Rossauer Feuerwehrleute sollen mehr Geld erhalten

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Der Gemeinderat ist sich zur Entschädigung der Ehrenamtler einig geworden. Kopfzerbrechen bereitet hingegen Gebühren für Leistungen der Wehr.

Rossau.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Rossau sollen künftig etwas mehr Geld für Aufwand und Auslagen bekommen, die ihnen bei der ehrenamtlichen Tätigkeit entstehen. Darauf haben sich die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Montagabend verständigt. In diesem Punkt waren sich die Gremienmitglieder in der Diskussion zu zwei neuen Satzungen, in denen die Entschädigung der Feuerwehrleute sowie der Kostenersatz und Gebührenerhebung für Leistungen der Wehr neu geregelt werden sollen, schnell einig.

Wie Bürgermeister Dietmar Gottwald sagte, stammen die aktuell geltenden Festlegungen aus dem Jahr 2012. Derzeit plagen die Wehren zwar andere Sorgen, da Dienste und Ausbildungen sowie die Arbeit mit dem Nachwuchs wegen der Coronapandemie ruhen, wie er berichtete. Eine höhere Entschädigung als bisher wird laut Hauptamtsleiter André Singer auch von den Wehrleitungen als richtig angesehen. Sie soll beispielsweise von bisher 8 auf 10 Euro steigen für Aktive, die bis zu drei Stunden im Einsatz sind. Für längere Einsätze soll die Entschädigung auf 20 Euro steigen. Aktive, die nach einer Alarmierung zum Gerätehaus kommen, jedoch nicht mit ausrücken, sollen künftig 5 statt bisher 3 Euro erhalten. Neu festgesetzt werden sollen auch Entschädigungen für Funktionsträger.

Deutlich mehr Kopfzerbrechen verursachte Räten und Verwaltung die geplante Neuregelung von Kostenersatz und Gebühren für die Leistungen der Wehr. Die Notwendigkeit dazu ergibt sich laut Singer aus mehreren Änderungen im Brandschutzgesetz des Freistaates. Ohne rechtskonforme Satzung drohten dem Ort zunehmend Auseinandersetzungen um Abrechnungen für Einsätze, insbesondere mit Versicherungen. Viele Versicherungen versuchten ihre Ausgaben zu reduzieren und Vergleiche zu erwirken, so Singer. Grundlage der neuen Satzung soll nach seinen Angaben eine Kalkulation sein, die auf den Kosten beruht, die der Kommune durch die Feuerwehren entstehen.

Doch Gebühren, die kostendeckend aus den Mittelwerten der Aufwendungen der vergangenen Jahre gebildet werden, sind nach Ansicht von Räten und Verwaltung unmöglich. Denn dazu zählen auch Wartung, Unterhaltung und Abschreibung von Gebäuden, Fahrzeugen und Technik. Insbesondere für Einsätze der Feuerwehren in kleineren Ortsteilen wie Moosheim oder Hermsdorf, die im Jahr nur selten ausrücken, könnte es sonst zu Stundensätzen zwischen 1000 und 3000 Euro kommen. Das andere Extrem ist laut Gottwald, dass bei einigen Einsätzen in der Vergangenheit mit Müh und Not die verbrauchten Materialien ersetzt wurden. Er schlug vor, pro Einsatzkraft einen Stundensatz von knapp über 40 Euro anzusetzen und 20 Prozent der Fahrzeugkosten. Mehrheitlich wurden am Ende der Debatte 30 Prozent der Fahrzeugkosten als Rechengröße in der Kalkulation im Gemeinderat gefordert.

Bevor die neuen Beträge beispielsweise für Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen oder für das Ausrücken der Wehr aus anderen Gründen den Verursachern tatsächlich in Rechnung gestellt werden können, muss laut Gottwald der Gemeinderat die neue Satzung noch beschließen und die Rechtsaufsicht des Landkreises zustimmen.

Die Hauptarbeit der Feuerwehr, Brandbekämpfung sowie Rettung von Menschen und Tieren aus akuter Gefahr, wird in unverschuldeten Notfällen auch weiterhin von der Allgemeinheit getragen. Selbst für den Einsatz bezahlen muss in der Regel nur, wer ihn vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht hat oder wer Hilfe anfordert, ohne in akuter Gefahr zu sein.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.