Sanierung des Olbernhauer Tivoli startet später

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Olbernhau.

An den beiden Seiten der Bühne liegt Putz. Er stammt von der Decke und hat sich aufgrund von Feuchtigkeit gelöst. Andreas Scholz zeigt darauf und sagt: "Wir wollen lieber heute als morgen mit der Sanierung beginnen." Noch sei der Zustand des Olbernhauer Tivoli weitgehend in Ordnung. Doch der Investor weiß: Ist das Dach erst einmal undicht, kann sich dies schnell ändern.

"Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr starten können", sagt der Inhaber der Burgstädter Firmengruppe Chreans - sie hat sich auf die Sanierung und Umnutzung historischer Bauten spezialisiert. Ursprünglich hatte Andreas Scholz auf das zweite Quartal gehofft, dann wären bereits in wenigen Wochen die Arbeiter zugange gewesen. Für die mehrere Millionen Euro teure Sanierung will der Unternehmer jedoch teils Fördergeld nutzen. Der Bescheid steht noch aus. Das Bearbeiten durch den Freistaat brauche eben seine Zeit, hat der 46-Jährige Verständis.

Andreas Scholz kann dem Verzug positives abgewinnen: Durch die Corona-Pandemie gebe es für die Veranstaltungsbranche viele Veränderungen. Diese könnten nun mit berücksichtigt werden. Im Tivoli sollen in Zukunft wieder Konzerte, Abibälle, Konferenzen und mehr stattfinden. Die Raumaufteilung und die Größe des Saales seien von Vorteil. Im Tivoli sei es aufgrund des Platzes beispielsweise möglich, eine lockere Bestuhlung zu nutzen. Auch wenn noch nicht klar ist, wie sich die Situation und die Auflagen weiterentwickeln, rechtet sich Scholz in Hinblick auf die Wiederbelebung gute Chancen aus.

Bevor in das Tivoli Leben einziehen kann, gilt es, das Gebäude von grundauf zu sanieren. So sind Arbeiten am Dach, an der Fassade und vor allem im Inneren nötig. Der Brandschutz muss verbessert werden, was die Fluchtwege einschließt. Es gilt die Wände auf Vordermann zu bringen, die Fußböden aufzubereiten, die Elektrik zu erneuern, neue Sanitäranlagen einzubauen, Lüftungstechnik zu integrieren, moderne Veranstaltungstechnik anzuschaffen und vieles mehr. Bis zu zwei Jahre sind für die umfangreichen Arbeiten vorgesehen.

Scholz ist es wichtig, den Charme des Hauses zu bewahren und Historisches hervorzuheben. Besonderer Augenmerk wird dabei auf das große Bleiglasfenster gelegt. Um den energetischen Anforderungen gerecht werden zu können, soll es in Abstimmung mit dem Denkmalschutz innen mit Insolierscheiben versehen werden. "Wir lassen sie so anordnen, dass sie von Außen nicht zu sehen sind."

Die Pläne von Andreas Scholz reichen deutlich weiter. Sie umfassen auch das benachbarte ebenfalls leerstehende Kino. Der Investor will es erneuern lassen, sodass das Gebäude zum Beispiel für betreutes Wohnen, eine Tagespflge oder ein Hospitz genutzt werden kann. Die Sanierung werde nach jetzigem Stand erst nach den Arbeiten im Tivoli starten. Denn das Veranstaltungshaus benötige mehr Zeit und habe Priorität.

Auf der anderen Seite der Gerbergasse wird schon jetzt gearbeitet. Dort soll der ungenutzte Wema-Bau fallen. Zunächst wird von Hand die Esse abgetragen. Ein Abriss mit schwerem Gerät sei nicht möglich, da Teile in die angrenzende Flöha fallen könnten, führt Scholz aus. Mit dem Abriss will er eine Sichtachse auf das Tivoli verwirklichen. Die begrünte Fläche werde später Besuchern zum Ruhe tanken dienen.

Wechselvolle Geschichte

Das Tivoli hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. Im Sommer 2015 fand in dem Saal die Abschiedsparty statt. Damit endete nach 16 Jahren der öffentliche Betrieb. Rund vier Jahre später verkaufte Eigentümerin Kerstin Drechsel das ehemalige Veranstaltungshaus an Investor Andreas Scholz.

Kerstin Drechsel war es selbst nicht möglich, das Gebäude umfassend zu sanieren. Zwar wurden seit 1999, als sie das Tivoli von der Treuhand erwarb, rund 1,2 Millionen Euro investiert. Es wären allerdings weitere Ausgaben in Höhe von rund 1 Million Euro nötig gewesen. (geom/tor)


Abschied und Neubeginn

Das 1906 erbaute Tivoli hat eine wechselvolle Geschichte. Im Sommer 2015 fand in dem Saal die bislang letzte Veranstaltung statt. Rund vier Jahre später verkaufte Eigentümerin Kerstin Drechsel das ehemalige Veranstaltungshaus an Andreas Scholz, Inhaber einer Burgstädter Firmengruppe.

Kerstin Drechsel war es selbst nicht möglich, das Gebäude umfassend zu sanieren. Zwar wurden seit 1999, als sie das Tivoli von der Treuhand erwarb, rund 1,2 Millionen Euro investiert. Es wären allerdings weitere Ausgaben in Höhe von rund 1 Million Euro nötig gewesen. (geom/tor)

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