Mehr Fördergeld für Silbermannmuseum

Die Ausstellung über Frauensteins berühmten Orgelbauer zieht um. In die neue Heimstatt ist schon viel Geld geflossen. Weil die Stadt ihren Eigenanteil aber nicht aufbringen kann, hat sich eine Bundestagsabgeordnete eingeschalten. Das zeigt Erfolg.

Frauenstein.

Die Stadt ist schon auf der Zielgeraden mit ihrem derzeit größten Bauprojekt - dem neuen Gottfried-Silbermann-Museum einschließlich Stadtinformation, das in einem denkmalgeschützten Gebäude am Markt entsteht. Frauenstein hatte die Immobilie neben der Grundschule gekauft, gegenwärtig laufen darin Sanierungsarbeiten, bevor die Ausstellung zu Frauensteins berühmtem Orgelbauer sowie die Exponate zur Stadtgeschichte aus den Museumsräumen im Schloss an den Markt umziehen.

Trotz des Baufortschritts klaffte bei dem Vorhaben bis jetzt eine finanzielle Lücke bei dem Geld, das Frauenstein bereitstellen muss. Bei einem Gesamtvolumen von reichlich 2,243 Millionen Euro hat die Stadt trotz bislang umfangreicher Förderungen über verschiedene Programme eigentlich einen Anteil von reichlich 33 Prozent aufzubringen. "Dazu sind wir aktuell nicht in der Lage", fasst es Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos) zusammen und fügt an: "Daher traten wir mit Unterstützung der CDU-Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann mit der Bitte an den Freistaat Sachsen heran, er möge den Eigenanteil der Stadt teilweise ersetzen."

Veronika Bellmann habe sich auf allen Ebenen um eine Gesamtfinanzierung bemüht. Nach zahlreichen Schriftwechseln mit Landes- und Bundesministerien sei es der mittelsächsischen Wahlkreisabgeordneten gelungen, dass zusätzliches Geld durch das Aufstocken des Bund-Länder-Programmes "Kleinere Städte und Gemeinden - überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke" (KSP) bereitgestellt werde. Somit müsse die Silbermannstadt nun noch einen Eigenanteil von zehn Prozent an der Gesamtsumme tragen. Das sind rund 234.000 Euro. Dieses Geld will Frauenstein laut Bürgermeister mit Zustimmung des Stadtrates aus dem sogenannten Burggeld nehmen, um den Haushalt nicht zu belasten. Für Instandhaltungsmaßnahmen an der Burgruine, die Sehenswürdigkeit Sachsens befindet sich im Stadteigentum, sind 250.000 Euro zurückgelegt. Wird ein Großteil davon nun als Eigenanteil für das Museum verwendet, muss das Burggeld laut Bürgermeister künftig sukzessive wieder aufgestockt werden.

"Wir sind Veronika Bellmann sehr dankbar, dass sie sich auch in Corona-Zeiten regelmäßig über den Baufortschritt vor Ort informiert. Schließlich unterstützt der Bund dieses Projekt bisher mit über einer halben Million Euro und stockt jetzt diesen Betrag erneut auf", so der Bürgermeister, als die Bundestagsabgeordnete dieser Tage den Zuwendungsbescheid übergab. Sie und der Bürgermeister sind sich einig, dass Denkmalschutz und Kulturgut auch in Corona-Zeiten nicht hintenanstehen dürfen. Das Frauensteiner Vorhaben sorge weiterhin für Aufträge beim sächsischen Mittelstand. Das betreffe die aufwändige Sanierung des Gebäudes mit seinen Fassadenelementen aus Sandstein insgesamt. "Auch im Inneren haben sich die Planer ihre Gedanken gemacht und mit der Gestaltung der Ausstellungsräume im Keller und des Konzertsaales nebst Empore einen würdigen Kulturort geschaffen", beschreibt Reiner Hentschel den Teil der Bauarbeiten, die kurz vor dem Abschluss stehen. Im Januar 2021 sollen sie beendet sein. Danach seien die Museologen am Zug, nebst kleineren Arbeiten, die für die Innenausbauer noch blieben. Begleitet und unterstützt wird das Projekt der kulturellen Infrastruktur-Entwicklung ebenso von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen. Gemeinsam wollen die Beteiligten dem überregional bedeutenden Gottfried-Silbermann-Museum eine neue Heimstatt geben, so der Bürgermeister.

Die Eröffnung der neu konzipierten Ausstellung ist für den Sommer 2021 geplant. Dann soll auch die Silbermannsche Orgelkopie in dem eigens geschaffenen Konzertsaal erklingen. Derzeit hat sie noch ihren Platz im "alten" Museum.

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.