Ausstellung offenbart Vielfalt des Weltkulturerbes in der Region

"Willkommen in der Montanregion Erzgebirge/ Krusnohori" lautet das Motto der neuen Weihnachtsschau im Depot Pohl-Ströher. Neben der traditionellen gibt es diesmal auch ausgefallene bergmännische Volkskunst in Gelenau zu sehen.

Gelenau.

Geduldsflaschen haben ihren Namen nicht von ungefähr. Unzählige Stunden haben die Künstler damit verbracht, darin religiöse Szenen und auch Motive des Bergbaus mithilfe winziger Figuren und Elemente nachzustellen. Ebenso sollten nun auch Besucher des Gelenauer Depots Pohl-Ströher viel Geduld mitbringen - vorausgesetzt sie wollen die neue Weihnachtsschau, die am Freitag eröffnet wird, in vollen Zügen genießen.

Geduldsflaschen gibt es dort viele zu sehen. "Einige stammen aus dem Harz und auch aus Ungarn, die meisten allerdings aus dem Böhmischen", erklärt Depot-Mitarbeiter Mario Franke. Diese Kunst passt in seinen Augen optimal zum Bergbau, denn dessen Protagonisten mussten schon vor Jahrhunderten mit komprimiertem Raum auskommen. Die daran angelehnte bergmännische Volkskunst gilt es nun erst recht zu repräsentieren, seit die Montanregion Erzgebirge/Krusnohori in diesem Jahr zum Weltkulturerbe erklärt wurde. "Als Erzgebirger sollten wir diesen Titel in die Welt tragen und Aufmerksamkeit wecken", sagt Franke, der mit seinen Depot-Kollegen die diesjährige Weihnachtsschau daher unbedingt noch interessanter gestalten wollte als sonst.

Herausgekommen ist eine Präsentation, die für Vielfalt und gleichzeitig für Seltenheit steht. Die Geduldsflaschen machen nur einen winzigen Teil davon aus. Daneben sind viele einmalige Sammlungsobjekte zu bestaunen, die von Privatpersonen zur Verfügung gestellt wurden. Sie nehmen die Besucher mit auf eine Zeitreise bis zurück ins 19. Jahrhundert, wobei aber nicht nur das Alter beeindruckt, sondern auch der Variationsreichtum. So ist nicht nur erstaunlich, wie gut der von etwa 1880 stammende Bergmann als eins der ältesten Objekte noch erhalten ist. Was ihn so besonders macht, ist die Pyramide, die er vor sich in den Händen hält.

"Noch nie haben wir erzgebirgische Volkskunst so kompakt erlebt", zeigt sich Mario Franke selbst immer wieder beeindruckt, wenn er um sich schaut. Sein Blick bleibt dabei an einem großen Weihnachtsberg hängen, der um das Jahr 1920 herum in Eppendorf gefertigt wurde. Unter Leitung von Eckart Holler wurde er extra für die Weihnachtsschau erstmals seit 1959 wieder aufgebaut. "Da nur wenige Informationen zu Konstruktion und Mechanik vorhanden waren, hatten es unsere Leute gar nicht so einfach", sagt Franke. Doch jetzt greift dort ebenso wieder ein Rädchen ins andere wie bei anderen mechanischen Szenen, die zum Beispiel das Kehrrad darstellen - eine bedeutende Entwicklung im Bergau des frühen 15. Jahrhunderts. Pyramiden und Schnitzereien dürfen natürlich nicht fehlen, doch auch sie beeindrucken mit außergewöhnlichen Formaten und Motiven. So kommt man beim Zählen der Pyramidenstockwerke mit unter kaum noch hinterher. Dafür weiß Mario Franke genau, dass auch 22 Kinderfahrzeuge neu aufgebaut wurden. "Volkskunst und Spielzeug gehört einfach zusammen", sagt er.

Öffnungszeiten Die Weihnachtsschau ist vom 29. November bis 26. Januar zu sehen. Geöffnet ist immer freitags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr, sowie vom 25. bis 30. November.

1Kommentare
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  • 0
    0
    marienthal
    26.11.2019

    hoffentlich gut alarmgesichert



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