Wenn das Heilwasser dereinst wieder sprudelt ...

Geht es nach Michael Weidensdorfer, dann kann Seiffen binnen drei Jahren wieder Kur- und Badegäste in Bad Einsiedel begrüßen. Dafür hat er schon wichtige Hürden genommen.

Seiffen.

Es ist viel passiert, seit Michael Weidensdorfer vor etwa zwei Jahren die alten Heilquellen in Bad Einsiedel wiederentdeckt und freigelegt hat. Schon damals träumte er davon, dass das Areal rund um den heutigen Waldgasthof Bad Einsiedel seinen Heilbadcharakter wiedererlangt. Seitdem hat er mehrere Hürden auf dem Weg dorthin genommen.

Das Wasser aus den Quellen berechtigt dazu, gesundheitstouristische Angebote zu offerieren. Mehrere Proben hat der Seiffener dafür in den zurückliegenden Jahren von einem darauf spezialisierten Labor in Bad Elster vornehmen lassen. Sogar eine Tiefenbohrung hat er veranlasst. Mit deren Hilfe sollte erkundet werden, ob das Wasser auch zuverlässig und konstant zur Verfügung steht.


Auf diesen Untersuchungen basiert das medizinisch-balneologische Gutachten. Das beweist, sowohl die Quellen als auch das Wasser selbst lassen den Heilbadbetrieb zu. "Wir haben damit den Anspruch auf Anerkennung einer ortsgebundenen Heilquelle und dass wir das als offizielle Bezeichnung führen dürfen", sagt Michael Weidensdorfer.

Der Seiffener hat nun auch mehrere Varianten geprüft, wie er in Bad Einsiedel ein Gesundheitsressort realisieren kann. Fest steht, die bestehenden Gebäude bleiben erhalten. Bislang ungenutzte Teile wie das ehemalige Badehaus werden saniert und integriert. Derzeit steht Michael Weidensdorfer in Verhandlung mit der Sächsischen Aufbaubank und anderen Kreditinstituten, um seinen Traum vom Heilbad-Betrieb auch finanziell absichern zu können. "Bei den Investitionen liegen wir im Millionenbereich", ist sich der 60-Jährige sicher. Der Denkmalschutz wird ebenfalls zu beachten sein. Die Quellen selbst sollen ihr Erscheinungsbild, das sie bereits vor 200 Jahren hatten, behalten. Läuft alles planmäßig, dann könnte Michael Weidensdorfer in etwa drei Jahren den ersten Kur- und Badegast begrüßen.

Das erste Heilwasser abfüllen wird Michael Weidensdörfer wahrscheinlich schon viel eher. Das könnte er unter anderem auch in seinem Waldgasthof servieren. Für die Aktivitäten hatte sich kürzlich das ZDF interessiert. Für die Fernsehsendung "Terra Xpress" war ein Drehteam vor Ort, um unter anderem die Entdeckung der Quel- len nachzustellen. Gesendet wird der Beitrag voraussichtlich im Herbst.


Wasser wird 1734 untersucht

Erstmals werden die Quellen in einer Niederschrift des Alchimisten Leonhardt Thurneißer zu Thurn erwähnt. Diese stammt aus der Zeit um 1550. 1732 wurden die Quellen dank der Aufzeichnungen wieder entdeckt.

1734 ersucht Wolf Rudolf von Schönberg um die Untersuchung des Wassers. Diese schreibt dem Wasser heilende Wirkungen zu.

1753 erfolgt der Bau des Haupthauses, 1781 folgen die beiden Querhäuser.

1846 werden weitere Wasseranalysen vorgenommen, die die früheren Untersuchungen bestätigen. Das Bad wird um einen Wintergarten, Liegewiesen, eine Baumallee, einen Schießstand, eine Kegelbahn und Musikpavillons erweitert.

1899 weicht das alte Badehaus einem Neubau.

Zwischen 1920 und 1930 geht die Nachfrage stark zurück.

Nach 1945 werden zunächst Kriegsflüchtlinge auf dem Areal untergebracht.

In den 1950er-Jahren dient das Haus als FDGB-Erholungsheim, nach der Wende als Asylbewerberheim.

1998/1999 wird es zum Waldgasthof umgebaut und hat danach mehrere Besitzer. Seit 2014 ist Michael Weidensdorfer Eigentümer. (jag)

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