300 Jahre alter Baum muss rasch gefällt werden

Linde am Frohnauer Hammer soll trotzdem weiterleben

Frohnau.

Die Hammerlinde in Frohnau gab es längst, als man im Hammerwerk noch Werkzeuge für den Bergbau und die Landwirtschaft herstellte. Doch nun sind die Tage des rund 300 Jahre alten Baumes definitiv gezählt. Fünf bis maximal zehn Jahre Lebensdauer hatte ein Sachverständiger dem Baum noch gegeben, nachdem vor rund zwei Jahren bekannt geworden war, dass die Linde vom Brandkrustenpilz, einer Art Baumkrebs, befallen ist. Bereits vor gut einem Jahr beschnitt man das markante Gewächs massiv, um Unfällen vorzubeugen. Der Technische Ausschuss des Stadtrates hatte sich damals gegen eine Fällung ausgesprochen und dafür plädiert, den Baum so lange wie möglich zu erhalten. Nun aber soll die Hammerlinde aus Sicherheitsgründen endgültig gefällt werden, wie Stadtsprecher Matthias Förster informierte.

"Mit Blick auf mögliche Herbststürme und Schneelasten ist die Sicherheit des Verkehrs, der Passanten und Museumsbesucher nicht mehr gewährleistet", sagte Förster gestern. Aus eigener Kraft sei der Baum nicht mehr in der Lage, sich zu regenerieren. Auch mit allen bisher erfolgten Maßnahmen wie dem Kronenbeschnitt um mehr als ein Fünftel, Totholzentfernung sowie regelmäßige Kontrollen ist man an die Grenze des Machbaren gekommen.

Denn wie sich jüngst herausstellte, ist die kranke Hammerlinde von einem weiteren Pilz befallen und weist zahlreiche neue Schäden auf. Förster: "So ist einer der drei Stämmlinge abgestorben, es gibt im Inneren sehr große Höhlungen, außerdem Risse und aufgeplatzte Stellen an der Rinde." Somit ist nach seinen Worten eine zeitnahe Fällung in den kommenden Tagen unumgänglich.

Ganz vorbei soll es aber nicht sein mit der Hammerlinde. "Ob und wie das durch die Fällung anfallende Lindenholz noch künftig sinnstiftend genutzt werden kann, soll nach der Fällung entschieden werden", sagt der Stadtsprecher. Und es ist geplant, einen nicht vom Pilz befallenen Trieb der alten Hammerlinde aufziehen. Der bisherige Standort, an dem der 300 Jahre alte Baum seine letzten Tage verlebt, ist aber dafür nicht geeignet: Die zahlreichen Pilzsporen im Boden würden den Sprössling angreifen.

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