Spezialfirmen sanieren Freiberger Schacht

Der Rothschönberger Stolln sorgt bis heute für stabile Bodenverhältnisse in Freiberg. Jetzt wird er aufwändig saniert.

Freiberg.

Am Busbahnhof läuft ein groß angelegtes Altbergbau-Sanierungsprojekt: Das Sächsische Oberbergamt lässt von zwei Spezialfirmen den Schacht Rote Grube ertüchtigen.

Im Einsatz sind die Unternehmen TS Bau Jena und BST Freiberg; für die Planung ist die G.U.B. Ingenieur AG zuständig. Die abgezäunte Halde mit Außenanlagen liegt vom Zentrum gesehen hinter dem Busbahnhof am Roten Weg.

Hintergrund ist die Sanierung des historischen Rothschönberger Stollns. Er wurde von 1844 bis 1877 aufgefahren und ist laut Oberbergamt der bedeutendste Wasserlösestolln im Freistaat. Mit einer Länge von mehr als 50 Kilometern leitet er bis heute Flutungswässer aus den ehemaligen Bergbaurevieren in Freiberg und Umgebung nach Norden in die Triebisch ab. "Er verhindert die unkontrollierte Flutung des Grubengebäudes unter der Stadt und somit unvorhersehbare und gefährliche Schäden an der Tagesoberfläche", erklärt Oberberghauptmann Bernhard Cramer.

Damit das auch so bleibt, haben die Spezialisten im Auftrag der Bergbaubehörde bereits mit ersten bergtechnischen Arbeiten in Freiberg begonnen. Der Rothschönberger Stolln verläuft unter dem Stadtgebiet zwischen dem Drei-Brüder-Schacht im Ortsteil Zug nahe der B 101 und dem Schacht Reiche Zeche. Ersterer wurde von 2014 bis 2017 bereits rekonstruiert.

Als zweiter Zugang soll nun der Schacht Rote Grube dienen. Zunächst wird die Schachtröhre beräumt und saniert, eine Trafostation für die Stromversorgung und eine maschinelle Befahrungsanlage eingebaut. Der Schacht soll auch für die Bewetterung, also die Frischluftzufuhr, sorgen. Nicht zuletzt müssen die Fachleute den Denkmalschutz beachten. Schließlich wurde dort seit dem Mittelalter Hämatit abgebaut; ein Eisenoxid, dessen Farbe der Roten Grube ihren Namen gab.

Das Oberbergamt betont: "Mit nennenswerten Beeinträchtigungen für die Bürger, den allgemeinen Verkehr und für den Betrieb des Busbahnhofes ist nicht zu rechnen." Bis 2023 soll die Sanierung abgeschlossen sein. Insgesamt sind Steuermittel von rund 10 Millionen Euro aus dem Etat des Freistaats eingeplant.

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