Falkenauer Feuerwehrleute fassungslos

Einbrecher sind in der Nacht zum Donnerstag ins Gerätehaus eingestiegen. Sie hatten ein klares Ziel: hochmoderne Technik.

Falkenau.

Ein kurzer Anruf in der Rettungsleitstelle. Und Status 6 - Einheit nicht einsatzbereit - konnte für die Freiwillige Feuerwehr Falkenau gestern gegen 19 Uhr aufgehoben werden. Zuvor hatte sich Wehrleiter Daniel Müller im Gerätehaus einen Überblick verschafft, nach seinem Feierabend. "Was wird noch alles fehlen?", das sei ihm als erstes durch den Kopf gegangen, als er am Morgen vom Einbruch in der Nacht informiert worden war.

Es war offensichtlich eine Sache von wenigen Minuten. Die Täter hebelten im Schutz der Dunkelheit unbemerkt die Tür am großen grauen Eingangstor auf. Sie hatten ein klares Ziel: die hydraulischen Rettungsgeräte. Schere, Spreizer holten sie samt Rettungszylinder aus dem speziellen Schub des Tragkraftspritzenfahrzeuges. Geschätzter Schaden: vorerst 21.000 Euro. Denn noch ist nicht klar, ob die Reparatur der aufgebrochenen Tür teuer wird.

Daniel Müller verliert nur wenige Worte an diesem Abend. Für ihn steht außer Frage: Die nächtliche Aktion geht auf das Konto von Spezialisten. Wieso? "Der Überfall auf den Geldtransporter mitten in Berlin. Als ich die Bilder vor zwei Wochen sah, da war mir sofort klar, dass da Technik wie unsere genutzt worden war." Bei dem spektakulären Überfall nahe des Alexanderplatzes, hatten maskierte Räuber mitten am Tag einen VW-Crafter gestoppt, blitzartig die Türen aufgebrochen, um an das Geld zu gelangen. Ihre Beute ging ihnen später auf der irren Verfolgungsjagd, die sie sich mit der Polizei lieferten, verloren.

Das Rettungsgerät S 700 (E) war für die Falkenauer ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art. "Ich weiß noch, wie am 8. Dezember 2015 ein Vertreter der Firma Lukas bei uns aufkreuzte und uns die Technik zur Weihnachtsfeier übergab", sagt Daniel Müller. Dass, was die Falkenauer seit dem in ihrem Bestand haben, ist hochmodern: Spreizer, Schere und Rettungszylinder werden von einem Hochleistungsakku gespeist. Dieser ist nicht größer als bei einem herkömm- lichen Akku-Schrauber. Das heißt, die Einsatzkräfte können die Rettungsgeräte auch in schwierigem Gelände einsetzen, denn die Technik hängt nicht mehr an einer Hydraulikleitung. Außer einer Betriebsfeuerwehr waren die Falkenauer bisher die Einzigen in Mittelsachsen, die diese Rettungsgeräte besaßen. Sie waren stolz darauf, dass sie kurz nach der Leipziger Berufsfeuerwehr damit ausgestattet worden waren.

Bewährt habe sich die Technik, die nach spezieller Schulung von allen Einsatzkräften bedient werden kann, bereits mehrere Male, sagt der Wehrleiter. Zum Beispiel beim Einsatz am 30. Juli. Ein Pkw war von der Dorfstraße abgekommen und drohte in die Flöha zu rutschen. "Dort musste alles sehr schnell gehen. Hätten wir mit herkömmlicher Technik agieren müssen, wäre es viel komplizierter geworden", erklärt Daniel Müller.

Die Falkenauer sind wieder einsatzbereit - doch ohne Rettungssatz. Das heißt, wird technische Hilfeleistung angefordert, müssen neben der Wehr auch Einsatzkräfte aus Flöha beziehungsweise Oederan alarmiert werden. "Vielleicht haben wir bis zum Jahresende neue Technik", sagt der Wehrleiter. So schnell wie möglich, soll Ersatz angeschafft werden, hieß es gestern aus dem Rathaus.

Bewertung des Artikels: Ø 3.7 Sterne bei 3 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...