.

Für Briefmarkensammler empfiehlt Erwin Nier von der Deutschen Post AG den Bezug aller Marken vom Versandzentrum Philatelie in Weiden in der Oberpfalz. Das tut er aber nicht nur deshalb, weil dort alle neu erscheinenden Marken - ohne Sammlerausweis - erhältlich sind. Sie werden dort von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch besonders sorgfältig behandelt, etwa beim Trennen aus dem Briefmarkenbogen. In Weiden werden dazu eigens weiße Handschuhe getragen. (kaip/tk)

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