Warum Schüler in Katar die "Freie Presse" lesen

Die Auer Zeitung ist ein "hippes Medium", finden Achtklässler im fernen Orient. An die Lektüre kamen sie über Umwege.

Aue/Doha.

Linda Ramsbeck ist Lehrerin für Deutsch und Geografie an der Deutschen Internationalen Schule in Doha, der Hauptstadt von Katar. Die 30-Jährige betreut auch Kurse in der Sekundarstufe in Deutsch. In einem Zeitungsprojekt hat sie jetzt ihre 8. Klasse mit der Zeitung aus ihrer Heimat, dem Erzgebirge, bekannt gemacht.

"Meine Eltern waren vor kurzem bei mir zu Besuch und haben einige Exemplare der 'Freien Presse' Aue mitgebracht", erzählt Linda Ramsbeck am Telefon. Die junge Frau stammt aus Zschorlau. Seit drei Jahren arbeitet sie im Ausland, bevor sie nach Katar kam, war sie in Kairo Lehrerin.


Dieses Jahr wird sie allerdings nach Deutschland zurückkommen, an die Schule in Grünhain-Beierfeld, wo sie ihr Referendariat gemacht hat. "Ich habe jetzt die Chance, eine Beamtenstelle zu bekommen, außerdem ist die Sehnsucht nach dem Zuhause, Freunden und Familie doch recht groß geworden", begründet Linda Ramsbeck ihre Entscheidung.

Mit ihrem Zeitungsprojekt hat sie ihre Schüler indes offenbar schwer beeindruckt. In einem Beitrag, den sie darüber verfasst und an die "Freie Presse"-Redaktion geschickt haben, heißt es nämlich: "Wer glaubt, eine Zeitung zu lesen, wäre Old School, der täuscht sich. Wir wurden eines Besseren belehrt und können ruhigen Gewissens behaupten: Zeitung lesen macht Spaß und ist alles andere als aus der Mode gekommen."

Das Thema Zeitung ist laut Linda Ramsbeck "in den muslimischen Ländern rar besetzt". Es gibt so gut wie keine. Deutsche Zeitungen kann man in Doha gar nicht kaufen. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass die Schüler ihre Lehrerin "mit Fragen löcherten". Dass die Zeitung nachts bis zu den Haushalten gebracht wurde, konnten die Schüler gar nicht richtig glauben. "Hier gibt es keine Briefkästen, Post wird zentral von Ämtern abgeholt", erklärt Linda Ramsbeck. Der Aufbau der Zeitung, Unterschiede zu anderen Zeitungen, Textarten, Druck und Verkauf waren weitere Themen, mit denen sich die Schüler in ihrem Projekt beschäftigten.

Die Schüler berichten auch davon, dass sie momentan selbst eine Klassenzeitung erstellen. "Dafür schreiben wir fleißig Artikel über Aktivitäten in unserer Schule und berichten von unterschiedlichsten Themen aus Doha und Katar. Das ist gar nicht so einfach, denn unsere gewählten Chefredakteure haben hohe Ansprüche." Sehr hilfreich waren nach Einschätzung von Linda Ramsbeck "die umfangreichen und gut aufbereiteten Materialien, die die 'Freie Presse' im Netz bereitstellt."

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