Die Idee ist simpel, aber genial: Ein Laden für viele Kreative

Zur Nacht der Lichter am morgigen Freitag öffnet in Schwarzenberg der Konzept-Store Momokidz das erste Mal seine Tür. Und dahinter steckt jede Menge Überraschendes.

Schwarzenberg.

Moment mal, Momokidz - irgendwie schon mal gehört? Richtig, zumindest all jene Schwarzenbergerinnen, die in den zurückliegenden Jahren ein Baby bekommen haben. Denn Franziska Beier fertigt unter ihrem gleichnamigen Label jene Wickelunterlagen an, die jede neue "Kleine Perle von Schwarzenberg" von der Stadtverwaltung geschenkt bekommt.

Franziska Beier ist selbst zweifache Mutti - und als solche schon ein Multitalent, was das Organisieren angeht. Und eigentlich ist Söhnchen Ole schuld, dass sie zu ihrem Kassenschlager fand: kuschlig weiche, unifarbene Baumwolltücher. "Mein Ole war ein extremes Spuckkind", erzählt sie über ihren heute Dreijährigen. So kam es, dass sie zu großen, weichen Tüchern griff. Das fühlte sich einfach gut an. "Jetzt ist das meine Marke, und alle meine Freunde lieben diese Tücher", sagt die quirlige Schwarzenbergerin. Ihre MK-Tücher sind begehrt, und das keineswegs nur im Freundeskreis. Vielmehr auch bundesweit. "Ich gehe andere Wege, ich bin jung, ich bin modern, und ich bin vernetzt", sagt sie. Über die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram vertreibt sie den Großteil ihrer Produkte. "Überregional kennen mich viele, regional noch nicht."

Das soll sich nun ändern, und deshalb prescht sie erneut mit einer zeitgemäßen Idee nach vorn. Sie eröffnet morgen Abend - am Markt in Schwarzenberg - den ersten Konzept-Store. Einen Laden mit einer ungewöhnlichen Kombination aus hochwertigen Marken und Sortimenten. Franziska Beier hat ein Geschäft gemietet und nimmt die Produkte von elf weiteren kreativen Frauen aus der Region mit rein. Alles Dinge, die in Handarbeit entstehen. Die Frauen kennen sich durchs Internet, arbeiten teilweise schon Jahre miteinander, haben eigene Labels - aber eigene Läden haben sie nicht.

Nun also einer für zwölf. Netzwerkerin Franziska Beier hat ihre Mitstreiterinnen herangezogen. Der Laden selbst - eine sehens- und erlebenswerte Fundgrube - hat selbstverständlich eine große Spielecke für die Jüngsten. Doch die Baumwolltücher tragen und lieben mittlerweile nicht nur Spuckkinder. Die kuschligen Teile gibt es auch für Mamas und Papas. "Es sind Tücher aus 100 Prozent gewebter Baumwolle", sagt Beier. Die Nachfrage sei so groß, dass sie mittlerweile in den Werkstätten der Lebenshilfe in Zwickau und Torgau nähen lasse.

Für die Jüngsten ist aber auch Franziska Reh aus Bernsbach mit an Bord und offeriert Teile aus ihrer Bambinii-Collection. Im Netz kann sie auf gut 180.000 Follower (Interessenten, die ihre Netzseite verfolgen) verweisen. Bänder, Schlüsselanhänger, Schmuck und Accessoires bietet Susann Gehler aus Aue an, auch sie ist bereits sechs Jahre auf den Online-Kanälen aktiv. Die beliebten "Erzgebirgsdippeln" von Gabriele Fritzsch aus Breitenbrunn findet man künftig hier. "Ich war immer mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt, aber das kann ich nun aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr", sagt die 54-Jährige. Die individuell gestaltbaren Türschilder von Ivonne Hempel aus Schneeberg sind im alternativ gestalteten Laden ein Hingucker. Ebenso wie die Konfetti-T-Shirts von Kathrin Junghans aus Lößnitz, um nur einige Beispiele zu nennen.

Im Laden dienen alte Stühle als Kleiderständer, eine Drehbank als Präsentationstisch und eine alte Tür als Regal. Ein Laden, der perfekt in die Zeit und in die Altstadt passt.

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