Neuer Radweg: Ärger über Flickwerk

Die Trasse zwischen Waldheim und Rochlitz kommt in Teilen gut an. Doch noch ist es Stückwerk. So fehlt etwa eine Brücke. Nun bringen Geringswalder einen neuen Vorschlag auf den Tisch.

Geringswalde/Hoyersdorf.

Uwe Krümmer nennt es "miserables Stückwerk". Der Holzhausener Ortsvorsteher (Freie Wählervereinigung) bezieht sich dabei auf das, was in einem Zeitraum von mehr als zehn Jahren an der Radwegstrecke zwischen Waldheim und Rochlitz entstanden ist. Von etwa 20 Kilometern sind aktuell rund dreieinhalb Kilometer fertiggestellt - für Krümmer ein unhaltbarer Zustand. "Durch die Fröhne geht es auf holprigen Waldwegen statt auf Asphalt. Von der Klosterallee in Geringswalde gelange ich nicht zum Bahnhof, weil dieser Abschnitt gesperrt ist."

Was Uwe Krümmer auf die Palme bringt: Zwar wurde im Mai der Abschnitt vom Westrand des Waldgebietes Fröhne bis zur Klosterallee freigegeben. Auch vom Hohlweg bis zum einstigen Bahnhof kann aufgesattelt werden. Indes müssen sich Radfahrer eine alternative Route bis zum Hohlweg suchen. Denn im Bereich des Klosterbachtals fehlt die Brücke.

Das ärgert auch den Geringswalder Gerhard Landmann. "Bei der Projektierung der Strecke wird doch wohl klar gewesen sein, dass eine Brücke integriert werden muss", sagt er. Der passionierte Radfahrer streitet seit Jahren für eine Beschleunigung des Projekts und hat sich unlängst an Martin Dulig (SPD), Sachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, gewandt. Eine Antwort steht laut Landmann noch aus.

Verantwortlich für die Konzeption und Ausführung der Trasse zeichnet das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Dort weiß man um den Verzug. "Der Teilabschnitt zwischen Klosterallee und Hohlweg in Geringswalde wurde nach der Abnahme gesperrt, da hier noch eine Brücke zur Überquerung des Klosterbachtals errichtet werden muss", teilte Sprecherin Rosalie Stephan auf Nachfrage der "Freien Presse" mit. Das Bauwerk sei derzeit in Planung.

Was Ortsvorsteher Krümmer in der jüngsten Sitzung des Geringswalder Stadtrates zudem bewegte: Mit aus seiner Sicht relativ wenig Aufwand könnte eine Radtrasse von Schweikershain und Holzhausen als mögliche Verbindung bis zur Fröhne mit Anschluss an den Radweg Waldheim-Rochlitz entstehen. Der Ortsvorsteher bezieht sich auf den Wirtschaftsweg, der sich vom Neuwallwitzer Volleyballplatz Richtung Geringswalder Straße in Hoyersdorf erstreckt. Die Piste ist allerdings lediglich geschottert und eher landmaschinentauglich. Für Radfahrer ist der Abschnitt holprig.

Krümmer regte an, die Verbindung mit einem akzeptablen Belag zu versehen, um den Anschluss herzustellen. "Vom Schweikershainer Bahnhof über die Kastanienallee und vorbei am Altenpflegeheim und dem Großen Teich führt eine teils sogar verkehrsberuhigte Straße in gutem Zustand", sagte er.

Im Geringswalder Bauamt ist das Ansinnen bekannt. Indes rede man von einem öffentlich gewidmeten Wald- und Feldweg, der zum überwiegenden Teil von Landwirtschaftsbetrieben genutzt werde. "Wir stellen den Betrieben regelmäßig Material zur Verfügung, um den Weg weitestgehend instandzuhalten", stellte Bauamtsleiter Thomas Riedel klar. Eine Asphaltierung sei nicht vorgesehen. "Wir müssten eine Entscheidung treffen - entweder für landwirtschaftliche Nutzung, oder als Piste für Radfahrer." Riedel hält weder das eine noch das andere für sinnvoll. "Parallel zur Staatsstraße 200 ist ein Radweg in Planung, der von Erlau bis Geringswalde führen wird." Dann wäre Stückwerk wie die Verbindung von Feldwegen überflüssig. Zudem sei das Lasuv ohnehin angehalten, möglichst ortsverbindend zu bauen.

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