Schneeberger Kulturzentrum zu Steimle-Auftritt: "MDR-Eklat spielt keine Rolle"

Eventmanagerin des Schneeberger Kulturzentrums spricht über den Auftritt am Freitag. Die Veranstaltung ist seit Monaten ausverkauft.

Schneeberg.

Auf diesen Auftritt warten Fans von Uwe Steimle bereits seit Monaten: Am Freitagabend ist der Kabarettist mit seinem Programm "Fludschen muss es" vor ausverkauften Rängen im Kulturzentrum "Goldne Sonne" in Schneeberg zu Gast. Eventmanagerin Katja Reichert, die das Haus leitet, nennt Steimle einen Besucherliebling. "Wir sind schon seit einem Dreivierteljahr ausverkauft", sagt sie. Spätestens seit der beendeten Zusammenarbeit mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) steht die Person Steimle aber im Fokus der Öffentlichkeit. Kritiker werfen ihm Antisemitismus, Antiamerikanismus und Nähe zur fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung in Dresden vor.

Die Debatte um den Kabarettisten ist längst auch in Schneeberg angekommen. "Wir haben im Vorfeld recherchiert, wie andere Häuser mit ihm umgehen", erklärt Katja Reichert. Eine Absage habe dabei nicht im Raum gestanden. "Wir beschneiden Künstler nicht in ihrer Art der Darbietung und in ihrer Meinungsfreiheit, solange keine extremistischen Aussagen getätigt werden." Das Aus beim MDR sei für das Kulturzentrum nicht von Bedeutung. "Nur weil es keine Zusammenarbeit mehr mit dem Sender gibt, ist das für uns kein Grund, der Veranstaltung einen Riegel vorzuschieben", so Reichert. "Der MDR-Eklat spielt keine Rolle." Der Wirbel um das Thema habe Steimles Popularität aber eher geholfen. Die Eventmanagerin erwartet, dass die jüngsten Ereignisse unter den Gästen Gesprächsthema sein werden.

Der MDR hatte sich im Dezember von Steimle getrennt. Grund seien wiederholte öffentliche Vorwürfe gegen den Sender, teilte MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi mit. Die Sendung "Steimles Welt" werde daher dieses Jahr nicht fortgesetzt. (juef/dpa)

13Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 7
    3
    Zeitungss
    25.01.2020

    cn3b….: Wäre fast untergegangen, ich bitte meine späte Reaktion zu entschuldigen, der Sinn meiner Zeilen kam eben nicht an und damit ist eigentlich alles gesagt. Nein, ein Großteil der Bevölkerung zieht heute nicht mehr mit Winkelementen an der Bühne vorbei um sein Wohlwollen zum Ausdruck zu bringen. Winkempfänger haben dazu naturgemäß eine andere Meinung. Ob Sie zu dieser Sparte gehören, möchte ich auch nicht wissen, wenn ja, achten Sie auf den Erhalt der gegenwärtigen Gepflogenheiten.

  • 6
    2
    Zeitungss
    25.01.2020

    @ChWtr: Ich kann herzhaft lachen, mehr fällt mir zu diesem Beitrag nicht ein.

  • 3
    10
    ChWtr
    25.01.2020

    Völlig richtig. (cn3) Völlig!!!

    Klagen, meckern, jammern, diffamieren - das andere lasse ich mal wech.

    Der neue Volksport!

    Man könnte denken, manche leben noch im Bezirk Karl Murks Stadt.

  • 4
    11
    cn3boj00
    25.01.2020

    @Zeitungss: Wer kann sich Ihrer Meinung nach (ich hoffe Sie fühlen sich noch nicht vom Staatsschutz beobachtet) denn keine eigene Meinung "leisten"?
    Kennen Sie jemanden der wegen seiner Meinung ins Gefängnis musste oder sonstigen staatlichen Repressalien ausgesetzt ist? Das einzige, was ich zu diesem Thema feststelle, ist die Verwechslung von Meinungsfreiheit mit der Freiheit andere zu beleidigen und zu beschimpfen, und die Verwechslung von Meinungsfreiheit mit dem Ansinnen, dass der eigenen Meinung nicht widersprochen werden darf.

  • 16
    3
    Freigeist14
    25.01.2020

    Zeitungss@ Sie haben leider recht . Der harmlose und konforme Dieter Nuhr kann sich mit seinen üblichen Gästen jede Woche in der ARD austoben . Echtes Kabarett findet sich leider nur noch in der ZDF-Anstalt und auch im Bayerischen Fernsehen am Donnerstag . Mit dem Abgang von Volker Pispers , Georg Schramm und dem Tod von Dieter Hildebrandt ist das Hauptprogramm im TV eine Bühne der seichten Unterhaltung mit Krimis, Rateshows und Fussball geworden .

  • 15
    3
    Zeitungss
    25.01.2020

    @cn3....: Eine Antwort darauf erübrigt sich, es ging in meinem Beitrag auch nicht speziell um Steimle. Es wird an vielen Schrauben gedreht, was die Meinungsfreiheit betrifft, ob Sie es wahrnehmen oder nicht, kann, will und werde ich nicht beeinflussen. Es kommt darauf an, ob man es sich leisten kann oder nicht, eine eigene Meinung zu haben, was heute ein sehr wichtiger Punkt ist. Scheinbar bin ICH mit dieser Meinung nicht unbedingt ein Einzelgänger, was hier ebenfalls ersichtlich ist.

  • 3
    14
    cn3boj00
    24.01.2020

    @Zeitungs, meinen roten Daumen bekommen Sie dafür, dass Sie Vermutungen in den Raum stellen und das rechte Klischee der verlorenen Meinungsfreiheit bedienen. Ich bin sicher, es wird wieder Rückblicke geben, es gibt ja auch noch zahlreiche gesellschaftskritische Sendungen, über deren Abschaltung bisher nicht spekuliert wird. Warum Pforte D aufgehört hat weiß ich übrigens nicht, vielleicht sind Sie da besser informiert.
    Was Steimle betrifft: er kann auftreten wo er will. Dass man in Schneeberg kein Problem damit hat ist normal, wieso muss man darüber überhaupt schreiben? Mir ist nicht bekannt dass man Steimle bisher einen Auftritt verwehrt hat (was nichts damit zu tun hat ob man einen Anspruch auf Fernsehshows hat). Dass er das jetzt noch ausschlachtet ist für mich ein Argument mehr darauf zu verzichten.

  • 9
    3
    Interessierte
    24.01.2020

    Dass er auch den Honecker parodiert , da kam wohl noch keine Kritik ?

  • 13
    6
    Zeitungss
    24.01.2020

    Immerhin, bei den bisherigen roten Däumchen steckt es n o c h oder schon w i e d e r drin. Freie Meinungsäußerung passt nicht überall hin und in die Neuzeit schon gar nicht, über die Gründe dar wieder jeder selbst nachdenken, wenn er darf.

  • 12
    5
    Interessierte
    23.01.2020

    Wer sind denn diese "Kritiker" überhaupt ?

  • 36
    17
    Zeitungss
    19.01.2020

    Leute, deren Meinung nicht in die heutige Landschaft passt, haben es in diesem Land nicht leicht, wie es schon in jeder Gesellschaftsform der Fall war. Ich erinnere noch einmal an das Kanzleramt Pforte D, welches auch nicht in die Landschaft passt und es wird nicht die letzte verschwundene Sendung sein. Ich fürchte, 2020 wird es nicht einen einzigen Jahresrückblick mehr geben, wer lässt sich schon gerne den Spiegel vors Gesicht halten wenn es keine positiven Nachrichten im Sinne des Gespiegelten sind.

  • 18
    12
    Interessierte
    19.01.2020

    Kritiker- werfen ihm Antisemitismus, Antiamerikanismus und Nähe zur fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung in Dresden vor.
    ( stimmt denn das ?

  • 41
    20
    Dorpat
    18.01.2020

    Steimle ist ein ehrlicher Mensch, mit dem Herz am rechten Fleck!



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