Diese Schulen stehen hoch im Kurs

Vier Monate vor Beginn des neuen Schuljahres zeigt sich: Die meisten Viertklässler im Erzgebirge wollen auf die Oberschule wechseln. Und die Zahl der Schüler hat insgesamt leicht zugenommen.

Aue/Schwarzenberg.

Die Zahl der Anmeldungen an staatlichen Oberschulen und Gymnasien im Erzgebirge ist dieses Jahr leicht gestiegen. Das geht aus Zahlen des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub) hervor. Genau 2128 Viertklässler sind demnach für das Schuljahr 2019/2020 angemeldet worden, im Vorjahr waren es 2106.

Aufgrund eines Gerichtsurteils können seit 2017 auch Schüler ohne die entsprechende Empfehlung auf ein Gymnasium wechseln. Einige Politiker befürchteten damals, dass Oberschulen dadurch zu Verlierern des sächsischen Bildungssystems werden könnten. Bildungsminister Christian Piwarz (CDU) beklagte das "zu Unrecht schlechte Image" der Oberschulen.

Torsten Kleditzsch

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Einen Ansturm auf die erzgebirgischen Gymnasien lässt sich aus den neusten Zahlen allerdings nicht herauslesen. Von den 2128 Anmeldungen fürs kommende Schuljahr sind 690 für Gymnasien, 2018 waren es 688 von 2106.

Im Vergleich zum Vorjahr nur gering erhöht hat sich zugleich die absolute Zahl der Schüler, die ohne eine Empfehlung in einem Gymnasium angemeldet wurden. 2018 waren es 54, dieses Jahr 56. Das betrifft beispielsweise drei künftige Fünftklässler am Clemens-Winkler-Gymnasium in Aue, die keine Empfehlung erhielten, ebenso wie elf künftige Schüler am Bertolt-Brecht-Gymnasium in Schwarzenberg.

Grundschüler, die in den Kernfächern Deutsch, Mathe und Sachkunde nicht mindestens einen Notendurchschnitt von 2,0 erreichen, können trotzdem ans Gymnasium gehen. Sie müssen dafür aber an einem schriftlichen Leistungstest und einem verpflichtenden Beratungsgespräch teilnehmen. Die endgültigen Aufnahmebescheide erhalten die Eltern am 23. Mai, wie eine Lasub-Sprecherin mitteilt.

Eine Statistik, wie viele Schüler den umgekehrten Weg gehen - also mit einer Gymnasialempfehlung an die Oberschule -, führt das Lasub nicht. So lässt sich für den Kreis nur festhalten, dass 2019 insgesamt 1104 Gymnasialempfehlungen ausgesprochen wurden, bei nur 690 Anmeldungen. Auf 1398 Empfehlungen für die Oberschule erfolgten im Landkreis hingegen 1438 Anmeldungen.

Möglicherweise entscheiden sich Eltern und ihre Kinder mit Gymnasialempfehlung demnach häufiger für die Oberschule als andersherum? Eine Lasub-Sprecherin warnt allerdings davor, die Zahlen miteinander zu vergleichen. Denn sie berücksichtigen nicht, ob Viertklässler an weiterführenden Schulen eines anderen Kreises angemeldet werden oder an freien Schulen wechseln.

Sagen lässt sich hingegen, wer von den Anmeldungen für das kommende Schuljahr besonders profitiert, so die Oberschule Grünhain-Beierfeld. Sie kommt auf 77 Interessenten, dicht gefolgt von der Oberschule "Katharina Peters" Zwönitz mit 64 und der Goethe-Schule in Breitenbrunn mit 56 Anmeldungen.

Am meisten neue Schüler erwartet indes das Matthes-Enderlein-Gymnasium in Zwönitz (84 Anmeldungen). Schulleiter Matthias Vogel sagt: "Damit können wir drei Klassen bilden." Das große Interesse erklärt er sich mit dem großes Einzugsbereich, der Zwönitz und die Ortsteile erfasst, ebenso wie Gornsdorf, Lößnitz und Grünhain. ( mit akli)

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