War es ein Ausnahmewinter?

Schnee ist in der kalten Jahreszeit im Erzgebirge reichlich gefallen. Trotzdem gab es auf dem Fichtelberg im Jahr zuvor mehr Skitage. Und das lag ausgerechnet am Wetter.

Oberwiesenthal.

108 Skitage kann René Lötzsch von der Fichtelberg Schwebebahn GmbH, dem Betreiber des Skigebietes am Fichtelberg in Oberwiesenthal für die zurückliegende Saison verbuchen. Das sind trotz des schneereichen Winters einige weniger im Vergleich zum Vorjahr. "Wir hatten viel Schnee, vor allem im Januar", sagt er. "Aber wir hatten auch Eisregen und vor allem Sturm." Wetterbedingungen, die nicht nur den tageweisen Stillstand der Schwebebahn und zweier Lifte zur Konsequenz hatten, sondern vor allem auch eine etwa fünfwöchige Sperrung der Wälder. Das wiederum hatte unter anderem zur Folge, dass die Rodelstrecke nicht genutzt werden konnte - trotz idealer Bedingungen im zurückliegenden Winter.

So stehen zum Saisonende annähernd 260.000 Besucherinnen und Besucher zu Buche. "Damit fehlen uns etwa 15.000 bis 20.000 Gäste", konstatiert René Lötzsch, der sich insgesamt mit der Saison aber trotzdem zufrieden zeigt. Zumal dank genügend Naturschnees etwa 40 Prozent weniger beschneit werden musste als im Vergleich zu den Vorjahren. Im Einsatz waren in dieser Wintersaison insgesamt 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - davon allein 29 Saisonkräfte.


Keine neuen Spitzenwerte wird es auch bei den Übernachtungszahlen in der Stadt geben, kündigt Bürgermeister Mirko Ernst (FDP) an. "Wir werden knapp unter dem Vorjahreswert bleiben", vermutet er: Wies die Statistik für 2017 rund 615.000 Übernachtungen aus, werden es für 2018 etwas mehr als 607.000 sein. Denn insbesondere die teilweise widrigen Wetterbedingungen hätten viele Urlauber schon von einer Fahrt nach Oberwiesenthal abgehalten. Bedingungen, die auch dem Winterdienst in der Stadt alles abverlangt haben. Knapp 30 Fahrzeuge waren laut Bürgermeister täglich im Einsatz, um die Hauptverkehrsstraßen freizuhalten und die Erreichbarkeit der wichtigsten Einrichtungen zu sichern. Dazu kommen allein im Januar vier große Räumaktionen, in denen allein mehr als 100.000 Kubikmeter Schnee aus der Stadt transportiert und mehr als 200.000 Kubikmeter Schnee auf Freiflächen gefräst wurden. Dafür sei die Stadt an einem Tag auch einmal gesperrt worden - eine bisher einmalige Aktion in seiner zwölfjährigen Amtszeit. Trotz aller Anstrengungen seien die Einsatzkräfte aber auch immer wieder mit Kritik und Unverständnis konfrontiert worden.

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