Verein bringt Lehrpfad auf Vordermann

Schautafeln künden von der Geschichte der Thumer Schmalspurbahn. Viele sind nun aufwendig erneuert worden.

Herold/Thum.

Er ist in die Jahre gekommen, der Lehrpfad zur Thumer Schmalspurbahn. Vor rund 20 Jahren ist er durch die Privatinitiative von Gerhard Jäger entstanden. Nun hat sich die "Interessengemeinschaft Schmalspurbahn Thumer Netz" dem Pfad angenommen. "Viele der Schautafeln waren beschädigt und zum Teil unleserlich, einige waren gar ganz verschwunden", berichtet René Dippmann vom Vereinsvorstand. Somit ist der "Lehrpfad Thumer Schmalspurnetz" von den Mitstreiten der Gemeinschaft bis Ende vergangenen Jahres erneuert und erweitert worden. Über 30 der insgesamt 41 Tafeln sind neu entstanden. Die Thumer Firma WMS-Werbung hat die Tafeln hergestellt. Ermöglicht worden ist das Vorhaben durch Mittel über die Kleinprojektförderung der Leader-Region Zwönitztal-Greifensteine, die das ehrgeizige Vorhaben mit einer 80-prozentigen Förderung unterstützte. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 17.000 Euro.

Der Lehrpfad zieht sich durch das gesamte Schmalspurnetz zwischen Schönfeld-Wiesa, Meinersdorf und Wilischthal mit seinem Mittelpunkt Thum. Das Streckennetz hatte eine Ausdehnung von insgesamt rund 43 Kilometern. Die Hinweisschilder stehen unter anderem an allen ehemaligen Bahnhöfen sowie an markanten Punkten der Strecken, wie an der Greifenbachtalbrücke, der sogenannten "Geyerschen oder Grußen Brück", an der Hormersdorfer Höhe oder an den Jahnsbacher Schmalspurbrücken. Jede Tafel enthält meist zwei bis drei entsprechende Fotos. Viele Abschnitte lassen sich auch auf Schusters Rappen oder per Drahtesel sehr gut erkunden. So auf dem Fahrradweg nach Wilischthal oder zum Teil zwischen Thum, Ehrenfriedersdorf und Geyer.

Das Thumer Netz entstand in den Jahren 1886 bis 1911. Zwischen 1967 und 1975 ist das Bahn'l eingestellt und anschließend abgebaut worden. Zuletzt wurde dem verbliebenen Güterverkehr zwischen Thum und Meinersdorf der Garaus gemacht. Eine Tour auf dem Lehrpfad ist eine Reise durch die Geschichte der Bahn, die einst ganz entscheidend zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region beitrug. Übrigens ist jetzt auf jeder Tafel ein QR-Code zu finden. "Die entsprechende Internetseite wird noch mit Informationen und Fotos gefüttert", berichtet René Dippmann. Zudem verweist der Schatzmeister des Vereins darauf, dass zum Lehrpfad ein informativer Flyer entstanden ist. Der Pfad ist in jedem Fall ein touristischer Mosaikstein in der Region.

Die rund 30 Mitstreiter zählende Gemeinschaft aus Herold bemüht sich seit 1997 um die Erhaltung von Sachzeugen der Thumer Bahn. Dabei werden fleißig Unterlagen, Informationen und Fotos gesammelt. Modellbahnausstellungen und Börsen gehören zum Veranstaltungsprogramm des Vereins. Auch der Bahnhof Herold wird vom Verein gepflegt. Dort entsteht ein Traditionsgleis mit historischen Fahrzeugen. René Dippmann verweist dazu darauf, dass die vielschichtige Gemeinschaft immer an weiteren Mitgliedern und Helfern interessiert ist.

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