Nach Stadträte-Nein: Rathaus sucht Alternative für Urnenhain

Der Falkenauer Friedhof soll eine neue Grabanlage für Urnen bekommen. Der Platz dafür steht fest, über die Gestaltungsvarianten wird noch diskutiert.

Falkenau.

Die Idee, auf dem Falkenauer Friedhof eine Urnenwand aus Betonelementen anzulegen, ist bei den Flöhaer Stadträten durchgefallen. Trotzdem hält die Stadtverwaltung am Plan fest, den Eingangsbereich des Friedhofes und den Urnenhain neu zu gestalten. "Wir werden uns eine andere Lösung überlegen", sagte der Leiter der Bauverwaltung, Andre Stefan.

Der Vorschlag der Verwaltung war, anstelle der beiden Urnenhaine im hinteren Teil des Friedhofes eine Urnenwand auf der Freifläche zwischen Haupteingang und Friedhofskapelle anzulegen. Für solche Urnenwände gibt es fertige Elemente, zum Beispiel aus Beton, die sich zusammenfügen lassen, sodass eine Wand entsteht. Die Wand kann zum Beispiel mit Naturstein verblendet werden. Verschlossen werden die Fächer, die jeweils Platz für maximal zwei Urnen bieten, mit einer individuell gestalteten und beschrifteten Grabplatte aus Naturstein. Solche Beton-Bausteine stellt zum Beispiel die Firma Betonstein Flöha her. Geschäftsführer Alfons Rölke sagt auf Nachfrage, dass es für dieses Sonderprodukt durchaus eine Nachfrage gebe. "Wir haben bislang aber vorrangig Kunden in den alten Bundesländern beliefert", sagt Rölke.

In Falkenau wird es indes keine Urnenwand geben. Übereinstimmend lehnte der Ausschuss diese Variante ab. Grundtenor: Eine Urne gehört unter die Erde. CDU-Fraktionschef Kurt Lange verwies auf die Urnen-Grabanlage auf dem Friedhof der Georgen-Kirchgemeinde an der Dresdner Straße, die ein gutes Beispiel für eine würdevolle und zugleich pflegeleichte Grabstelle sei.

Die aktuelle Urnen-Hain-Anlage auf dem Falkenauer Friedhof ist das nach Ansicht der Verwaltung jedenfalls nicht. Es herrscht Unordnung, die Grabplatten sind teilweise nicht mehr erkennbar, Grabschmuck und verwelkte Pflanzen türmen sich.

"Würdevoll ist das nicht", sagt Martina Hartwig, die als Standesbeamtin auch für die Bestattungen auf dem einzigen städtischen Friedhof zuständig ist. Sie ärgert sich über die grundsätzliche Ablehnung der Urnenwand. Solche Urnengrabanlagen als Wände oder Stelen gebe es bereits in anderen Städten. Döbeln nennt sie als Beispiel. Genau genommen hat der Falkenauer Friedhof sogar bereits eine Urnenwand. Im Eingangsbereich der Friedhofskapelle gibt es vier Urnengräber in der Wand. Es ist nicht mehr nachvollziehbar, warum die Urnen mit den sterblichen Überresten in der Wand platziert wurden. Die jüngste Grabplatte stammt aus dem Jahr 2004.

Dazu kommt, dass in den beiden Urnen-Hainen kein Platz mehr verfügbar sei, wie Andre Stefan im Technischen Ausschuss sagte. Ein Platz im Urnenhain kann im Gegensatz zum Einzelgrab mit bis zu zwei Urnen belegt werden und ist dazu noch sehr viel preiswerter. Auf dem Falkenauer Friedhof gibt es jährlich etwa zehn Urnen-Beisetzungen - Tendenz steigend. Plätze im Urnenhain sind wegen der möglichen Doppelbelegung und des günstigeren Preises besonders gefragt. Eine Lösung muss her. Wie die aussehen soll, ist nach der Ablehnung der Urnenwand durch den Technischen Ausschuss unklar. Fest steht, dass die beiden alten Urnenhaine aufgelöst werden und der neu gewonnene Platz links zwischen Haupteingang und Trauerhalle für eine neue Urnen-Grabanlage genutzt werden soll. Einen Urnenhain, der wie die bisherigen angelegt ist, lehnt Martina Hartwig ab. Der Grabschmuck lasse sich nicht kontrollieren. Sie wird jetzt per Aushang zur Beräumung der Urnengräber auffordern. Andernfalls werde der verwelkte und verblichene Grabschmuck kostenpflichtig vom Bauhof entsorgt.

Im vorigen Herbst wurde die Friedhofskapelle teilsaniert. Rund 55.000 Euro hat die Stadt Flöha dank Fördermitteln aus dem Leader-Programm zur Stärkung des ländlichen Raumes investiert. Es wurde unter anderem eine neue elektrische Heizung eingebaut und das Dach repariert. Auch Malerarbeiten wurden ausgeführt. Außerdem wurden die Bäume neben der Kapelle gefällt und die alte Holzbude beräumt. Damit wurde zumindest der Platz für eine neue Urnen-Grabablage geschaffen.

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