Angriff auf Polizisten: Den Tätern droht Haft

Generalstaatsanwaltschaft beobachtet den Fall - Männer auf freiem Fuß - Politiker verurteilen die Attacken

Plauen.

Mit Freiheitsstrafen von mindestens sechs Monaten müssen die Männer rechnen, die am Donnerstag im Plauener Stadtzentrum Polizisten angegriffen hatten. Das teilte gestern die Plauener Außenstelle der Staatsanwaltschaft Zwickau mit. Sprecher Hans-Christian Fink zufolge werden Angriffe auf Vollstreckungsbeamte und gefährliche Körperverletzung jeweils mit Haftstrafen geahndet.

Ermittelt werde gegen einen Mazedonier, einen Libyer und einen Kroaten. Wann der Fall zur Anklage kommt, sei derzeit nicht absehbar. Die Männer sind auf freiem Fuß. Ein Video, das die Szene zeigt, war binnen eines Tages mehr als 2,5 Millionen Mal geklickt worden.

Die Plauener Landtagsabgeordneten Frank Heidan (CDU) und Juliane Pfeil-Zabel (SPD) warnten unterdessen vor Panikmache und Populismus. Heidan gibt an, Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow über den Fall informiert und gebeten zu haben, den Generalstaatsanwalt in Dresden einzuschalten. Die Ermittlungen liegen indes weiter bei der Staatsanwaltschaft Zwickau. Der Generalstaatsanwalt habe sich davon berichten lassen, so Sprecher Wolfgang Klein gestern. "Wir schalten uns aber nicht in die Ermittlungen ein", sagt Klein.

Juliane Pfeil-Zabel erklärte: "Die steigende Anzahl der Fälle an Gewalt gegen Polizisten ist erschreckend. Ich warne jedoch davor, dass man alle Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund vorverurteilt ... Es macht mich wütend, dass das Fehlverhalten von wenigen die gesamte Flüchtlingsdebatte prägt." Plauen habe auch Integrationserfolge vorzuweisen.

Der FDP-Stadt- und Kreisrat Sven Gerbeth verurteilte den Angriff auf Polizisten als "nicht hinnehmbar". Er wolle aber nicht alle Ausländer über einen Kamm scheren: Ihm seien Familien und Asylsuchende bekannt, die tatsächlich vor schlimmen Verhältnissen geflohen sind. Wünschenswert sei, wenn diese sich von Krawallmachern distanzierten. Auch der Runde Tisch für Demokratie äußerte sich gestern. Behörden und Politik müssten sich den Problemen stellen, "damit das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nicht weiter Schaden nimmt", heißt es in einer Erklärung, und: "Eine anhaltende negative Entwicklung auf diesem Gebiet wäre Wasser auf die Mühlen der Feinde der Demokratie."

Bei dem Polizeieinsatz am Donnerstag holten Beamte einen Libyer im Zentrum ab, um ihm dem Amtsgericht vorzuführen. Dabei waren sie angegriffen worden. (manu)

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2Kommentare
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  • 5
    0
    aussaugerges
    23.08.2018

    Dieses Video hat doch gezeigt wie sich unsere Neubürger darstellen.
    Sie haben sich selbst entlarft,mit ihren Auftreten.
    Die Polizei lächerlich, (kein Ausweis und sich als Axtmann zu bezeichnen) machen und die Kinder aufhetzen.

    Mein volles Verständnis der Polizei.

  • 11
    0
    Einspruch
    22.08.2018

    Die Haft darf nicht nur drohen sondern sollte ein exemplarisches Ausmaß haben und in jedem Fall zügig umzusetzen sein.
    Sonst haben wir hier bald Zustände, an die man lieber nicht denken will. Und den Polizisten gehört der Rücken gestärkt seitens der Politik. Immerhin riskieren die täglich ihren Hals für das Versagen der Politiker.



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