Das Chemnitzer Stadtfest und die Abbruch-Gerüchte

Berichte von Dutzenden Übergriffen auf Frauen machen im Netz die Runde. Die Polizei stellt die Vorgänge ganz anders dar.

"Stadtfest abgebrochen", "Programm vorzeitig beendet", "Chemnitz kapituliert" - mit Schlagzeilen wie diesen lässt die Stadt seit dem Wochenende deutschlandweit aufhorchen. Noch gestern rangierte das Chemnitzer Stadtfest im Internet unter den meistdiskutierten Themen. Dabei war nach Darstellung der Veranstalter nicht wirklich viel passiert: Nach handfesten Auseinandersetzungen mit 13Verletzten in der Nacht zu Freitag war tags darauf die Musik einfach abgedreht worden, als es kurz nach Mitternacht rund um die MDR Jump-Bühne an der Brückenstraße erneut zu Rangeleien kam. Das zeigte Wirkung. Binnen kurzer Zeit, so schildern Besucher, löste sich die Situation auf. Weil die Veranstaltung wenig später ohnehin hätte beendet werden müssen, sei die Musik nicht wieder aufgedreht worden, hieß es von den Veranstaltern. Auf allen übrigen Bühnen habe man bis zum Ende durchgefeiert.

Dass daraus in vielen Medien ein "Abbruch" des Stadtfests wurde, geht im Wesentlichen auf einen einzigen Eintrag bei Facebook zurück. Lars Franke, Vorstandsmitglied der Chemnitzer AfD und einer der einflussreichsten Netzwerker in der hiesigen Asylgegnerszene, hatte den Beitrag noch in der Nacht als "Eilmeldung" in Umlauf gebracht. "Es brennt an allen Ecken des Festes", schrieb er. Allein vor der Bühne an der Brückenstraße würden sich "300 bis 500angetrunkene Araber" tummeln, Frauen "dutzendfach" belästigt. Als "Beleg" fügte Franke mehrere Fotos und Videos bei. Sie zeigen allerdings nur tanzende und unbeschwert herumstehende junge Leute, unter ihnen viele Migranten. Und einen Sicherheitsdienst, der das Geschehen aufmerksam, aber augenscheinlich entspannt verfolgt.

Sascha Aurich

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Besucher des Festes, die am späten Samstagabend an der Brückenstraße unterwegs waren, sprachen später von einer zunehmend unbehaglichen Atmosphäre. "Es war zum Schluss schon unheimlich", schilderte eine junge Frau. Von Übergriffen oder dergleichen hätten sie und ihre Begleiter nichts mitbekommen, allerdings Schubsereien zwischen jungen Migranten beobachtet.

Doch die Geschichte vom "Abbruch" des Festes kochte rasch hoch und wurde bald auch von vielen Onlineportalen weiterverbreitet. Pegida-Chef Lutz Bachmann meldete sich zu Wort, eine Reichsbürger-Plattform stellte ein eilig erstelltes Video ins Netz, von "Kölner Verhältnissen" war die Rede.

Die Polizei, die am Wochenende für eine Einschätzung des aktuellen Geschehens nicht zur Verfügung stand, legte ihre Bilanz des Stadtfestes gestern vor. Demnach waren über die drei Tage hinweg 27 Straftaten zu verzeichnen - zwei mehr als im vergangenen Jahr, bei deutlich gestiegener Besucherzahl. Gut die Hälfte waren Körperverletzungen, zumeist unter Alkoholeinfluss. 16Personen kamen zu Schaden. Zudem gab es sieben Diebstähle, zwei Bedrohungen, je einen Fall von Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Drogenbesitz. "In einem Fall wird wegen sexueller Belästigung ermittelt", sagte eine Sprecherin. Berichte über eine Messerstecherei konnte sie nicht bestätigen. Bei der Mehrzahl der Tatverdächtigen und der insgesamt acht in Gewahrsam Genommenen habe es sich um "Personen nichtdeutscher Herkunft" gehandelt, darunter Libyer und Syrer.

Auf wessen Veranlassung an der Bühne auf der Brückenstraße das Programm vorzeitig beendet wurde, bleibt weiter offen. "Wir wussten davon nichts", heißt es von der Polizei. Für die Beamten vor Ort habe es keinerlei Grund zum Eingreifen gegeben. MDR Jump hingegen behauptet das exakte Gegenteil. "Auf Bitten der Sicherheitskräfte hat das MDR Jump-Team an die Besucher appelliert, friedlich zu feiern", heißt es in einer Stellungnahme. "Ebenso kamen wir dem Wunsch der Einsatzzentrale der Polizei nach und beendeten unser Bühnenprogramm bereits 0.30 Uhr statt um 1 Uhr."

Stadtfest-Organisator Sören Uhle ist trotz der Negativ-Schlagzeilen davon überzeugt, dass mit dem Abdrehen der Musik genau richtig gehandelt wurde. "Wir haben präventiv agiert, noch bevor etwas Schlimmeres passiert ist", sagte er.


Kommentar: Der Zeit hinterher

Es ist noch gar nicht lange her, da reagierte die Polizei gern ein wenig genervt, wenn Medienvertreter sich nach Details zu Kirmesschlägereien erkundigten. Man könne sich nicht um jede Rauferei kümmern, hieß es dann oft.

Heute haben schon weitaus harmlosere Vorfälle das Zeug zum Politikum. Binnen Stunden zigtausendfach im Internet verbreitet, entfalten sie eine immense mediale Wirkung. Viele Polizeidienststellen haben sich darauf eingerichtet, nehmen aufkommenden "Fake News" frühzeitig den Wind aus den Segeln.

Auch die Chemnitzer Polizei hätte zum Stadtfest als Korrektiv wertvolle Dienste leisten und der Stadt einiges an Negativ-PR ersparen können. Doch ihre Medienabteilung ging während der größten Party des Jahres auf Tauchstation. Sie überließ den Tenor der Berichterstattung zur Sicherheitslage über Tage hinweg jenen, die in erster Linie ihr eigenes politisches Süppchen kochen.

Der Grund: Alle Erkenntnisse zu Straftaten (am Ende waren es ganze27) sollten erst einmal gesammelt und dann am Montag geschlossen präsentiert werden. Da aber war das Zerrbild eines von wüsten Ausschreitungen geprägten Festes längst in kräftigen Farben gezeichnet - und in alle Ecken des Landes verbreitet. So recht scheint die Polizei im digitalen Zeitalter noch nicht angekommen zu sein.

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20Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    0
    UK13
    01.09.2017

    @cn3boj00: Ganz so kann ich Ihren Kommentar leider nicht stehen lassen,schon gar nicht wenn das Wort "Unsinn" im Spiel ist.Aus eigenem Erleben kann ganz sicher der Bühnenbetreiber sprechen.Und genau der hat in gemeinsamer Einschätzung mit anderen Verantwortlichen nun mal die Musik verstummen lassen(bei dieser Formulierung muß zumindest nicht über Abbruch oder Unterbrechung gesprochen werden)Warum?Waren die Guten schon zu Hause und nur noch die Raufbolde unterwegs?Läuft man also Gefahr nach 22 Uhr nur Eskalierer in Chemnitz zu treffen ganz so wie sie vermuten ohne es zu wissen.Leider ist der von mir angeführte Kommentar des Redakteurs nicht mehr auffindbar.Vielleicht können ja die hier mitlesenden Verantwortlichen der FP zur Aufklärung beitragen.

  • 2
    6
    cn3boj00
    31.08.2017

    @UK13. die erste Hälfte Ihres ironischen Posts trifft ungefähr die Faktenlage, die zweite ist Unsinn. Leider hat hier keiner aus eigenem Erleben berichten können. Außer Lars Franke, der die Vorgänge auf seiner Facebookseite "dokumentiert" hat, nur dass die Bilder ganz im Widerspruch zu seinem Bericht stehen. Den Beitrag von einem Redakteur habe ich leider übersehen, aber ich freue mich auf das nächste Stadtfest auch. Denn zumindest bis 22 Uhr gab es keine Probleme, und länger bleiben vielleicht ja nur die, welche Eskalation suchen, ich weiß es nicht.
    Und bitte, es tut mir leid, wenn ich der einzige bin, der zwischen betrunkenen Ausländern und betrunkenen Hooligans keinen Unterschied macht, aber ich beurteile Menschen eher nach dem was sie tun und nicht nach dem wie sie aussehen (oder doch? Hools sehen auch nicht freundlich aus...:)

  • 2
    8
    Blackadder
    31.08.2017

    @Einspruch: Die Auseinandersetzungen und Straftaten, die es wirklich gegeben hat, hat niemand geleugnet und sowohl Polizei als auch Freie Presse haben diese penibel aufgelistet. Es geht doch hier darum, dass von bestimmten Personen aus dem AfD Umfeld weitere Straftaten dazu gedichtet wurden und die Anzahl der Personen, die beteiligt waren auch massiv nach oben "korrigiert" wurde, um Stimmung zu machen. DARUM ging es hier.

  • 14
    5
    Einspruch
    30.08.2017

    Wahrscheinlich hat sich beim geselligem Tanzen einiger Besucher des Festes die Verkabelung der Lautsprecher gelöst. Die Schlägereien waren derbes Schulterklopfen, wurde nur fehlinterpretiert. Wenn jetzt noch wenigstens ein oder zwei Deutsche als Mittäter präsentiert werden können, ist alles in Butter.

  • 14
    2
    UK13
    30.08.2017

    @all:Aus dern Kommentaren der letzten Tage läßt sich folgendes ableiten:Resultierend aus den Vorfällen der Nacht von Freitag auf Samstag hat der Veranstalter und die Polizei und MDR Jump aus Angst vor Eskalation der Situation vor der Nicht-Hauptbühne die Veranstaltung,ähmm..nein,das Musikprogramm ab-,sorry unterbrochen und nicht wieder gestartet weil es ja sowieso fast vorbei war.Vermutlich entstand die Angst durch das Lesen eines FB Kommentares eines einzelnen AfD Mitgliedes.FP,Welt,tag 24,MDR aktuell,berichten darüber in eigener Interpretation der Vorgänge.Eigentlich alles ganz harmlos,passiert bei jedem Fußballspiel gerne mal....keine Angst sollen wir haben ,schreibt zumindest ein Redakteur gestern...so sind nun mal die neuen Kulturen,sagt er...und freut sich auf ein friedliches Fest 2018.

  • 6
    1
    Moderator
    30.08.2017

    @norbertfiedler: Von Beteiligung an Gerüchten kann keine Rede sein. Unser erster Beitrag zum angeblichen Abbruch war "Veranstalter dementieren Abbruch des Stadtfests" am Sonntagmittag: https://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Rekord-260-000-Besucher-beim-Chemnitzer-Stadtfest-Irritationen-um-Abbruch-am-Vortag-artikel9985304.php

  • 4
    16
    Blackadder
    30.08.2017

    @cn3boj00: "Ach ja, ich hab ne Menge rote Daumen bekommen für Fakten. Keiner hat aber den Mut seine Meining zu begründen. Wieso?"

    Das ist hier so, hier werden roten Daumen nicht nach Faktenlage sondern nach Nutzername vergeben. Gewöhnen Sie sich schon mal dran. Eigentlich ist jede Diskussion sinnlos.

  • 3
    14
    cn3boj00
    30.08.2017

    @UK13: es wurde keine Veranstaltung abgebrochen, jedenfalls nicht das Stadtfest als solches. Es wurde auf einer Bühne (und das war auch nicht die Hauptbühne wie von Bild.de danach berichtet) die Vorstellung abgebrochen, um eine Eskalation zu vermeiden. Alles was behauptet wurde bis zu massenhaften sexuellen Übergriffen ist Erfindung einer Lügenpresse.
    Im Übrigen passiert das, was auf dem Stadtfest passierte, fast jede Woche bei einem Fußballspiel. Regt sich darüber jemand auf?
    Ach ja, ich hab ne Menge rote Daumen bekommen für Fakten. Keiner hat aber den Mut seine Meining zu begründen. Wieso?

  • 10
    0
    29.08.2017

    Wie kam es dazu, dass FP sich an der Verbreitung des "Gerüchts" beteiligte, indem es im Ticker über den Stadtfestabbruch berichtete?

  • 9
    15
    cn3boj00
    29.08.2017

    Ich weiß nicht wer von den Schreibern hier tatsächlich auf dem Stadtfest war (oder aus Angst vor Terroristen lieber zu Hause Blieb), wer die facebookseite von Herrn Franke besucht hat und wer den Artikel oben richtig gelesen hat. Ich habe da teilweise andere Dinge gelesen als mancher Schreiber hier, was etwa die "Unfähigkeit der Polizei" betrifft.
    Tatsache ist, dass Frank geschrieben hat "Vorzeitiger Abbruch des Chemnitzer Stadtfestes..." dann kommt eine Relativierung zur Jump Bühne (weiß nicht was da nachträglich editiert wurde) und dann heißt es weiter "Es brennt an allen Ecken des Festes...". Dann kommen 2 Videos und 2 Fotos als "Beweis", auf denen weder Feuer, noch sexuelle Übergriffe, noch Prüdeleien zu sehen sind, nicht mal Schubsereien. Es ist zu sehen, dass unter den nächtlichen Zuschauern viele Ausländer sind. Nicht mehr und nicht weniger.
    Außerdem steht die Aussage, dass 0:30 die Musik auf dieser einen Bühne abgestellt wurde, weil eine Situation zu eskalieren drohte, in deren Folge es womöglich wieder Verletzte hätte geben können. Statt darüber nun in wilde Spekulationen zu verfallen, darf man denjenigen, die dies veranlasst haben, einfach sagen: gut gemacht! Egal ob das nun die Polizei oder die Bühnenveranatwortlichen waren, es war offensichtlich (ich habs nicht mehr gesehen) richtig! Und es gab nicht erst eine Kompetenzdiskussion oder ähnliches, in deren Ergebnis man dann hätte wieder über alle herziehen können, weil si nicht, zu spät oder falsch reagiert haben. Einfach gut gemacht! Manche scheint das offenbar zu stören, dass nichts weiter passiert ist.
    Um so schlimmer, dass in manchen Medien nun ein völlig verzerrtes Bild entstanden ist. In Wirklichkeit war das Fest sehr schön, für heutige Verhältnisse sehr friedlich, und mein Fazit ist: auch nächstes Jahr gerne wieder.

  • 18
    12
    UK13
    29.08.2017

    @Blackadder: Ja,ich finde es schlimm das man auf Grund einer Gefährdungslage ein Musikprogramm abbrechen muss:"Trauriger Ho?hepunkt: der Abbruch der Party Sonntagnacht auf der Jump- Bu?hne. "Durch die gute Zusammenarbeit von Veranstalter, Sicherheitsdienst und uns konnte Schlimmeres verhindert werden", sagt Polizeisprecherin Jana Kindt.
    Und nein,es ist nicht hinnehmbar das sogenannte Migranten-oder welche Bezeichnung Sie auch immer gern für die Störer welche ja nun eindeutig benannt wurden lieber hätten-Auslöser für Situationen sind die andere in Gefahr bringen.Eine vergleichbare Situation unter Beteiligung Angehöriger anderer Nationen zu einem derartigen Event in Chemnitz ist mir nicht bekannt.Oder wurde wegen drohender Gefahr beispielsweise durch Tschechen,Polen ,Ungarn,Chinesen,Japanern.......schon einmal eine Veranstaltung vor dem offiziellem Ende abgebrochen?

  • 11
    11
    Steuerzahler
    29.08.2017

    @cn3boj00: Hut ab! Sie sind wahrscheinlich der Einzige, der unseren ausländischen Freunden ansieht, ob sie Terroristen sind oder nicht! Ich jedenfalls würde mir das nicht zutrauen, erst Recht nicht, wenn dann noch zu viel Alkohol im Spiel ist! Es nährt schon Zweifel an einer objektiven Berichtetstattung, wenn sich Veranstalter, Polizei und MDR einerseits widersprechen und andererseits das, was gesagt und veröffentlicht wird, nicht so richtig zu den Geschehnissen passt. Der Aufruf, friedlich zu feiern, war wohl dann nur ein Unterhaltungsbeitrag?

  • 13
    16
    cn3boj00
    29.08.2017

    Ich war nicht bis 1 Uhr dort, warum auch. Tatsache ist, dass abzusehen war dass es nicht ganz friedlich bleiben würde, da der Grad der Alkoholisierung sichtbar zunahm, leider auch bei Migrantengruppen. Und es war sichtbar, dass das vor allem auf der Brückenstraße so war, während es in anderen Bereichen absolut friedlich zuging.
    Dass ein AfD-Vorstandsmitglied die Situation ausschlachtet und missbraucht, und damit den Ruf einer ganzen Stadt schadet, ist nicht akzeptabel. Gerade die Leute, die am lautesten "Lügenpresse" skandieren und den Medien Meinungsmache vorwerfen, sind mit gezielten Lügen und Falschmeldungen auf Dummenfang aus, denn wer nicht dort war wird denken, bei uns hat sich die Kölner Silvesternacht wiederholt. Aber das sind wir ja von diesen ernsthafte Demokraten gewohnt, und es ist bedauerlich, dass insbesondere eine eher unkritische Klientel das dann hinnimmt.
    Bezeichnend ist auch, dass diese "Demokraten" sich nicht von solchen Lügen distanzieren, sondern diese noch rechtfertigen. Für mich sah jedenfalls keiner der ausländischen Stadtfestbesucher wie ein Terrorist aus, sondern eher wie Menschen, die mit dem deutschen "Kulturgut" Alkohol nicht richtig umgehen können.
    Unabhängig davon kann ich den Veranstaltern eigentlich nur empfehlen, solche Großveranstaltungen um 23 Uhr zu beenden. Die meisten friedlichen Besucher, vor allem Familien, haben sich da sowieso zurückgezogen.

  • 11
    15
    Blackadder
    29.08.2017

    @AfD Fraktion: Vielen Dank für die Richtigstellung der Position von Herrn Franke, zu seinen konkreten Aussagen wollen Sie sich nicht äußern, außer durch Allgemeinplätze?

    @Hinterfragt: Wir sind in Chemnitz und nicht in Köln. Auf wessen Wunsch hin die Musik abgestellt wurde ist nicht geklärt, das ist wahr, aber das ist wohl auch nicht so relevant. Relevant ist: Es gab keine 300-500 Araber, die Stunk gemacht haben, wie von Herrn Franke behauptet. Es gab keine Messerattacke, wie von Herrn Franke behauptet. Es gab keine massenweisen sexuellen Übergriffe, wie von Herrn Franke behauptet. Schausteller, die auf der Brückenstrasse standen, unterstützen übrigens die Einschätzung von Polizei und Stadtfest (u.a. auf der Facebook Seite des Stadtfestes).

    Welche Beweise haben Sie denn, dass die Polizei angeblich etwas vertuscht oder lügt?

    @UK13: Finden Sie es schlimm, dass präventiv die Musik ausgestellt wurde? Hätten Sie lieber andere schlimmere Schlagzeilen gehabt? Liest sich fast ein bisschen so ihr Kommentar.

    @Pragmatiker: Es wird nicht pauschal gegen die Polizei gewettert, sondern NUR über ihre fehlende Kommunikation am WE und das ist durchaus nachvollziehbar. Und das Aufbauschen des Ganzen durch die AFD aus REINEN Wahlkampfzwecken hilft weder der Polizei, noch der Stadt Chemnitz noch dem Stadtfest oder den Bürgern.

  • 10
    9
    fsaenge
    29.08.2017

    Ich finde es schon bedenklich, wenn seitens der FP ins Feld geführt wird: ?Demnach waren über die drei Tage hinweg 27 Straftaten zu verzeichnen - zwei mehr als im vergangenen Jahr, bei deutlich gestiegener Besucherzahl.? Hier wird quasi ex post argumentiert, dass aufgrund der relativ niedrigen Zahlen an Straftaten nicht von einem ernsthaften Vorfall gesprochen werden kann und damit auch kein Abbruch vorgelegen haben kann, weil ja keine Straftaten im Vorfeld des Abbruchs verübt worden seien, die einen möglichen Abbruch gerechtfertigt hätten.
    Tatsache ist, es kam zu einer Unterbrechung. Diese Unterbrechung hatte aller Wahrscheinlichkeit nach in den Vorgängen einen Tag zuvor Ihre Ursache. Man befürchtete es könne zu einer Wiederholung der Vorfälle kommen.
    Der Abbruch, so ist jedenfalls naheliegend, hat gerade weitere Straftaten, vergleichbar derer vom Vortag, verhindert.
    Wenn man jetzt argumentiert, es war gar nicht nötig oder gar nicht so schlimm gewesen, weil es sei ja nichts passiert, könne man auch argumentieren: Für was muss ich Stadtfeste z.B. durch Containersperren vor Terror schützen, wenn im Ergebnis gar nichts passiert ist. Selbst dann, wenn der Terroranschlag gerade durch diese Containersperre verhindert worden ist, weil ein potentieller Täter sich dadurch hat von seiner Tat abbringen lassen. Sie sehen, diese Argumentationskette hat einen gravierenden Fehler. Das wäre gleichsam eine Pseudo-Erklärung in Form einer petitio principii. Und nichts anders betreibt die FP mit diesem Artikel.

  • 24
    5
    Pragmatiker
    29.08.2017

    @blackadder,@Michael Müller (FP): Es ist für mich einfach nicht nachvollziehbar, wieso in einem FP-Kommentar wieder einmal die Polizei als unfähig und hinterweltlerisch dargestellt wird, anstelle die Verursacher des Debakels ins Visier zu nehmen. Man gewinnt den Eindruck, dass die Auseinandersetzungen von Freitag- und Samstagnacht eine Erfindung von Leuten der sozialen Medien und selbstverständlich der AFD sind. Und die Verantwortlichen von MDR-Jump müssen beim Abbruch offenbar auch unter Halluzinationen gelitten haben, vielleicht war ja dem Bühnennebel etwas Bewusstseinserweiterndes beigemischt.
    Die Straftaten und Straftäter werden von den öffentlichen Medien wie immer lethargisch hingenommen, aber auf die Polizei wird gewettert ? unfassbar!

  • 22
    10
    UK13
    29.08.2017

    "Wir haben präventiv agiert, noch bevor etwas Schlimmeres passiert ist", sagte er.(Sören Uhle).....Eben,etwas Schlimmeres...das allein zeigt doch das man Angst hatte.Warum bittet der Veranstalter "friedlich zu feiern"?Noch nie wurde in Chemnitz eine derartige Veranstaltung aus Angst abgebrochen.Um so peinlicher waren die besänftigenden Worte des MDR Moderators in der MDR aktuell Spätsendung am gestrigen Abend.Alles nicht so schlimm...nur ein FB Eintrag eines einzelnen AfD Politikers sei schuld.Für wie blöd haltet Ihr uns eigentlich....?

  • 21
    9
    Hinterfragt
    29.08.2017

    @Blackadder;
    Erinnern Sie sich an Silvester 2015 in Köln?
    Damals haben die Medien ganz "nüchtern und faktenbasiert" Bericht erstattet, bis der Schwindel aufflog.

    Auch die Polizei hat anfangs alles schön zu vertuschen versucht -- denn es kann ja nicht sein, was nicht sein darf!

    Dumm nur, dass dann Stück für Stück die Warheit ans Licht kam.

    Und auch in Chemnitz gibt es Ungereimtheitzen!
    Die Darstellungen von MDR als Veranstalter auf der Bühne unterscheiden sich extrem von denen der Polizei, wie man auch im Artikel lesen kann.

    "...Auf wessen Veranlassung an der Bühne auf der Brückenstraße das Programm vorzeitig beendet wurde, bleibt weiter offen. "Wir wussten davon nichts", heißt es von der Polizei. Für die Beamten vor Ort habe es keinerlei Grund zum Eingreifen gegeben. MDR Jump hingegen behauptet das exakte Gegenteil. - Auf Bitten der Sicherheitskräfte hat das MDR Jump-Team an die Besucher appelliert, friedlich zu feiern -, heißt es in einer Stellungnahme. - Ebenso kamen wir dem Wunsch der Einsatzzentrale der Polizei nach und beendeten unser Bühnenprogramm bereits 0.30 Uhr statt um 1 Uhr.- ..."

  • 24
    10
    FraktionAfD
    29.08.2017

    @Blackadder: Herr Franke gehört, wie im Artikel richtig dargestellt, dem Kreisparteivorstand an, nicht der Stadtratsfraktion, die sich zum Stadtfest nur insofern kurz geäußert hat, indem sie aus dem gestern veröffentlichten Lagebericht der Polizei zitiert hat. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, außer vielleicht noch die Tatsache, dass es schon bezeichnend und traurig ist, solche Großveranstaltungen heutzutage mit Steinblöcken oder wie in Chemnitz mit Sandcontainern gegen Terrorgefahren schützen zu müssen. Vor ein paar Jahren war das jedenfalls noch nicht nötig.

  • 16
    18
    Blackadder
    29.08.2017

    Liebe FP: Eure nüchterne, ausführliche und faktenbasierte Berichterstattung unterscheidet sich gerade bei diesem Thema sehr wohlwollend von den marktschreierischen, hysterischen Schlagzeilen und Berichten von Mopo und Bild. Vielen Dank dafür. Auch hätte ich gerne mal die Meinung der AfD Fraktion hierzu gehört, die ja hier hin und wieder mitkommentiert und zu denen Herr Franke ja gehört.



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