71-jähriger Mittelsachse stürzt in Tirol ab

Der Senior rutscht beim Abstieg ab und fällt 40 Meter in die Tiefe. Seine Freunde holen Hilfe. Da es nebelig ist, haben es die Retter aber schwer.

Freiberg/Leutasch.

Es hätte, wie so oft, ein entspannter Ausflug in die Berge werden sollen. Doch anstatt in Tirol die Landschaft und die Ruhe bis zum Schluss zu genießen, entwickelte sich die Wanderung für vier Freunde zum Drama. Einer von ihnen, ein 71-Jähriger aus Mittelsachsen, ist am Freitag beim Abstieg vom Söllerpass in Richtung Leutasch knapp 40 Meter in die Tiefe gestürzt.

Wie die österreichische Polizei berichtet, rollte der Senior zunächst über eine steile Wiese und felsiges Gelände und blieb schließlich in einem Bachbett bewusstlos liegen. Zwar setzten seine Begleiter sofort einen Notruf ab. Es sollte allerdings dauern, bis die Retter bei dem Mittelsachsen eintrafen. "Das Wetter war extrem schlecht. Es regnete und wir hatten Nebel bis ins Tal", schildert Einsatzleiter Harald Aschaber die Ausgangslage. Ein Hubschrauber konnte daher die Ehrenamtlichen der Bergrettung nur bis zur Nebelgrenze -  etwa 300 Höhenmeter vor dem Unfallort - fliegen. Eine gute Dreiviertelstunde Fußmarsch später trafen die ersten Retter ein. Eine Viertelstunde danach kam der zweite Trupp bei dem 71-Jährigen an - und zwar mit schwerem Gepäck, in Summe an die 150 Kilogramm; laut Aschaber "ein Haufen Material, unter anderem eine Trage, Abseilgeräte und Seile". Insgesamt stiegen vier Bergretter und zwei Alpinpolizisten auf eine Höhe von rund 2000 Meter auf. Elf Einsatzkräfte waren an der Rettung beteiligt. Harald Aschaber erklärt, dass Einsätze in den Bergen sehr aufwendig seien.

Glück im Unglück: Das Wetter besserte sich kurz. "Wir hatten ein Nebelfenster. Und so war eine Rettung mit dem Hubschrauber möglich", fährt der Helfer fort. Da sich der Senior am Kopf verletzt hatte, wurde er nach Innsbruck ins Klinikum geflogen. Hätte der Verunglückte mit der Trage ins Tal gebracht werden müssen, hätte dies mehrere Stunden gedauert. Die drei Weggefährten des Mittelsachsen - nähere Angaben zur Person verweigerten Polizei und Klinikum mit Verweis auf den Datenschutz - wurden ebenfalls nach einer kurzen Wetterbesserung ins Tal geflogen.

Darüber, warum es zu dem Unfall kam, möchte Einsatzleiter Aschaber nicht spekulieren. Er sagt nur, dass es sich bei den Vieren - "alle ältere Semester, die viel unterwegs sind" - um erfahrene Bergsteiger handelt. Ihre Tour hätten sie über den Alpenverein gebucht. Wie schwierig die Route ist, wusste die Gruppe daher. "Die haben das gut geplant, aber es handelt sich um sehr steiles Gelände." Die Bergretter sind 2018 häufig gefragt. Es handelte sich um den 17. Einsatz. "Das ist viel." Im Schnitt rücken sie pro Jahr 40 mal aus. Das Gros der Einsätze erfolge zwischen August und November.

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2Kommentare
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    Interessierte
    09.07.2018

    Der junge Mann aus Vilshofen mußte sicherlich erst einmal gucken, wo Freiberg liegt - also in Mittelsachsen ....
    Ich habe auch erst einmal geguckt , wo Vilshofen liegt ........
    Vilshofen an der Donau liegt an den Einmündungen der Nebenflüsse Vils, Pfudrach und Wolfach . .
    Aber so langsam lernt man sein Land , in welchem man seit 28 Jahren lebt , kennen .

    ( und warum wird hier alles rot unterstrichen - bis auf wenige Worte ???

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    Hankman
    08.07.2018

    Ach, ich weiß schon, der Landkreis heißt Mittelsachsen. Aber das ist eben ein künstliches (weil administratives) und sehr heterogenes Gebilde. Und ich glaube nicht, dass man auf Dauer - analog zum Erzgebirg(l)er oder Vogtländer - den Begriff "Mittelsachse" etablieren kann. Ebenso problematisch wären für mein Sprachgefühl der West-, Ost, Nord- und Südsachse - vom Nordost- und Südwestsachsen ganz zu schweigen. Eine bessere Idee für einen zusammenfassenden Begriff habe ich aber auch nicht. Das muss ich zugeben ...



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