Metallveredler investiert 8 Millionen Euro

Seit 1945 beschichtet die Familie Kotsch in Schneeberg Metalle. Weil die Kapazitäten nicht mehr ausreichen, entsteht derzeit eines der modernsten Beschichtungswerke Europas. Und auch die Belegschaft soll wachsen.

Schneeberg.

Sie sind aus unserem Leben nicht wegzudenken: mit Legierungen beschichtete Metallteile. Sie finden sich in Autos, Flugzeugen in der Heizung und sogar in Windrädern. Die Beschichtung sorgt dafür, dass Maschinen länger halten oder überhaupt erst funktionieren. Doch wer würde ahnen, dass Millionen dieser Teile ihre Schutzschicht in Schneeberg erhalten - bei der Firma Metallveredlung Kotsch?

Aus einem kleinen Familienbetrieb ist eine moderne Firma geworden. Die Erfolgsgeschichte, der 1945 von Robert Kotsch noch unter dem Namen Galvanisier-Anstalt gegründeten Firma, wird derzeit auch für Außenstehende sichtbar: Die Metallveredlung Kotsch baut im Schneeberger Gewerbegebiet am Gerichtsberg eine neue Fabrikhalle. Mit einer Größe von 66 mal 33 Metern wächst eines der modernsten Beschichtungswerke Europas in den erzgebirgischen Himmel.


Rund acht Millionen Euro werden investiert. "Damit haben wir genug Produktionskapazitäten für die nächsten 10 bis 15 Jahre", hofft Geschäftsführer Hardy Kotsch. Zweieinhalb Jahre lang hat er das vollautomatische Beschichtungswerk geplant, denn so eine Anlage gibt es nicht von der Stange. "Die Anlage wird voll automatisch funktionieren. Und im Gegensatz zu jetzt findet die Beschichtung und die Verpackung der fertigen Metallteile in verschiedenen Räumen statt." Damit werden sich die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter verbessern.

Im Gegensatz zu den Anfängen des Betriebes haben die Angestellten heute fast gar nichts mehr mit den zum Teil gefährlichen Stoffen zu tun. "Zu DDR-Zeiten war der Beruf nicht ungefährlich. Doch durch den technischen Fortschritt hat sich das Berufsbild stark verändert", erklärt Hardy Kotsch. Es sei viel mehr theoretisches Wissen gefragt. "Wir sind mittlerweile in der Lage, die Legierungen in einer Stärke von einem Zehntel der Dicke eines menschlichen Haares aufzutragen." Trotzdem sei eine Haltbarkeit von bis zu 30 Jahren gewährleistet.

Im vergangenen Jahr wurden so über 26 Millionen Bauteile mit Metallen und Metalllegierungen wie Zink, Zink-Nickel, Kupfer und Zinn beschichtet. Sie finden sich zum Beispiel in Autos von Audi, Mercedes und Bentley, in Liebherr-Kränen oder in Cessna-Flugzeugmotoren. Und es hätten noch mehr Bauteile sein können, denn die Kapazitäten sind derzeit trotz des Dreischichtbetriebes erschöpft.

Immer größer ist die Nachfrage im Laufe der Jahre geworden. Waren es zur Wende sieben Mitarbeiter, so stieg die Zahl im Jahr 2003, als die Firma im Schneeberger Gewerbegebiet ein neues Beschichtungswerk errichtete, auf 23. Seitdem wuchs die Anzahl der Mitarbeiter auf 71. Mittlerweile ist es eng geworden. Doch das soll sich mit der neuen Halle, in die auch die Verwaltung mit einziehen soll, verändern. Dann ist geplant, dass die Belegschaft auf 100 Mitarbeiter steigt.

Dass direkt neben der Firma eine Fläche zur Erweiterung zur Verfügung stand, war für den Familienbetrieb ein Glücksfall. Doch ohnehin wollte Geschäftsführer Hardy Kotsch in Schneeberg bleiben. "Wir legen sehr viel Wert auf Qualität. Deshalb sind wir froh, dass wir hier so gute Mitarbeiter haben." Die Suche nach Fachkräften, um weiter wachsen zu können, sei schwierig genug. Auch deshalb ist die Firma ein Ausbildungsbetrieb. Zudem ist seit 19 Jahren der 43-jährige Geschäftsführer als ehrenamtlicher Prüfer im Auftrag der Industrie- und Handelskammer tätig. Und er weiß, wovon er redet. Schließlich war er selbst nach seiner Ausbildung Deutschlands bester Galvaniseur und Metallschleifer. Mit seiner Firma hat er jetzt einen großen Schritt gemacht. "Doch dieser war notwendig, denn wir wollen uns weiter künftigen Aufgaben stellen", sagt Hardy Kotsch, der sich schon auf die Einweihung der Halle im nächsten Jahr freut.

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