Auspuffbauer Fox sichert sich Millionen-Auftrag

Das Unternehmen aus Johanngeorgenstadt hat eine neue Abgasanlage für Großfahrzeuge entwickelt und damit die Konkurrenz ausgestochen.

Johanngeorgenstadt.

Vor knapp drei Jahren hat die Autotechnik Johanngeorgenstadt (ATJ) neue Maschinen gekauft. Kostenpunkt: 2,5 Millionen Euro. Das sei eine Investition in die Zukunft gewesen, sagt Firmenchef Siegfried Ott (76), und diese Zukunft habe jetzt begonnen.

"Die Anlagen, die wir damals angeschafft haben, gewährleisten heute, dass wir unseren neuen Großauftrag bewältigen können", so Ott. ATJ baut für die europäische Niederlassung des US-Rüstungskonzerns General Dynamics eine neuartige Abgasanlage für Großfahrzeuge. 400 Stück sollen die Johanngeorgenstädter in den nächsten drei Jahren nach Spanien liefern. Der Auftragswert liegt nach Unternehmensangaben bei sieben Millionen Euro.

Die Abgasanlage ist eine Eigenentwicklung von ATJ. Sie gilt als besonders leise. "Das war eine Vorgabe unseres Auftraggebers", sagt Ott. "Ist der Motor im Leerlauf, soll man ihn nicht hören." Die Firma aus der Bergstadt ist vor allem für ihre Sportauspuffe bekannt, die unter dem Markennamen Fox in viele Länder der Erde exportiert werden. Statt eines kernig klingenden Abgasrohrs haben die Erfinder bei ATJ diesmal das genaue Gegenteil gebaut - einen Flüsterauspuff. Rund eine halbe Million Euro Entwicklungskosten stecken in der neuen Abgasanlage. Knapp 100.000 Euro davon hat die Sächsische Aufbaubank dem Unternehmen aus einem Fonds für innovative Produkte zugeschossen. Etwa zwei Jahre dauerte die Entwicklung.

"Als wir anfingen, waren wir zwar sicher, dass wir es hinkriegen, aber nicht, ob wir uns gegen die Konkurrenz durchsetzen und den Auftrag am Ende bekommen", sagt Siegfried Ott. Dass es geklappt hat, lässt ihn beruhigt in die Zukunft blicken: "Unsere Auftragslage ist gut, das hier ist das Sahnehäubchen."

Die verstärkte Zuwendung der Automobilbauer zu Elektroautos bekommt ATJ laut Ott noch nicht zu spüren. "Neben dem klassischen Auspuff fertigen wir ja viele Spezialanlagen", sagt er. Wenn überhaupt, so habe ATJ des Problem, dass potenzielle Kunden oft gar nicht wüssten, was die Firma alles kann. Um das zu ändern, sei man gerade dabei, den ersten Firmenkatalog zu kreieren.

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