Warum stillgelegte Bahnstrecken nicht reaktiviert werden

Ob nun Pockau-Marienberg oder Holzhau-Moldava: Es geht nicht voran bei der Wiederinbetriebnahme stillgelegter Bahnlinien. Das Haus von Minister Dulig findet immer neue Ausreden, während andere Bundesländer nach den Fördermitteln greifen.

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1212 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 9
    2
    Zeitungss
    30.11.2020

    @FriePeter: Vollkommen richtig, regt in der Genossenschaft (SPD) nicht einmal die Mitstreiter auf und die Grünen schlafen auch. Diese Verkehrspolitik ist der blanke Lacher und man sollte wenigstens die Öffentlichkeit damit verschonen und nicht mehr über Umweltschutz reden, allein dieses Prozedere macht krank.

  • 9
    0
    FriePeter
    30.11.2020

    Das in den Schwerpunkten zur sächsischen Verkehrspolitik 2021/22 das Thema "Schiene" gar nicht vorkommt, ist gelinde gesagt verwunderlich.Warum muss eigentlich eine Potenzialstudie für Streckenreaktivierungen in ganz Sachsen in Auftrag gegeben werden, die nächstes Jahr beginnen, dann lange dauern, wenn schon jetzt fertige Untersuchungen zu einzelnen Strecken vorliegen. Das ein Vorschlag von der CDU kommt, kann eigentlich bei der jetzigen Koalition kein Hindernis sein.Diese ganze Verschleppungstaktik ist nicht zu akzeptieren. Aber bei dem zuständigen Minister Dulig nicht verwunderlich. Ich erinnere mich noch gut an das Hickhack der Straßennutzung "Oldtmertreffen Werdau". Das ging erst partout nicht, aber dann knickte der Minister ein. Für mich ist Herr Dulig eine Fehlbesetzung.

  • 14
    0
    fnor
    30.11.2020

    Als Info: Es betrifft den Schülerverkehr eines Gymnasiums. Grundschulen sind zum Glück meist noch im Ort oder über eine kurze Busverbindung gut erreichbar. Für das Gymnasium soll direkt gegenüber ein Haltepunkt errichtet werden. Die Wege sind kurz. Ja eine Bahnstrecke ist teuer, vor allem wenn man die Straße als gegeben ansieht. Hier ist die Bahnstrecke gegeben und muss nicht gebaut werden.

    Schülerverkehr kann man auch mit Bussen schlecht organisieren. Wir sind laut Fahrplan 50 Minuten unterwegs gewesen in der Realität meist über eine Stunde pro Richtung, weil alle Dörfer abgeklappert wurden. Den direkten Bus, welcher nur 15 Minuten fuhr, durften wir nicht nutzen bis die Verbund-Fahrscheine kamen. Die Busse waren immer gerappelt voll. Der Landkreis bestellt aktuell extra Busse, damit mehr Platz ist, wegen Corona. Ein Zug kann den nötigen Platz bieten. Solange im Schweinetransport mehr Platz pro Tier ist, als für einen Schüler im Bus, sind es keine extravaganten Luxusangebote.

  • 29
    0
    Deluxe
    30.11.2020

    Und immer wieder der selbe Denkfehler: "Rentabler Betrieb".

    Wenn wir nicht endlich damit aufhören, Gewinne mit Infrastruktur erzielen zu wollen, landen wir irgendwann wieder beim Pferdefuhrwerk.
    Es darf für eine Bahn-Infrastruktur (und den ÖPNV generell) gar keine Voraussetzung sein, Gewinne zu maximieren! Und darüber muß in dieser Gesellschaft endlich ein Konsens her! Das wird ein Zuschußgeschäft und das ist auch völlig in Ordnung so. Und wenn es eine schwarze Null gibt, weil genug Leute wirklich guten (!) Angeboten folgen und das vorhandene Auto auch mal stehen lassen, umso besser. Dann freuen wir uns eben.

    Aber den Gewinn als Voraussetzung zu definieren, wird immer nur aufs neue zu sterbenden Schienenverbindungen führen. Wir sollten uns endlich einig werden, was wir eigentlich wollen: Gewinne auf jeder Nebenstrecke oder die ökologische Verkehrswende. Eins von beidem geht nur...

  • 15
    1
    BuboBubo
    30.11.2020

    Wem die Schweiz zu weit weg ist, kann sich auch mal im Rhein-Main-Verkehrsverbund umschauen. Dort fahren die Züge teilweise im Halbstundentakt, können gar nicht lang genug sein, weil die Bahnsteige das nicht mehr hergeben und sind trotzdem rappelvoll - nicht nur mit Schülern. Wer in die großen Städte (Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt etc.) einfahren muss, fährt mit dem Auto oft nur zum nächsten P&R weit außerhalb der Ballungsräume und nutzt dann die Bahn.
    Dort ticken die Uhren anders als im verschnarchten Sachsenland - wo es die Züge auf der Mitte-Deutschland-Linie z. B. nicht mal bis nach Chemnitz schaffen, sondern in Glauchau stehenbleiben.

  • 4
    12
    defr0ke
    30.11.2020

    @fnor
    Dann sollten aber auch die Schulen in der Nähe von Bahnhöfen sein. Erst mit dem Zug fahren und dann in Bus umzusteigen bringts ja auch nicht... Unterhaltung von Busstrecken sind auch wesentlich günstiger, als ein Bahnstrecke am Laufen zu halten.

    Ich glaub viele Eltern von Grundschülern fühlen sich auch wohler, wenn das Kind mit dem Bus zur Schule fährt, als mit dem Zug. Erstens mal, weil der Bus meist vor der Schule hält und zweites ist man generell im Zug nicht so sicher wie im Bus. Da hat wenigstens der Busfahrer Überblick im gesamten Fahrzeug.

    Für die Älteren eine Bahnverbindung wieder zu reaktivieren, lohnt sich auch nicht wirklich, wenn die gerade mal 1-2 mal die Woche ihren Ort verlassen.

    Von den Berufstätigen auf dem Land haben die meisten ein Auto, sind somit auch nicht darauf angewiesen. Mittlerweile ist man mit dem Bus auch fast genauso schnell wie mit der Bimmelbahn, weil auf Hauptverbindungsstrecken Expressbusse eingesetzt werden...

  • 19
    2
    BuboBubo
    30.11.2020

    @fp112: Schienenverkehr hat ein großes Potential in der Energiewende und beim autonomen Fahren. Wie Bahn und Bus miteinander verknüpft werden können, macht uns die Schweiz vor - und dort ist die Topografie deutlich anspruchsvoller als im Erzgebirge. Der Unterschied: Man hat offenbar ein Konzept, welches auch noch funktioniert. Für 3860.- CHF fährt man mit Bahn, Bus, Schiff, Tram etc. ein Jahr lang (pünktlich!) durch das ganze Land. 1/2 Mio Abonnenten gibt es dafür, Tendenz steigend. Allerdings fehlt in der Schweiz auch das segensreiche Wirken der Autolobby.
    In D kostet die Bahncard100 umgerechnet 4200.- CHF, bietet nicht annähernd so viel Mehrwert und wird nur von 0,05 Mio Kunden benutzt.

    Wenn man keine Angebote macht, braucht man sich nicht über deren mangelnde Nutzung zu wundern - das gilt auch für stillgelegte Bahnstrecken.

  • 22
    1
    Erzbürger
    30.11.2020

    Die sächsische Staatsregierung gibt - wieder einmal - ein trauriges Bild ab, Kompetenzgerangel, während - und das ist ja entscheidend, andere Bundesländer Tatsachen schaffen und Gelder investieren. In Marienberg liegt der Bahnhof mitten in der Stadt, die Strecke ist saniert, der Investitionsbedarf überschaubar. Wofür allerdings für viele Millionen im Osterzgebirge eine Strecke über die Grenze neu aufgebaut werden soll verstehe wer will. Zwischen Bärenstein und Weipert gibt es auch eine solche Strecke die nur noch für ein paar Touristenfahrten genutzt wird ... das ist mal ganz schön, aber kostet auch Steuergelder weil nicht rentabel - stattdessen fuhr ein sehr gut angenommenen Bus einer tschechischen Gesellschaft..

  • 25
    5
    Drehmann
    30.11.2020

    Kein Wunder warum viele Leute auf diese Art der Politik keine Lust mehr haben.
    Wirklich traurig... Aber so wird die Zukunft verspielt.

  • 36
    1
    fnor
    30.11.2020

    Ökologisch sinnvoll sind Züge, wenn sie nicht leer fahren. Wem die Strecke nützt wurde ja untersucht und die Studie hat ausreichendes Potenzial zum ökonomischen Betrieb ergeben. Dieses Ergebnis ist durchaus überraschend, da man die Züge dort eigentlich fast leer kannte. Die Studie hat aber eben auch Voraussetzungen formuliert: Der Schülerverkehr muss vom Bus zum Zug verlagert werden und es müssen neue Haltepunkte entstehen. Ja, die Bahnhöfe im Gebirge liegen weit ab eine Verknüpfung ist hier wichtig, damit man sie erreichen kann. Genau für diese Umbauten wird Geld benötigt und sollte nicht vom Freistaat verschenkt werden. Herr Dulig wettert immer nur auf die Landräte und will eine Landesverkehrsgesellschaft und steht eigentlich selbst auf der Bremse. Für eine stabile ökonomische Grundlage wird man die Strecke bis Reitzenhain, langfristig sogar bis nach Tschechien verlängern müssen. Man sollte jetzt klein anfangen und die Strecke nach und nach aus- und umbauen.

  • 13
    37
    fp112
    30.11.2020

    Das Projekt Reaktivierung ist ja prinzipiell gut gemeint.
    Es stellt sich allerdings die Frage, ob der Betrieb dieser Strecken aus ökologischer als auch ökonomischer Sicht überhaupt zukunftsfähig ist für den ÖPNV.
    Wer und wie viele werden es nutzen.
    Nur mit Touristen ist der ALLTAGSBETRIEB nicht sinnvoll zu erhalten.
    Wir müssen uns vor Augen halten, dass diese Strecken zu einer Zeit errichtet wurden, als noch Pferdefuhrwerke den Alltag prägten.
    Die Strecke Marienberg ist nur für den Transport von militärischem Gerät noch betriebsbereit gehalten, weil das angesichts der Tonnagen besser als Transport auf der Straße ist.
    Wo verläuft denn diese Strecke, wo wohnen die Menschen, die das nutzen könnten.
    Die Haltepunkte und Bahnhöfe sind zwar oft romantisch gelegen aber nicht gerade gleich neben dem Marktplatz.
    Ein Bus kann da schon mal halten und auch direkt dahin fahren, wo die Menschen jeden Tag hin wollen oder müssen
    Wem wird so eine Strecke nützen.
    Rosa Brille ab.

  • 66
    3
    BuboBubo
    29.11.2020

    Wer dachte, konzeptionsloser als Dobrindt oder Scheuer geht nicht mehr, wird nun eines Besseren belehrt. Wenn Dulig demnächst wieder mit seinem Küchentisch durch die Lande zieht, sollte ihm dies nur per Bahn erlaubt werden. Dann lernt er die Wirklichkeit kennen und verzichtet vielleicht selbst auf weitere ministerielle Beschäftigung im ungeliebten Fach Verkehr.
    Soll er doch lieber Gemüse schnippeln.