SPD-Politiker will Journalisten im Innenausschuss anhören

Dresden (dpa/sn) - Der SPD-Politiker Albrecht Pallas möchte die von Polizeikontrollen betroffenen ZDF-Journalisten im Innenausschuss des Landtages anhören. «Damit wir Parlamentarier uns ein möglichst komplettes Bild von den Vorgängen machen können, sollten wir auch die Perspektive der Journalisten einholen», sagte der gelernte Polizist am Freitag in Dresden.

Bisher hätten sich die Abgeordneten ihre Meinung nur anhand der bereits veröffentlichten Filme bilden können. Pallas zufolge sollte man auch die ungeschnittenen Rohaufnahmen ansehen. Das sei wichtig, um die Abläufe so genau wie möglich zu rekonstruieren. Pallas schlug eine Sondersitzung des Ausschusses vor. Außerdem hält er einen regelmäßigen Stammtisch für sinnvoll, bei dem sich Polizisten und Journalisten über ihre Arbeit austauschen.

Die Polizeikontrollen erfolgten, nachdem sich ein Anhänger der Pegida-Bewegung bei Anti-Merkel-Protesten am 16. August in Dresden lautstark beschwerte. Inzwischen kam heraus, dass der Mann im Landeskriminalamt Sachsen arbeitet. Ein anderer Demonstrant hatte eine Anzeige gegen die Journalisten gestellt. Pallas sieht darin System. Man müsse der Tatsache ins Auge blicken, dass es «eine neue Strategie der Rechten ist, durch gezielte Anzeigen bei Versammlungen Journalisten und Polizisten zu binden und dadurch das Geschehen zu verkomplizieren».

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