Coronavirus: Sachsen sagt alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen ab

Damit sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig mit dem Coronavirus anstecken, greift die Landespolitik zu Verboten.

Dresden/Berlin/Genf.

Von Donnerstag an dürfen in Sachsen keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen stattfinden. Das sächsische Gesundheitsministerium verfügte dazu einen entsprechenden Erlass, der online einsehbar ist. Dieser gilt auf unbestimmte Zeit. Er verpflichtet die Gesundheitsämter zudem dazu, die Notwendigkeit von Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern zu prüfen.

Ohne Zuschauer müssen Spiele der Ersten und Zweiten Fußball-Bundesliga stattfinden, Liga 3 pausiert, verboten werden Kulturveranstaltungen oder Demonstrationen, wenn sie mit mehr als 1000 Teilnehmern angemeldet werden. "Die Gefahr für die öffentliche Gesundheit geht nicht nur von der Veranstaltung selbst aus, sondern auch von der massiven Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD).

Nach ihren Angaben gibt es in allen Bundesländern ganz ähnliche Erlasse. Köpping sprach von einem abgestimmten Vorgehen mit Bund und Kommunen. Zur Entlastung von Hausärzten und Krankenhäusern sollen in allen sächsischen Landkreisen flexible Corona-Ambulanzen aufgebaut werden, in denen sich Menschen mit Verdachtsmomenten testen lassen können. Wer sich nicht an eine verordnete häusliche Quarantäne halte, müsse mit einer Ordnungsstrafe bis zu 25.000 Euro rechnen, so Köpping.

Die Infizierung einer Schülerin aus Riesa führte zur Schließung eines Gymnasiums bis zum 23. März. Ministerpräsident Michael Kretschmer rief alle Schulen auf, Klassenfahrten auf Sachsen zu beschränken. Zudem empfahl er auch in den Osterferien einen Verbleib in Sachsen. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) schlug den Hochschulen vor, den Start der Vorlesungen im Sommersemester von Anfang April um mehrere Wochen zu verschieben.

Wegen des weltweiten Ausmaßes der Erkrankungen und Todesfälle hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ausbruch des Erregers als Pandemie eingestuft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält es für denkbar, dass die Coronakrise das Leben in Deutschland bis zum Ende des Jahres beeinträchtigt: "Wir reden hier über Monate, möglicherweise bis zum Jahreswechsel." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich am Mittwoch erstmals öffentlich zum Thema. Mit Blick auf besonders gefährdete ältere und chronisch kranke Menschen bat sie um solidarisches Verhalten. (mit epd/dpa)

 


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13Kommentare
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  • 3
    3
    Lesemuffel
    12.03.2020

    Saxxon Klar dass Sie mit roten Daumen rechnen müssen, Politik und Medien haben alles getan, dass Besonnenheit und Vernunft bei dieser von BILD gebildeten Bevölkerung Fremdwort werden konnten.
    Natürlich sind Ihre Fragen berechtigt.
    Stimmt das tatsächlich mit Defender? Quelle?

  • 6
    1
    saxon1965
    12.03.2020

    "Manöver Defender 2020 wird "eingefroren " : Vorerst keine weitere Truppenverlegungen der US-Armee nach Europa ."
    Och schade!
    (Sarkasmus aus)

    Frage 1.) Warum ist CORONA gefährlich? Wegen der Ansteckungs-/Verbreitungsgefahr oder dem tödlichen Verlauf?
    Frage 2.) Wie hoch ist die Mortalitätsrate unter allen Infizierten?
    Frage 3.) Bei wieviel Prozent der Bevölkerung ist mit lebensgefährlichen Komplikationen zu rechnen?
    Frage 4.) Kann man diesen Bevölkerungsanteil unter 3. besonders schützen?
    Frage 5.) Würde unser Gesundheitswesen diesen Anteil betreuen/verarzten können bzw. gibt es Behandlungsmöglichkeiten zur Stärkung der Immunabwehr??
    Frage 6.) Wenn dieser besonders gefährdete Anteil der Bevölkerung nicht versorgt werden könnte, wie ist dann unser Gesundheitswesen bei anderen Naturkatastrophen oder gar Krieg aufgestellt?
    Und bitte, ich nehme gerne "Rote Daumen" obwohl ich glaube, dass man mal ehrlich drüber nachdenken sollte. Wenn uns CORONA bereits einen solchen Ausnahmezustand beschert, was bedeutet dies für die Zukunft?
    Oder sollte man vielleicht doch mal "die Kirche im Dorf lassen"?
    Gerne noch einen Aufreger: Bedeuten die Grenzschließungen um uns herum, dass jetzt auch weniger Verbrecher und Illegale hin und her reisen können?

  • 4
    0
    Freigeist14
    12.03.2020

    Vernünftig : Manöver Defender 2020 wird "eingefroren " : Vorerst keine weitere Truppenverlegungen der US-Armee nach Europa .

  • 5
    3
    ralf66
    12.03.2020

    @Lesemuffel, die machen in diesem Staat langsam alles anders wie wo anders, leider aber nur anders aber nicht besser, Corona ist da nicht der Einzelfall.
    In Österreich führt man an den Grenzübergängen unter Einbeziehung des Bundesheers Temperaturmessungen durch, der Schulbetrieb wird eingestellt, Großveranstaltungen zu unterbinden ist schon richtig aber die als Touristen einreisen möglicherweise infiziert sind an der Grenze zu erkennen das wäre besser.

  • 6
    4
    Lesemuffel
    12.03.2020

    Fast alle Staaten schließen ihre Staatsgrenzen, bzw. führen straffe Kontrollen durch, damit keine Viren "importiert" werden, nur die BRD nicht. Dafür beginnt man das gesellschaftliche Leben still zu legen.

  • 5
    3
    saxon1965
    12.03.2020

    @ Pelz: Ein Versammlungsverbot wird natürlich auch kommen.
    Meines Wissens überträgt sich der Virus sofort, wenn man infiziert wurde weiter, aber nur über Tröpfchen/Schmierinfektion.
    Deshalb musste ich mit dem Kopf schütteln, als ich gestern einen jungen Mann mit Mundschutz in einem PKW sah. Er fuhr alleine. Aber vielleicht hatte er ein anderes Problem.
    Im TV hieß es gestern, dass CORONA sich wesentlich schneller ausbreiten wird als die Influenza. Man rechnet jedoch mit wesentlich leichteren Verläufen. Die Meisten werden die Ansteckung gar nicht merken bzw. als CORONA-Grippe einstufen. Somit sind wohl am stärksten Vorerkrankte und alte Menschen in Gefahr.
    Was in Italien passiert steht dazu im Widerspruch. Ich denke man tappt noch sehr im Dunkeln oder überzieht bei den Maßnahmen bewusst. Es bleiben für mich einige Widersprüche und Ungereimtheiten. Eines steht auch fest, CORONA spielt Einigen, bei gewissen globalen Auswirkungen, mächtig in die Karten.

  • 7
    8
    ASS
    12.03.2020

    Frau Merkel und Herr Kretschmer machen sich Sorgen um ältere und chronisch kranke Menschen und bitten um solidarisches Verhalten. Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Erst durch Druck aus der Öffentlichkeit fühlte sich unsere Kanzlerin verpflichtet ihr Statement abzugeben. Und Herr Spahn denkt, dass die Kriese bis zum Ende des Jahres unser Leben möglicherweise beeinträchtigen könnte. Der Beginn der Ausbruchs des Virus war Ende Dezember 2019 in China. Jetzt nach 70 Tagen wird der Erreger als Pandemie eingestuft. Die Genehmigung der Finanzhilfe für Griechenland hat keine zwei Wochen gedauert.
    Man sieht sofort, wo die Wertigkeiten liegt.

  • 7
    6
    Distelblüte
    12.03.2020

    @Pelz: Falls wir dieselbe Gruppe meinen, die werden das tun, was sie immer tun.

  • 7
    5
    Pelz
    12.03.2020

    Ich meinte Menschenmassen, deren Name hier nicht genannt werden darf.

  • 6
    1
    Nixnuzz
    12.03.2020

    Da ja dem Bazillenträger nicht auf der Stirn derartiges sichtbar ist und nicht ganz klar ist, ab welchem Infektionsstand die Übertragung bereits möglich bzw. wann die Abstrichmessung Ergebnisse zeigt, sollten Kontakte weitestgehend reduziert werden. Alles andere ist verantwortungsloser Egoismus.

  • 3
    6
    Pixelghost
    11.03.2020

    @Pelz, man muss ja nicht hingegen - oder besonders die, die einen Angehörigen mit Vorerkrankung in der Familie haben. Etwas Mitdenken kann man doch, oder?

    Muss immer jemand VON OBEN sagen, was zu tun ist? Hände waschen, nicht in der Gegend herum niesen, Abstand halten, Veranstaltungen meiden....

  • 10
    5
    Pelz
    11.03.2020

    Gilt das auch für Menschenmassen außerhalb der genannten Veranstaltungen? Mir scheinen die Maßnahmen bißchen kurz gegriffen.

  • 14
    11
    698236
    11.03.2020

    Alles spricht über Coronavirus, aber bei einer offenen TBC in einem Chemnitzer Kindergarten (Zwergenhaus in Stelzendorf) werden Maßstäbe angelegt, in der keine Vorkehrungen getroffen werden müssen. Da wird nach den Vorstellungen des Chemnitzer Gesundheitsamts zur Tagesordnung übergegangen, ohne zu wissen, was noch passieren kann. Ich halte diesen Fall für mindestens genauso beachtenswert, wie Coronavirus. Eher für 110 PErsonen für schlimmer!