Verstärkung im Hebammen-Team

Vier Neuzugänge hat die Geburtshilfe verzeichnet. Dazu gehört Sandy Rimbeck, die in der Stadt seit Jahren eine eigene Praxis betreibt. Wie passt das zusammen?

Mittweida.

Verstärkung für die Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus in Mittweida: Von Dezember bis März haben vier neue Hebammen in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe angefangen. Mit den Neuzugängen sind dort nun elf Hebammen angestellt, hinzu kommt eine freiberufliche Beleghebamme. Da die meisten von ihnen in Teilzeit arbeiten, entspreche das umgerechnet etwa fünf Vollzeitstellen, erklärt die leitende Hebamme Peggy Kruggel. Damit sei das Krankenhaus gut aufgestellt. Zugleich fehle es in der Region allerdings - wie fast überall - an Hebammen, die die Schwangeren und ihre Familien vor und nach der Geburt betreuen.

Sandy Rimbeck, die im Januar ihre Stelle am Klinikum angetreten hat, hat sich auch aus diesem Grund für eine Anstellung in Teilzeit entschieden. "Die Frauen brauchen diese Vor- und Nachbetreuung. Das kann eine Hebamme, die in Vollzeit hier in der Klinik arbeitet, logischerweise nicht übernehmen." Die Hebammenpraxis, die Rimbeck seit 2006 in Mittweida betreibt, führt sie daher trotz des neuen Jobs weiter. Ebenso verfährt ihre gleichfalls neu eingestellte Kollegin Anita Jagusch, die eine Hebammenpraxis in Frankenberg führt.

Seit sie am Klinikum beschäftigt ist, habe auch ihre Praxis deutlich mehr Zulauf erhalten, berichtet Rimbeck. "Die Frauen in der Stadt freuen sich, dass es diese Zusammenarbeit gibt. Sie haben das Gefühl, dass alles mehr oder weniger in einer Hand bleibt." Bestenfalls könne sie Familien nun vor, während und nach der Geburt betreuen. Das könne auch helfen, Schwangeren die Aufregung vor der Entbindung zu nehmen. "Meine Vorbereitungskurse finden jetzt teils in der Klinik statt, so können sie sich schon einmal umschauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie das eine oder andere Gesicht bei der Geburt wiedersehen, ist groß", so die 44-Jährige.

"Bei 2000 Geburten im Jahr sind die Frauen eher eine Nummer", sagt Peggy Kruggel mit Blick auf größere Geburtskliniken. In Mittweida, wo im vergangenen Jahr 468 Kinder zur Welt kamen, sei das anders. "Oft hat man sich vorher schon zwei-, dreimal gesehen." Bei der Geburt sei die Betreuung in der Regel Eins zu Eins: "Wir müssen nicht ständig zwischen mehreren Frauen hin und her springen." Die Möglichkeit, sich intensiver um die Familien kümmern zu können, sei für viele Hebammen keine Selbstverständlichkeit - und für die neuen Mitarbeiterinnen ein Grund für den Wechsel gewesen. "Wenn man ständig im Stress ist, nur von A nach B rennt und sich nicht mehr einbringen kann, ist das natürlich ein Grund, zu gehen."

Das bestätigt Sandy Rimbeck: "Ich weiß jetzt wieder, warum ich gerne Hebamme bin. Das ist mir in den letzten Jahren etwas verloren gegangen." So seien Überstunden, unbesetzte Dienste und fehlende Pausen anderswo Teil der Berufsrealität. Ein wichtiges Argument für die Anstellung am Kreiskrankenhaus sei zudem das Gehalt. Das Klinikum Mittweida bezahle entsprechend dem Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes. "Das machen viele andere Häuser nicht. Dort gibt es Haustarife, die deutlich schlechter sind."


Von Akupunktur bis Trageberatung: Neue Angebote in der Geburtshilfe

Mit den neuen Hebammen sind am Krankenhaus in Mittweida auch neue Angebote für Schwangere und junge Mütter entstanden. Die "Freie Presse" gibt im Folgenden einen Überblick.

Akupunktur: Das Setzen feiner

Nadeln in der Geburtsvorbereitung kann die Wehentätigkeit anregen, Geburtsschmerzen lindern und den Geburtsvorgang verkürzen. "Akupunktur ist sehr teuer", erklärt

Hebamme Sandy Rimbeck, die diese Anwendungen als ausgebildete Therapeutin für traditionelle chinesische Medizin (TCM) selbst durchführt. "Die Klinik bietet sie aber als kostenlose Service-Leistung für alle Frauen an, die zur Entbindung zu uns ins Haus kommen wollen."

Wochenend-Crashkurse: In der Regel erstrecken sich Kurse zur Geburtsvorbereitung über mehrere Wochen. Das Mittweidaer Klinikum bietet nun aber auch Intensivkurse am Wochenende an. Sie richten sich laut Rimbeck insbesondere an schwangere Frauen, die bereits eine Geburt hinter sich haben und die ihnen bereits bekannte Techniken auffrischen wollen.

Trageberatung: Wie werden Babys richtig getragen? Welche Tücher und Tragehilfen sind empfehlenswert? Wie bindet man ein Tragetuch sicher und fest? Das erfahren Eltern in der Trageberatung. "Das Tragen ist

besonders empfehlenswert, wenn Kinder sehr unruhig sind", so Sandy Rimbeck.

Info-Abende für werdende Eltern finden montags ab 18 Uhr im Klinikum statt. (lkb)

Weitere Informationen und Anmeldung: www.lmkgmbh.de/LMK/

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