Hausärzte sollen bei Lehrerverbeamtung helfen

Das Kultusministerium geht von etwa 5000 Lehrkräften aus, die für Statuswechsel infrage kommen - was es für die anderen gibt, ist noch unklar

Dresden.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) bezeichnete das neue Schuljahr am Donnerstag nicht nur - wegen der fehlenden Lehrer - als "schwierig", sondern auch als "interessant". Und tatsächlich kommt 2018/19 so einiges zusammen. Nicht nur, dass mit der Oberschule in Klingenthal erstmals eine im ländlichen Raum neu eröffnet und damit laut Piwarz endgültig klargestellt wird, dass nach der Phase der Schulschließungen eine neue Ära begonnen hat. Dazu kommt, dass im Freistaat der "Weg der Inklusion" behutsam beschritten wird, indem an 62 Oberschulen "lernzieldifferenter Unterricht" möglich ist - und dass an Gymnasien jetzt das Fach Informatik deutlich ausgebaut wird.

Getoppt werden dürfte das alles freilich von einer Änderung, die die mehr als 33.000 Lehrkräfte in den 1359 Schulen in öffentlicher Trägerschaft ab Januar 2019 zumindest formal in zwei Lager teilt: Dann soll die Verbeamtung eingeführt werden.

Für 4260 Bestandslehrer und 1050 Neueinstellungen, so teilt das Kultusministerium jetzt mit, werde die Verbeamtung nach derzeitigem Stand möglich sein. Maßgeblich dafür ist die erforderliche Lehrerausbildung sowie die Altersgrenze: Nur wer jünger als 42 Jahre alt ist, kann verbeamtet werden. Überstehen müssen Interessenten auch eine ärztliche Eignungsfeststellung, mit der es ab Oktober losgehen wird. Sie soll nicht - wie bisher üblich - Amtsärzten vorbehalten bleiben, sondern auch von Hausärzten durchgeführt werden können.

Mit welchen Verbesserungen diejenigen Lehrer rechnen können, die nicht verbeamtet werden - abzüglich der schon jetzt etwa 1200 verbeamteten Schulleiter werden das letztlich wohl sogar mehr als 26.000 sein -, ist hingegen noch immer nicht entschieden. Dass im Vergleich zu den durch den Beamtenstatus finanziell besser dastehenden Kollegen "eine vollständige Kompensierung nicht vorstellbar" ist, bestätigte gestern Piwarz. Er verwies darauf, dass von den 1,7 Milliarden Euro im "Handlungsprogramm" der Regierung immerhin 460 Millionen Euro für die angestellten Bestandslehrer seien. Dazu zählt er auch die von ihm befürworteten "Beförderungsstellen" für einen Teil der angestellten Lehrer. Diese werden aber etwa von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) abgelehnt. Sie befürchtet neue Ungerechtigkeiten und verweist auf den Aufwand für Schulleitungen durch die benötigten Lehrerbeurteilungen. Der Sächsische Lehrerverband (SLV) sprach sich für die Übernahme der Arbeitnehmerbeiträge zur Betriebsrente aus.

Damit es künftig genügend Lehrer gibt, forderte der SLV am Donnerstag übrigens noch die dauerhafte Erweiterung der Lehrerausbildung der TU Chemnitz - wie die SPD.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...