Protestzug zum Gefängnis

Eine Demonstration für bessere Haftbedingungen im Frauengefängnis ist friedlich verlaufen - trotz eines Missverständnisses.

Am Samstagnachmittag haben sich rund 200 Frauen und Männer versammelt, um für mehr Rechte und bessere Bedingungen für die Insassen des Frauengefängnisses in Chemnitz zu demonstrieren. Begleitet wurde der Demonstrationszug von einem Polizeiaufgebot von annähernd 200 Beamten. Die Route verlief vom TU-Campus über den Südring bis zum Gefängnis, vor dem eine einstündige Kundgebung stattfand. Die ursprüngliche Route, die bis zum Eingang der Justizvollzugsanstalt (JVA) führen sollte, hatte die Stadt Chemnitz nicht gebilligt. Grund hierfür seien Ausschreitungen in den letzten beiden Jahren gewesen, hieß es von der Polizei. Der Großteil der Teilnehmer wusste hiervon offensichtlich nichts. Als Mannschaftswagen der Polizei den Weg zum Eingang der JVA blockierten, quittierten die Protestierenden dies mit Pfiffen und Rufen. Die Kundgebung musste daraufhin an der Mauer Reichenhainer Straße abgehalten werden. Zusätzlich wurden Postkarten für die inhaftierten Frauen verfasst.

Organisiert wurde die Demonstration von der bundesweiten Organisation der Gefangenen-Gewerkschaft in Zusammenarbeit mit Solidaritätsgruppen aus Jena, Leipzig, Berlin und Nürnberg. In ihren Beiträgen sprachen sich die Redner besonders für einen Mindestlohn und eine bessere medizinische Versorgung der Häftlinge aus. Sie distanzierten sich von dem inhaftierten NSU-Mitglied Beate Zschäpe. Man habe die Proteste zudem wieder bewusst auf den Tag nach dem Weltfrauentag gelegt, erklärte Gewerkschaftler Konstantin Behrens. Es solle darauf aufmerksam gemacht werden, dass verurteilten Frauen ihre Freiheit, nicht ihre Rechte entzogen würden, sagte er. Die Demonstration endete am späten Nachmittag wieder am TU-Campus.

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