Fundora knackt 60.000-Besucher-Marke

Die Stadtwerke sind mit der Resonanz auf den Indoor-Spielplatz in Schneeberg zufrieden. Neue Ideen sollen zusätzlichen Schwung bringen. Dafür wird auch ins Ausland geschaut.

Schneeberg.

Beim Geld hört nicht nur die Freundschaft auf, für gewöhnlich auch der Spaß. Das gilt auch für Sachsens größten Indoor-Spielplatz. Damit im Schneeberger Fundora der Spaß für die Betreiber nicht bald aufhört, braucht es viele Besucher. Das weiß Gunar Friedrich. Er ist Geschäftsführer der Stadtwerke Schneeberg, die die Erlebniswelt betreiben. Nach acht Monaten seit der Eröffnung zog er jetzt eine erste Zwischenbilanz.

"Wir sind genau dort, wo wir hinwollten", erklärte Friedrich. In den vergangen Monaten wurden rund 60.000 Besucher gezählt. Für einen rentablen Betrieb werden etwa 100.000 Gäste pro Jahr angestrebt. Doch Friedrich geht mittlerweile davon aus, dass 10.000 mehr nötig sind, also 110.000 Gäste, um rentabel zu sein. Als Grund nannte er, dass viele günstigere Kindertickets verkauft wurden. "Wir streben einen jährlichen Umsatz von 1,8 Millionen Euro an." Schließlich müsste nicht nur die Millioneninvestition finanziert, sondern auch die Gehälter von Angestellten bezahlt werden. "In Hochzeiten brauchen wir bis zu 17 Mitarbeitern." Doch mittlerweile habe sich die Indoor-Erlebniswelt am Filzteich weit herumgesprochen. "Derzeit haben wir ein Einzugsgebiet von rund zwei Stunden Autofahrt. Sogar aus dem bayerischen Raum kommen die Gäste", sagte Friedrich.


Allerdings sind zu viele Gäste auch nicht optimal. "Wir können nur 600 Leute gleichzeitig in die Halle lassen. Deshalb haben sich auch schon Schlangen vor dem Eingang gebildet", machte Friedrich deutlich. Um einen ausgewogenen Besucherstrom zu bekommen und die Halle besser auszulasten, gibt es nun drei Aktionspreise. So wird ab sofort das Feierabendticket angeboten. Von Dienstag bis Donnerstag gibt es von 17 bis 20 Uhr vergünstigte Eintrittspreise. Ein sogenanntes Sommer-Special ist bis zum 15. September verfügbar. Mit diesem Kombiticket kann die Erlebniswelt und das Strandbad gleichermaßen besucht werden. Und um noch mehr Studenten ins Fundora zu locken, wird demnächst ein Studenten-Ticket angeboten. Dies bietet vergünstigten Eintritt von 14 bis 20 Uhr.

Doch auch über die sächsischen Grenzen hinaus soll die Werbetrommel kräftig gerührt werden. Die Internetseite von Fundora und ein Infoflyer werden ins Tschechische übersetzt. Zudem soll zusammen mit den Badegärten Eibenstock bei Festen in Tschechien für die Attraktion jenseits der Grenze geworben werden. Außerdem wollen die Schneeberger auch auf Messen in Deutschland die Erlebniswelt noch bekannter machen.

Weitere Investitionen in das Fundora planen die Stadtwerke derzeit aber nicht. "Es gibt zwar einige gute Ideen, aber vor 2021 wird sicher nichts passieren. Auch eine Erweiterung ist derzeit nicht geplant", so Friedrich. Allerdings kann sich der Geschäftsführer einen Outdoor-Spielplatz vorstellen, den Fundora- und Strandbadgäste gleichermaßen nutzen können.

Die Eintrittspreise von 19 Euro für Erwachsene und 12 Euro für Kinder für den Indoor-Spielplatz hält Friedrich für angemessen. "Ja, es ist teuer, aber es wird auch sehr viel geboten", sagte der Geschäftsführer. Etwas an der Preisschraube drehen mussten die Stadtwerke dagegen beim Strandbad Filzteich.

Trotz des Rekordsommers 2018 werden in dieser Saison moderat die Preise erhöht. "Seit 2007 war der Eintritt gleich geblieben. Doch in den vergangenen Jahren haben wir Millionen Euro in die Modernisierung gesteckt", erklärte Friedrich. Damit werden die Preise bis zu einem Euro steigen. "Der deutlichste Unterschied ist der Wegfall des freien Eintritts für Kinder mit der Silberstromkarte." Der neue Preis von einem Euro sei aber nicht unangemessen. Kinder und Erwachsene ohne Kundenkarte zahlen 2 beziehungsweise 4,50 Euro. Neu ist ab dieser Saison das Feierabendticket. Zwei Stunden vor der Badschließung wird damit ein ermäßigter Eintritt angeboten.

"Im Vergleich mit anderen Bädern bieten wir ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis", erklärte der Geschäftsführer. Besonders freute er sich über die Besucherbilanz des vergangenen Jahres. "Wir zählten 65.000 Gäste. Das ist Rekord seit der Übernahme durch die Stadtwerke." In den 1970er-Jahren soll es aber schon bis zu 350.000 Besucher gegeben haben. "Derzeit kalkulieren wir mit 35.000 bis 55.000 Gästen pro Jahr", verriet Friedrich.

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