Historische Wartehalle an der Rentzschmühle zieht um

Vor einem Jahr angekündigt, gestaltet die Deutsche Bahn den Bahnhof Rentzschmühle jetzt um. Der Verein De Gockeschen rettet das historische Bauwerk.

Rentzschmühle.

"Bis zum Sonntag müssen wir alles abgebaut haben. Aber das schaffen wir", sagt Jörg Gemeinhardt vom Volksmusikverein De Gockeschen. Seit Freitag sind der passionierte Handwerker und sein zehnköpfiges Team in Wochenend- und Feierabendarbeit dabei, das etwa 100-jährige Fachwerkgebäude ordnungsgemäß abzubauen.

Seit Monaten hatte sich Gemeinhardt Gedanken darüber gemacht, wie die Halle am besten auseinander genommen und später am Fuße der Burgruine Liebau wieder aufgebaut werden kann. 35.000 Euro sind für das Projekt veranschlagt, für das eine 50-prozentige Förderung über das Leader-Förderprogramm beantragt wurde. Der Rest der Kosten soll aus Spenden finanziert werden, vor allem von Gemeinhardt selbst. Glück für De Gockeschen, das Projekt und die historische Wartehalle, dass der Handwerker aus Leidenschaft, der auch gerne alte landwirtschaftliche Gerätschaften aufbereitet, im beruflichen Leben eine Firma für Industriegase führt.

"Die Fenster habe ich vorsichtig schon vor der Großaktion herausgebaut", so Gemeinhardt. Auch andere derartige Vorarbeiten machen es möglich, dass das enge Zeitfenster von einer Woche für den Abbau eingehalten werden kann. "Wir wussten ja, worauf wir uns einlassen. Die Bahn hat uns von Anfang an gesagt, dass es bei Bekanntwerden des Baubeginns dann schnell gehen muss." So wurde am gesamten Wochenende und in dieser Woche Tag für Tag, Abend für Abend, nach und nach abgebaut. Um die Wartehalle später in Liebau wieder ebenso zusammenbauen zu können, mussten die Balken des Fachwerks nummeriert werden.

Nach dem Abbau wird die Konstruktion zwischengelagert. Denn für den Verein steht jetzt Ende Juni erst einmal das traditionelle, alljährliche Liebauer Ruinenfest am Fuße der Burgruine an. Zudem fehlen noch letzte Baugenehmigungen. "Vom Leader-Ausschuss wurde alles genehmigt. Die sind sehr angetan von dem außergewöhnlichen Projekt", freut sich Gemeinhardt. Nun habe noch der Landkreis einige Entscheidungen zu treffen.

Doch untätig sein will der Jocketaer in der Zwischenzeit nicht. Schließlich müssen einige Balken aus der Fachwerkkonstruktion erneuert werden, die überhaupt nicht mehr gebrauchsfähig sind. "Die werde ich im Vorfeld schon anfertigen, wenn ich abends Zeit und Lust habe. Dann kann der Aufbau, nachdem eine Firma das Fundament gemacht hat, schneller vonstatten gehen", freut sich Gemeinhardt und ist schon ganz gespannt auf den alten Bahnhof Rentzschmühle am neuen Standort Liebau. Noch in diesem Jahr soll die Wartehalle dort stehen.

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