Drehteam neugierig auf Riesentraktoren

Im Zwönitzer Ortsteil Hormersdorf geht seit dem gestrigen Freitag und noch bis Sonntag ein Fernsehteam auf Szenen-Jagd. Wie das Miteinander auf dem Land funktioniert, erfahren Zuschauer Ende Mai.

Zwönitz.

Einmal in einem Lamborghini sitzen - davon träumen viele Männer. Die Mitarbeiter der Landtechnik GmbH in Hormersdorf kommen regelmäßig in diesen Genuss. Denn der renommierte Sportwagen-Hersteller baut auch Traktoren. Diese Riesen für die Feldarbeit wiederum gehören zum Portfolio des Dienstleisters im Zwönitzer Ortsteil, den dieser Tage ein Kamerateam besucht. So spielt Hormersdorf Ende Mai in der Sendereihe "Unser Dorf hat Wochenende" für 30 Minuten die Hauptrolle im MDR-Fernsehen.

Diese Serie gibt es laut Autorin Kathrin Welzel seit 2016. In Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen reisen sie und ihre Kollegen übers Land, um das Leben auf dem Dorf in Wort und Bild einzufangen. Nun ist Hormersdorf an der Reihe - und damit auch die Landtechnik GmbH als größter Arbeitgeber im Ort. "Das ist natürlich aufregend für uns und auch interessant zu sehen, wie das alles funktioniert mit den Aufnahmen", sagte Geschäftsführer Steve Georgi bei den Dreharbeiten am gestrigen Freitag.

Der 31-Jährige hat seine Lehre zum Mechatroniker für Land- und Baumaschinen im Betrieb gemacht, ist staatlich geprüfter Techniker und war einige Jahre Werkstattmeister, ehe er vor etwa zwei Jahren in die Fußstapfen von Helmut Viertel trat. "Er war mein Chef und hat die Firma aufgebaut." 40 Jahre reicht deren Tradition zurück, als GmbH existiert sie mit derzeit 37 Mitarbeitern seit 1994 und gehört zur Agrargenossenschaft Dorfchemnitz. Das Kunden-Einzugsgebiet reicht bis Hof und Dresden. Neben Service, Reparatur und Wartung werden Traktoren und landwirtschaftliche Technik neu oder gebraucht an den Bauern gebracht. Mähdrescher und Ballenpressen werden mit oder ohne Besatzung vermietet.

In der Corona-Krise drohten Einbußen. "Die Auftragslage brach kurzzeitig ein, da die Leute verunsichert waren. Das legte sich zum Glück rasch wieder", berichtet Georgi. Wie er dank unzähliger Telefonate mit Behörden und Ämtern den Betrieb trotz allem am Laufen hielt, ist auch Thema der MDR-Sendung. "Es war schwer, klar zu machen, dass wir als Dienstleister für die Land- und Ernährungswirtschaft systemrelevant sind." Am Ende gelang es. Auch dank eines ausgeklügelten Dienstplans. "Unsere Leute liefen drei Wochen in zwei Schichten - die eine Hälfte arbeitete früh, die andere danach. Dazwischen war eine halbe Stunde Pause, damit sie sich nicht begegnen", so der Raschauer. Damit hätte die Firma - selbst bei einem Corona-Fall in einer der zwei Gruppen - wenigstens mit halber Kraft weiterlaufen können. "Unsere Kunden verlassen sich auf uns - auch am Wochenende." Diesen guten Ruf, den sich die Landtechnik über Jahre hart erarbeitet hat, wollte der junge Chef nicht kampflos hergeben. "Und es hat geklappt."

Was das Wochenende in Hormersdorf sonst noch macht, erfahren die Fernsehzuschauer am 31. Mai ab 9 Uhr im MDR. "Wir sind jeweils von Freitag bis Sonntag vor Ort - bei Unternehmern, Vereinen und Einwohnern", so Kathrin Welzel. Im Zwönitzer Ortsteil waren weitere Stationen unter anderem der Fleischer und das Pfarramt, wo der selbst schwer kranke Pfarrer aus dem Fenster heraus singt, um den Menschen in Krisenzeiten Mut zu machen. Ein Dutzend Sänger stimmt mit ein, darunter Mitglieder des Ortschaftsrats. Es ist also viel los - am Wochenende auf dem Land in Hormersdorf.

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