Drei nackte Frauen schmücken künftig die Mühlbachinsel

Sie sollen Wissenswertes vermitteln, aber auch zum Diskutieren anregen - die neuen Kunstwerke für den Frankenberger Skulpturenpfad. Die Wettbewerbsgewinner haben Kreativität bewiesen.

Frankenberg.

Die Sieger des Wettbewerbs für den geplanten Skulpturenpfad stehen fest. Die Jury, bestehend aus Vertretern des Frankenberger Stadtrates, des Kunst- und Kulturvereins Frankenberg, Mathias Lindner, Direktor der Neuen Sächsischen Galerie Chemnitz, sowie Landschaftsarchitektin Gabriele Seelemann haben aus 93 Beiträgen von 42 Künstlern aus vier Ländern die Kunstwerke ausgewählt, die neben bereits stehenden Skulpturen den Rundweg ergänzen sollen.

Die Idee stammt vom Kunst- und Kulturverein Frankenberg. 91.000 Euro kostet das Vorhaben, das zu 80Prozent aus EU-Mitteln gefördert wird. Der neue Rundweg soll laut Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) zu einem Spaziergang durch die Geschichte und zu besonderen Ereignissen der Stadt einladen. Informatives zu Kunstwerken und Künstlern werde auf Internet-Seiten vermittelt, auf die Spaziergänger über einen QR-Code mit dem Smartphone zugreifen können. Dabei werden einige bereits vorhandene Skulpturen wie "Der Nacksche Mann", der "Hochzeitsbrunnen" und das Körnerdenkmal einbezogen. "Die Skulpturen für die Themen Mühlen, Druckerei Roßberg und Schönfarbe mussten konkretisiert und neu ausgeschrieben werden, die Beiträge hatten nicht überzeugt", so der Bürgermeister. Vorerst neun neue Kunstwerke stehen jetzt fest. Die "Freie Presse" stellt sie vor:

Thema Heiner Müller am Standort Gymnasium, Haus II: Hier hat sich Ullrich Eißner aus Dresden durchgesetzt. Aufgestellt werden soll dort eine Bronze-Porträt-Büste von Heiner Müller, der von 1947 bis 1951 in Frankenberg lebte. Die Büste zeigt eine typische Gestik des deutscher Dramatikers: den Daumen an der Lippe und die Zigarre im Mund.

Thema Naturwissenschaft im Friedenspark: Thomas Haufe aus Halle überzeugte die Jury mit seiner Metallstruktur eines mathematischen Würfels.

Thema Friedhof/Tod im Friedenspark: Der Park war 1890/91 aus einem stillgelegten Friedhof geschaffen worden. Ein Flachrelief von Eva Backofen aus Dresden soll daran erinnern. Darauf steht der Pestdoktor mit der typischen Pestmaske, einer Schnabelmaske.

Thema Spielerisch im Friedenspark: Dort wo eine Bewegungsachse mit Holzbalancierbalken, Drehachse und anderen Spielelementen entstanden ist, soll künftig "Cloud" (Wolke) von Emmanuel Eni stehen. Der gebürtige Nigerianer wohnt jetzt in Schwarzenbach an der Saale. Die Skulptur aus Fiberglas und Draht wird mehr als drei Meter hoch.

Thema Lichtspiel am Welt-Theater: "See Am Why" (Sieh warum) heißt die Siegeridee von Erdmute Prautzsch aus Hamburg. Es ist eine farbige Wandgestaltung, die mit der Sonne als Lichtspiel fungieren soll.

Thema Natur und Park auf der Mühlbachinsel: Drei drei Meter hohe nackte Frauenfiguren sollen künftig im Grün für einen Blickfang sorgen. Olaf Klepzig aus Dresden setzte sich mit "Drei Figuren auf der Insel" durch. Sie sollen aus Eichenholz gefertigt und mit oranger beziehungsweise orange-schwarzer Farbe bemalt werden.

Thema Kaufhaus Schocken: Das ehemalige Kaufhaus am Baderberg 13 gehörte früher zur jüdischen Handelskette Schocken. 2014 wurde es abgerissen. Eine übergroße Handtasche, entworfen von Hanna Siebenborn aus Marienberg, die in Frankenberg gewohnt hat, soll an das Gebäude erinnern. 80 Zentimeter hoch und etwa 1,50 Meter breit soll die Tasche werden.

Thema Zigarrenindustrie Markt4: Bis 1945 war die Zigarrenfabrik von H. E. Wacker am Markt 4 ansässig. Das alte Amtshaus lässt die Frankenberger Wohnungsgesellschaft derzeit sanieren. Das Hinterhaus und die alte Fabrik sollen abgerissen werden. Ein "Zigarrenrohr" von Ralph Siebenborn, Mann von Hanna Siebenborn (Thema Schocken), soll als Erinnerung aufgestellt werden. Wie eine echte Zigarre soll die Spitze nachts glimmen.

Thema Seestadt Frankenberg am Dammplatz: Den etwas spöttisch gemeinten Namen Seestadt erhielt die Stadt aufgrund der Überflutungen durch die Zschopau, die einst näher an der Stadt lag, aber auch aufgrund großer Fischteiche, die im 16.Jahrhundert angelegt wurden. Mathias Braun aus Würzburg will eine Karte von 1817 aus Fliesen gestalten, die diese "Seenlandschaft" zeigt. Sie soll in ein Sitzpodest inte-griert werden.

Bewertung des Artikels: Ø 2.5 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...