Schau zählt mehr als 1000 Besucher

Die "Messe für Kreative" war bei der Neuausrichtung in Auerbach ein voller Erfolg. Hinter mancher Arbeit steckte auch eine spannende persönliche Geschichte

Auerbach.

Mehr als 30 Aussteller haben am Wochenende bei der vierten "Messe für Kreative" ihre zumeist hobbykünstlerischen Arbeiten gezeigt. Nach drei Jahren im Gewerbepark Zwönitztal in Thalheim und einem Jahr Pause wurde die Messe zum ersten Mal auf dem Gelände des Thumhofes und der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Auerbach ausgerichtet. Das Anliegen hat sich aber nicht geändert, wie Daniel Böhmer vom Organisationsteam erklärt: "Christen zeigen ihre Kunst. Das muss aber nicht in jedem Fall christlich aussehen."

Mehr als 1000 Besucher haben an zwei Tagen eine enorme Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen erlebt. Das Besondere: Bei vielen der Aussteller verbindet sich die Kunst mit einer persönlichen Geschichte. So wirkt der mit feinen Klöppelarbeiten gearbeitete Weihnachtsschmuck von Ute Beckert auf den ersten Blick erzgebirgstypisch. Wer mit der 54-Jährigen ins Gespräch kommt, erfährt allerdings: Die Hobbykünstlerin aus Jahnsdorf ist seit einer Augenoperation vor 35 Jahren fast blind. Nur einen kleinen Ausschnitt ihrer Umgebung kann sie klar sehen. Doch dieses verengte Gesichtsfeld nutzt sie, um jenes filigrane Hobby auszuüben, das sie bereits im Alter von acht Jahren erlernt hat.

Eine besondere Geschichte haben auch Jürgen Langer aus Dittersdorf und Iris Melzer aus Burkhardtsdorf zu erzählen. Der 69-jährige Jürgen Langer malt bereits seit seiner Kindheit. Doch nach dem Tod seiner Frau vor sechs Jahren war er an einem Tiefpunkt angelangt. Nach zwei Jahren Trauer hat er innerhalb der Seelsorge Iris Melzer kennengelernt. Die 46-Jährige beschreibt sich selbst: "Ich bin sehr ängstlich und sensibel. Wenn mich etwas verunsichert, rolle ich mich ein wie ein Igel." Von diesem Vergleich angeregt, hatte Langer ein Bild mit Igel für Iris Melzer gemalt, als sie im Krankenhaus lag. Für die Beschenkte war das nicht nur Aufmunterung, sondern auch Anregung für ein Gedicht. "Ich wollte immer, dass es zu meinen Bildern auch Texte gibt", so Langer. Seine Bilder und Iris Melzers Texte bilden seit nunmehr vier Jahren eine Einheit.

Die Bandbreite der Messe für Kreative reichte von Schmuck aus Filz und kleinen Keramiken bis zu Malerei und Fotografie. Viele der Aussteller widmen sich besonderen Techniken, treten öffentlich aber kaum in Erscheinung. Ein besonderer Hingucker waren die kleinen Puppen, christliche Szenen und Engel am Stand von Mary Seidel aus Brünlos. Die 45-jährige Hausfrau widmet sich diesem Hobby seit sechs Jahren, hat es jetzt erstmals auf der Messe für Kreative vorgestellt. Interessant: Neben den fertigen Arbeiten wurde auch demonstriert, wie diese dekorativen Miniaturen aus Materialien wie Schafwolle, Füllwolle, Puppentrikot und Schlauchgewebe genäht und gefilzt werden.

Für Katrin Thum, die ihren "Thumhof" für die Ausrichtung der Kreativ-Messe zur Verfügung gestellt hatte, könnte dies ein Konzept mit Zukunft sein. "Diese Messe ist ein Segen", sagte sie. "So etwas steht und fällt allerdings mit den Helfern."

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