Auspuffbauer investiert Millionensumme in Automaten

Der Deutschen liebstes Spielzeug ist das Auto. Ob sich das auf lange Sicht ändert, ist fraglich. Die Fox-Sportauspuffanlagen aus Johanngeorgenstadt sind jedenfalls weiter gefragt - trotz Dieseldebatte.

Johanngeorgenstadt.

Besuch hat sich angekündigt in der ATJ Autotechnik Johanngeorgenstadt. Es ist Wahlkampf in Sachsen und so werden in der Bergstadt derzeit auch Politiker herzlich empfangen. So wie vor einigen Tagen der AfD-Direktkandidat für die Landtagswahl, Thomas Thumm aus Bärenstein, sowie sein Parteifreund Tino Chrupalla, Bundestagsabgeordneter aus Berlin. Beide sahen sich die Fox-Sportauspuffanlagen an.

"Wir wollen mit den Unternehmern aus der Region ins Gespräch kommen. Erfahren, wo ihnen der Schuh drückt, sie miteinander ins Gespräch bringen", erklärte Thomas Thumm. Gleich in drei Firmen in der Region waren die AfD-Vertreter an einem Tag. Der zuvor besuchte Schwarzenberger Betrieb wollte jedoch lieber nicht namentlich erwähnt werden.


Empfangen wurden die Politiker in Johanngeorgenstadt von Michal Dornak, einem der drei Geschäftsführer des Unternehmens, zuständig für Konstruktion und Entwicklung. Der 34-Jährige stammt aus Tschechien und lebt heute mit seiner Frau, die als Ärztin in den Kliniken Erlabrunn tätig ist, im Erzgebirge. Mit aktuell 70 Mitarbeitern ist die ATJ Autotechnik GmbH ein großer Arbeitgeber in der Bergstadt. Rund sieben Millionen Euro Jahresumsatz stehen zu Buche.

Auf die Frage, ob die aktuelle "grüne Politik" dem Automobilzulieferer Probleme bereitet, verwies Dornak auf die spezielle Ausrichtung des Unternehmens: "Wir sind ja kein klassischer Automobilzulieferer, sondern arbeiten vorrangig für das Hobbysegment." Die Sportauspuffanlagen, die unter dem Markennamen Fox vertrieben werden, sind nur ein Standbein des Unternehmens, wenngleich das wohl bekannteste. Neben den Auspuffanlagen für etliche Pkw-Typen werden bei Fox Sportauspuffe nach individuellem Kundenwunsch gefertigt.

Das Geschäft brummt - im wahrsten Sinn des Wortes. Deshalb wurde in den zurückliegenden drei Jahren weiter investiert. Insbesondere in die Automatisierung. "In Summe rund 2,5 Millionen Euro", nannte Dornak eine Zahl. Dazu gehört unter anderem eine Laseranlage, die den Zuschnitt der Edelstahlrohre übernimmt. Und ein Polierautomat, der die Rohre zum Glänzen bringt. "Das war bislang eine körperlich wirklich anstrengende und nicht gerade angenehme Arbeit", erklärte er. Was die Nachwuchsgewinnung betrifft, so bilde die Firma zwar aus, doch sei es zunehmend schwerer, gute und motivierte Azubis zu finden, hieß es.

Gefährdet die Diesel-Debatte die Produktion? "Ich glaube nicht", sagte Dornak. Zudem stehe das Unternehmen mit der Technischen Universität Chemnitz in Verbindung, was neue Antriebstechnik betrifft. "Eine Firma sucht immer nach neuen Aufgabenfeldern. Aber Autofreaks wird es weiter geben."

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